Interview mit Norbert Eggert, Repräsentant DEUFINANZ AG
FINANZWELT: Denken Sie an ein Aussterben der LV aufgrund der Besteuerung bzw. der Angst vor Hartz IV?
Eggert: Für Kunden, die aufgrund Ihrer persönlichen Bedarfssituation zur Altersversorgung eine Lebensversicherung abschließen wollen, sollten dies noch in diesem Jahr tun. Auch in Zukunft wird die Lebensversicherung in der privaten Altersicherung einen wichtigen Platz einnehmen. Heute sprechen wir noch von der Einschränkung der Steuerfreiheit auf die Erträge. Doch nüchtern betrachtet werden 50 % der Erträge unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei bleiben.
FINANZWELT: Sie erwähnten in Ihrem Vortrag im Rahmen der FINANZWELT-Vetriebstage auch einige „Stolpersteine“ der betrieblichen Altersvorsorge. Was sollte Ihrer Meinung nach der Finanzdienstleister in jedem Falle berücksichtigen?
Eggert: Dies ist eine sehr weit reichende Frage, zu der wir unseren Vertriebspartnern Seminare und andere Hilfestellungen anbieten. Auf jeden Fall sollte aber geprüft werden, ob die geplanten Durchführungswege und die konkreten Angebote mit den Tarifverträgen vereinbar sind. Unsere Software Clear 4 hilft bei der Suche des richtigen Durchführungsweges, gibt wichtige Hinweise zu den Tarifverträgen und lässt erkennbare falsche Empfehlungen erst gar nicht zu. Wer mit keiner solchen Software arbeitet,- sollte aber auf jeden Fall ein Beratungsprotokoll, welches auch belegt, warum der entsprechende Durchführungsweg gewählt wurde, verwenden.
FINANZWELT: Die Angst vor Hartz IV und die vielen Zukunfts- und Existenzängste in Verbindung mit der Flut an Informationen sorgen bei vielen in der Gesellschaft dafür, dass sie nicht mehr wissen, wie man private Vorsorge betreiben soll. Was raten Sie als private Vorsorge?
Eggert: Das Wichtigste ist eine fundierte Versorgungsanalyse. Aufgrund der angesprochenen Vielfalt der Möglichkeiten kommt es mehr denn je auf den Versorgungsmaßanzug an. Eine steuer- und sozialversicherungsrechtliche Optimierung der Ansparprodukte ist allerdings eine Beratungsleistung, die nicht jeder Berater anbieten kann.
FINANZWELT: Abschließend noch eine letzte Frage: Sie erwähnten auch in Ihrem Vortrag, dass jetzt für den Finanzdienstleister Handlungsbedarfs sei und er zielorientiert handeln muss. Was scheint Ihnen im Rahmen dessen die sinnvollste Vorsorgeform: Die private, betriebliche oder kombinierte Altersvorsorge?
Eggert: Wir sind gerade dabei unsere neueste Version unseres Beratungstools „Clear V“ fertig zu stellen. Dieses Programm ermöglicht dem Berater nach Eingabe einiger Kundendaten eine optimierte Empfehlung unter steuer- und sozialversicherungsrechtlicher Beurteilung für den Kunden zu erstellen. Wir haben verschiedene Kundenprofile testweise eingegeben. Die Empfehlungen waren jeweils sehr unterschiedlich. Zu unserer eigenen Überraschung waren auch Empfehlungen dabei, die aufgrund der reduzierten Ertragswertbesteuerung eine private Rentenversicherung in der dritten Schicht vorsah. Also eine Patentantwort muss ich Ihnen schuldig bleiben. Aber darin besteht ja gerade die Chance für eine qualifizierte Beratung – mehr denn je.