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Leitthema

Alles muss raus!

Wie reagiert die Assekuranz auf die Herausforderung ab 2005?

Bis Ende dieses Jahres locken die Lebensversicherer noch mit steuerfreien Erträgen. Ist es in jedem Fall sinnvoll, jetzt noch schnell eine Lebensversicherung abzuschließen und wie reagiert die Assekuranz auf die gewaltige Herausforderung 2005? FINANZWELT gibt darüber einer Überblick.

>Verklärter Blick zurück

Fast könnte man meinen, bei der Entwicklung der Lebensversicherung sei es wie bei der berühmten Sahne-Bonbon-Werbung, in der ein älterer Herr einen kurzen Monolog hält, der mit „Nie werde ich den Tag vergessen, als mein Großvater mir das erste Bonbon schenkte“ anfängt und mit „Jetzt bin ich der Großvater – und nichts anderes würde ich meinem Enkel schenken als dieses Bonbon“ endet. Fast könnte man es meinen. Denn nachdem Finanzminister Eichel 1999 noch zurückgehalten wurde, wird es nun bittere Realität: Ab 1. Januar 2005 verliert das hier zu Lande am meisten verkaufte Altersvorsorgeprodukt weitgehend seine Steuerprivilegien. Aus diesem Grunde herrscht bei den Lebensversicherern derzeit Schlussverkaufsstimmung. Selten hat eine Branche so aggressiv geworben, noch schnell eine Police abzuschließen. Mittels eines gewaltigen Werbeaufwandes wollte bzw. will man auch den Letzten davon überzeugen, wie wertvoll es doch ist, noch in diesem Jahr tätig zu werden.

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Thomas Fischer, Leiter Vertrieb der Allianz Lebensversicherungs-AG

Private Vorsorge mit der Allianz hat auch im nächsten Jahr beste Aussichten auf dynamische Wachstumsraten. Mit dem Alterseinkünftegesetz stellt der Gesetzgeber die lebenslange Rente eindeutig in den Mittelpunkt. Diesen Schritt haben wir bereits vier Jahre früher vollzogen – mit unserer „großen Tarifreform 2000“. Seitdem ist die lebenslange PrivatRente unser Standardprodukt. Allianz Leben hat mit der Rentenversicherung jahrzehntelange Erfahrung und wird am 1.1.2005 ausgezeichnet aufgestellt sein. Natürlich ist es für sehr viele Kunden vorteilhaft, noch in 2004 eine private Lebensversicherung abzuschließen. Denn damit sichern sie sich einen größeren Gestaltungsspielraum: Am Ende können sie sich für die lebenslange Rente oder die völlig steuerfreie Kapitalauszahlung entscheiden, die so ihre volle Attraktivität behält. Ohnehin geplante private Altersversorgung sollte daher nicht mehr länger aufgeschoben werden. Schon heute wird die Beratungskapazität knapp.
Ab 2005 eröffnet das Alterseinkünftegesetz in der ersten und zweiten Schicht steuerfreie Vorsorge in bislang unbekannten Dimensionen. Zusätzlich zur dann deutlich attraktiveren Riester-Förderung und zur Entgeltumwandlung in der BAV können Steuerpflichtige aus ebenfalls unversteuertem Einkommen in ihre neue BasisRente investieren. Für die dritte Schicht haben wir interessante Produkte am Start. Unsere Aufgabe wird es sein, den optimalen Vorsorgemix zu finden. Wir sind bestens vorbereitet.


André Zoellner, Produktmanager Condor Lebensversicherung AG

Zur Zukunftsrolle von fondsgebundenen Versicherungen

Fondsbasierte Rentenversicherungen werden über den 31.12. hinaus als moderne und lukrative Form der privaten Vorsorge vorteilhaft bleiben. Neben neuen Flexibilitäten, die sich noch besser an der Lebensgestaltung und dem Sparwillen der Kunden orientieren, bleiben diese Produkte auch unter steuerlichen Aspekten interessant. Denkt man das Alterseinkünftegesetz zu Ende, so ist die verminderte Leibrentenbesteuerung eine der steuerlich attraktivsten Auszahlungsvarianten. Auch die Verbindung einer breit disverifizierten Fondsanlage in der Sparphase mit einer Verrentungsoption fürs Alter bleibt als nachhaltigste Absicherung des Risikos Langlebigkeit ein Alleinstellungsmerkmal fondsbasierter Rentenversicherungen.
Zudem halten wir alle Optionen offen, so dass sich Kunden erst zum Rentenbeginn entscheiden müssen, welche Auszahlformen (Leibrenten, Zeitrenten, Fondsanteile, Kapital oder eine Mischung aus alledem) sie bekommen möchten. Denn welche Form später die beste ist, wie gesund man selber ist und welche Steuerszenarien der Fiskus in 30 Jahren bereithält, weiß heute schließlich niemand. Deshalb haben wir unsere neuen Produkte lebensphasenorientiert, flexibel und offen gestaltet.


“Kapitallebensversicherung / fondsgebundene Lebensversicherung unter veränderten Marktbedingungen”

Marcel Schmitz, Senior Consultant bei Tillinghast, zum Thema

Dominanz der Rentenprodukte stärken

Zukünftig wird es für den Vertrieb wichtiger, die Vorteile der fondsgebundenen Rentenversicherung gegenüber reinen Fondssparplänen zu verdeutlichen: gute Risikostreuung auch bei geringen Beiträgen; Auszahlung des Kapitals in lebenslangen Renten möglich ohne Abschluss eines zusätzlichen Vertrags, teilweise auch mit garantierter Rentenhöhe.
Entscheidend für die Versicherungsnehmer wird letztlich sein, inwieweit fondsgebundene Produkte Lücken in der gesetzlichen Rentenversicherung schließen können. Das Schlagwort der Versicherungsberater und -vermittler lautet hier Mindestgarantie: Für viele Versicherungsnehmer ist es zu riskant, am Ende nur 10 % statt 20 % ihrer Rentenlücke schließen zu können – etwa weil kurz vor der Auszahlungsphase die Aktienkurse gefallen sind. Daher ist auch eine wachsende Bedeutung von Garantien bei Fondsprodukten zu erwarten. Bei den Versicherungsnehmern weiterhin beliebt bleiben werden auch nach dem 1. Januar 2005 Produkte mit Risikovorsorgekomponenten (Berufs- und Erwerbsunfähigkeit). Da diese unwesentlichen steuerlichen Veränderungen unterliegen und der Bedarf an diesem Versicherungsschutz weiterhin wächst, ist in diesem Bereich mit steigendem Neugeschäft zu rechnen.

Spielräume des Alterseinkünftegesetz nutzen und verdeutlichen

Mit der neuen Gesetzgebung wird der Markt fondsgebundener Versicherungen zukünftig eine starke Konzentration auf Rentenprodukte erleben. Für ihre Anbieter ist es zur Absatzsicherung ausschlaggebend, der Versicherungskompetenz als Vorteil gegenüber kostengünstigeren Sparplänen Nachdruck zu verleihen. Als Verkaufsargument gilt es, dem Kunden ein effektives Garantiekonzept zu präsentieren und die Risikovorsorge zu integrieren. Zudem bietet das Alterseinkünftegesetz auch weiterhin die Möglichkeit, Neugeschäfte mit dem Argument von Steuervorteilen zu tätigen.


Interview mit Norbert Eggert, Repräsentant DEUFINANZ AG

FINANZWELT: Denken Sie an ein Aussterben der LV aufgrund der Besteuerung bzw. der Angst vor Hartz IV?
Eggert: Für Kunden, die aufgrund Ihrer persönlichen Bedarfssituation zur Altersversorgung eine Lebensversicherung abschließen wollen, sollten dies noch in diesem Jahr tun. Auch in Zukunft wird die Lebensversicherung in der privaten Altersicherung einen wichtigen Platz einnehmen. Heute sprechen wir noch von der Einschränkung der Steuerfreiheit auf die Erträge. Doch nüchtern betrachtet werden 50 % der Erträge unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei bleiben.

FINANZWELT: Sie erwähnten in Ihrem Vortrag im Rahmen der FINANZWELT-Vetriebstage auch einige „Stolpersteine“ der betrieblichen Altersvorsorge. Was sollte Ihrer Meinung nach der Finanzdienstleister in jedem Falle berücksichtigen?
Eggert: Dies ist eine sehr weit reichende Frage, zu der wir unseren Vertriebspartnern Seminare und andere Hilfestellungen anbieten. Auf jeden Fall sollte aber geprüft werden, ob die geplanten Durchführungswege und die konkreten Angebote mit den Tarifverträgen vereinbar sind. Unsere Software Clear 4 hilft bei der Suche des richtigen Durchführungsweges, gibt wichtige Hinweise zu den Tarifverträgen und lässt erkennbare falsche Empfehlungen erst gar nicht zu. Wer mit keiner solchen Software arbeitet,- sollte aber auf jeden Fall ein Beratungsprotokoll, welches auch belegt, warum der entsprechende Durchführungsweg gewählt wurde, verwenden.

FINANZWELT: Die Angst vor Hartz IV und die vielen Zukunfts- und Existenzängste in Verbindung mit der Flut an Informationen sorgen bei vielen in der Gesellschaft dafür, dass sie nicht mehr wissen, wie man private Vorsorge betreiben soll. Was raten Sie als private Vorsorge?
Eggert: Das Wichtigste ist eine fundierte Versorgungsanalyse. Aufgrund der angesprochenen Vielfalt der Möglichkeiten kommt es mehr denn je auf den Versorgungsmaßanzug an. Eine steuer- und sozialversicherungsrechtliche Optimierung der Ansparprodukte ist allerdings eine Beratungsleistung, die nicht jeder Berater anbieten kann.
FINANZWELT: Abschließend noch eine letzte Frage: Sie erwähnten auch in Ihrem Vortrag, dass jetzt für den Finanzdienstleister Handlungsbedarfs sei und er zielorientiert handeln muss. Was scheint Ihnen im Rahmen dessen die sinnvollste Vorsorgeform: Die private, betriebliche oder kombinierte Altersvorsorge?
Eggert: Wir sind gerade dabei unsere neueste Version unseres Beratungstools „Clear V“ fertig zu stellen. Dieses Programm ermöglicht dem Berater nach Eingabe einiger Kundendaten eine optimierte Empfehlung unter steuer- und sozialversicherungsrechtlicher Beurteilung für den Kunden zu erstellen. Wir haben verschiedene Kundenprofile testweise eingegeben. Die Empfehlungen waren jeweils sehr unterschiedlich. Zu unserer eigenen Überraschung waren auch Empfehlungen dabei, die aufgrund der reduzierten Ertragswertbesteuerung eine private Rentenversicherung in der dritten Schicht vorsah. Also eine Patentantwort muss ich Ihnen schuldig bleiben. Aber darin besteht ja gerade die Chance für eine qualifizierte Beratung – mehr denn je.


AKTUELL

Ist am 31.12.2004 doch noch nicht Abpfiff für den Steuervorteil der Lebensversicherung?

Durch das Alterseinkünftegesetz ist die Besteuerung der Erträge aus kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht neu geregelt worden. Die Anwendungsregelung § 52 Abs. 36 EStG stellt für die Frage, welche Verträge noch unter altes Recht fallen, auf den Vertragsabschluss vor dem 1. Januar 2005 ab. Ein Versicherungsvertrag kommt mit dem Zugang der Annahmeerklärung des Versicherers beim Versicherungsnehmer zustande. Für die steuerrechtliche Beurteilung ist unter dem Zeitpunkt des Vertragabschlusses grundsätzlich das Datum der Ausstellung des Versicherungsscheines zu verstehen. Im Abschluss sog. Vorratsverträge (Beitragszahlung und technischer Versicherungsbeginn erheblich später als Vertragsabschluss) ist nach Auffassung der Finanzverwaltung regelmäßig ein steuerrechtlicher Gestaltungsmissbrauch im Sinne des § 42 AO zu sehen. In der Sitzung der Einkommensteuerreferatsleiter des Bundes und der Länder wurde erörtert, in welchen Fällen ein sog. Vorratsvertrag zu sehen ist. Es wurde grundsätzlich Einvernehmen darüber erzielt, dass bei Zahlung des ersten Beitrages oder bei technischem Versicherungsbeginn bis zum 31. März 2005 noch kein Vorratsvertrag vorliegt. Das entsprechende BMF-Schreiben hierzu befindet sich derzeit in der Abstimmung mit den Länderfinanzministerien und wird demnächst auf der Internetseite www.bundesfinanzministerium.de erscheinen.


Thomas Fischer, Leiter Vertrieb der Allianz Lebensversicherungs-AG

Private Vorsorge mit der Allianz hat auch im nächsten Jahr beste Aussichten auf dynamische Wachstumsraten. Mit dem Alterseinkünftegesetz stellt der Gesetzgeber die lebenslange Rente eindeutig in den Mittelpunkt. Diesen Schritt haben wir bereits vier Jahre früher vollzogen – mit unserer „großen Tarifreform 2000“. Seitdem ist die lebenslange PrivatRente unser Standardprodukt. Allianz Leben hat mit der Rentenversicherung jahrzehntelange Erfahrung und wird am 1.1.2005 ausgezeichnet aufgestellt sein. Natürlich ist es für sehr viele Kunden vorteilhaft, noch in 2004 eine private Lebensversicherung abzuschließen. Denn damit sichern sie sich einen größeren Gestaltungsspielraum: Am Ende können sie sich für die lebenslange Rente oder die völlig steuerfreie Kapitalauszahlung entscheiden, die so ihre volle Attraktivität behält. Ohnehin geplante private Altersversorgung sollte daher nicht mehr länger aufgeschoben werden. Schon heute wird die Beratungskapazität knapp.
Ab 2005 eröffnet das Alterseinkünftegesetz in der ersten und zweiten Schicht steuerfreie Vorsorge in bislang unbekannten Dimensionen. Zusätzlich zur dann deutlich attraktiveren Riester-Förderung und zur Entgeltumwandlung in der BAV können Steuerpflichtige aus ebenfalls unversteuertem Einkommen in ihre neue BasisRente investieren. Für die dritte Schicht haben wir interessante Produkte am Start. Unsere Aufgabe wird es sein, den optimalen Vorsorgemix zu finden. Wir sind bestens vorbereitet.



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