Macht und Ohnmacht
der Banken
Die Glorie der deutschen Banken ist passé. Sah es noch vor knapp einem Jahrzehnt so aus, als hinge die gesamte Republik am virtuellen Tropf der Kreditwirtschaft, ist es heute eher umgekehrt. Das einst kräftige Herz der Deutschland AG könnte inzwischen einen Schrittmacher gebrauchen. Die Ertragssituation ist besorgniserregend. Schließlich gibt es in Deutschland mehr Bankfilialen als Bäckereien, wie in der Branche gespottet wird.
Vor allem die anhaltend hohen Insolvenz zahlen in der deutschen Wirtschaft machen den Banken zu schaffen. Denn wo nichts ist, ist auch für die Banken nichts zu holen. Notleidende Kredite könnten im laufenden Jahr noch so manche Bank in den Ruin treiben. Je problematisch die Situation ist, zeigt die Eile, mit der sich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BAF in um Schadenbegrenzung bemüht. Noch kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres hat sie ihre „Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft der Kreditinstitute (MaK)“veröffentlicht und gleichzeitig in Kraft gesetzt. Zu den Kernelementen der MaK zählen die Festlegung einer Kreditrisikostrategie, klar definierte Kreditprozesse, eine strenge Überwachung der Risiken auf Portfolioebene und ein funktionsfähiges Berichtswesen, heißt es im Rundschreiben 34/2002 der BAF in. Genau daran haperte es. Denn „ausschlaggebend für die Entwicklung der MaK waren Problemfälle von Banken, die zumeist auf die mangelnde Organisation und Handhabung des Kreditgeschäfts zurückzuführen waren. Zu den häufigsten Mängeln gehörten nicht nach vollziehbare Kreditentscheidungen, ungenügende Kreditprozesse oder die fehlende Berücksichtigung von Risikokonzentrationen in den Kreditportfolien “, schreibt die BAFin. » Weiter...