Die Zukunft liegt im Vertrieb
Für viele Finanzdienstleister geht es in diesem Jahr vermeintlich nicht weiter. Die Stimmung ist auf einem Tiefststand. Doch es gibt auch andere Stimmen, die behaupten: Jetzt erst recht! Bewusst lässt FINANZWELT in dieser Leitgeschichte die zu Wort kommen, die (weiterhin) erfolgreich sind.
„Wenn man nur eine Dekade zurück schaut, waren die Jahre 2000 und 2001 die wohl schwersten, die es je gab ”,meint Markus Holtz, Inhaber von Saturn 2000. Zu diesem Ergebnis kommt ein großer Teil der Finanzbranche: Viele Anleger sind durch die Börsensituation verunsichert und haben wenn überhaupt nur noch wenig Vertrauen zu ihrem Anlageberater. Dabei ist es nicht die Schuld der Berater, dass die Gewinnaussichten der Börse nicht so eingetreten sind wie prognostiziert.
Doch Fakt ist: Den Letzten beißen die Hunde und das ist in diesem Fall derjenige, der den Kontakt zum Kunden hält. Doch auch in anderen Branchen sieht es nicht besser aus: „Das Platzierungsvolumen wird sich halbieren, ”lässt sich der Schiffsfondsinitiator Dr. Bernd Kortüm, Inhaber und Geschäftsführer von Norddeutsche Vermögen zitieren. Bei den anderen Anbietern, aber auch bei den Mitbewerbern, die Beteiligungen an Immobilien, Venture Capital und Filmproduktionen anbieten, dürfte es nicht besser aussehen. Der Grund für die Zurückhaltung: „Zum Einen sind die Taschen der Bürger schlicht leer, zum Andern sorgt das seit Jahren herrschende Steuertheater für völlige Verunsicherung bei den potentiellen Anlegern. Kommen dann noch „Horrormeldungen” wie die der Absenkung der Garantieverzinsung bei Kapitallebensversicherungen –in der Vorstellung vieler Anleger ein absolut sicheres Produkt hinzu, scheint im Vertrieb kaum mehr etwas zu gehen. Dabei wäre es wichtig, gerade jetzt individuell auf die Kürzungen der Regierung zu reagieren. Werner K. Ehrentraut, Direktor bei der FWU AG:„Fakt ist beispielsweise, dass der Gesetzgeber alleine für die jüngere Generation die staatliche Berufsunfähigkeits-Versicherung zum Jahreswechsel abgeschafft hat. Dennoch besitzen mehr als 40%der Berufstätigen unter 40 Jahren noch keine Berufsunfähigkeits-Versicherung und planen auch keinen Abschluss. Besonders hoch ist dieser Anteil bei Frauen und Arbeitern. Eigentlich also ein idealer Markt für Finanzdienstleister, die diese Lücke schließen können.” » Weiter...