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Der Mensch ist, was er isst… denken viele, wenn die Weihnachtszeit vorbei ist und schauen verdrossen auf den Gürtel, der nicht enger geschnallt werden kann. Bis auf die Kaumuskeln wurde der Bewegungsapparat nicht groß in die Pflicht genommen, was dazu beigetragen hat, dass die Lieblingshose unbequem geworden ist und das Hemd ausgerechnet über dem Bauchnabel auseinanderklafft. Jetzt bricht über viele die Fastenzeit herein, mit dem klassischen Verzicht auf Alkohol und Schokolade. Manchem hilft diese Reduzierung der Genussmittel, um zu seinem Ausgangsgewicht zurück zu finden. Gesellschaftlich geoutet ohne Alkohol und emotional beeinträchtigt ohne die glücklich machende Schokolade wird vielfach jedoch schon vor dem Dreikönigstag die Flinte ins Korn geworfen. Was also tun, um sich wieder wohl in seiner Haut zu fühlen? Wer abnehmen will, und das nicht nur kurzfristig, der sollte sich im Vorfeld mit seinen Essgewohnheiten befassen. Die Beantwortung der folgenden Fragen hilft dabei, ein Zuviel an Kalorien aufzuspüren.
- Wie viel Brot/Brötchen ist unter dem Käse/der Wurst zu sehen?
- Welche Getränke werden über den Tag verteilt getrunken?
- Wird Stress, Frust, Langeweile, Unkonzentriertheit mit Essen kompensiert?
- Wird der Teller immer leer gegessen?
In der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot
Im Laufe der Jahre ist Brot zur Trägersubstanz von Wurst und Käse degradiert worden. Wir greifen nur dann gerne zu Canapées, wenn sie üppig belegt sind. Also werden Salamischeiben gerollt, damit derer zwei auf einem kleinen Scheibchen Baguette untergebracht werden können. Weil wir nicht satt werden, langen wir öfter zu. Im Nu haben sich viele Kalorien angesammelt, ohne dass wir das Ge fühl haben, wirklich satt zu werden. Auch daheim wird das Prinzip der Brotmaskierung angewendet: Die Scheibe Brot wird halbiert und jede Hälfte wird reichlich belegt.
Was uns nicht wirklich schmeckt ist die Tatsache, dass nur das Brot satt macht. Zum Vergleich: eine Scheibe Brot oder ein Brötchen, mit Butter, Wurst und Käse belegt, hat im Schnitt 350 bis 400 Kalorien. Wird nur ein Belagteil eingespart (Käse dünner geschnitten, Wurstscheibe halbiert) so werden im Mittel 70 bis 100 Kalorien gespart.
Bei 3 Scheiben Brot oder 3 Brötchen würden ca.200 bis 300 Kalorien weniger pro Tag anfallen. Auf diese eise könnte innerhalb eines Monats etwa ein Kilogramm Gewicht abgebaut werden. Hierfür ist eine Gesamtkalorieneinsparung von 7000 Kalorien erforderlich.
Getränke und Co.
Überlebensgetränk Nummer 1 ist im Berufsalltag der Kaffee. Schwarz genossen ist er kalorienfrei. Wer seinen Becher zur Hälfte mit Milch auffüllt, muss etwa 60 Kalorien hinzuzählen. Ein Latte Macchiato schlägt etwa mit 130 Kalorien zu Buche. Den Zucker noch nicht mitgerechnet. Pro Würfel oder Teelöffel kommen etwa 20 Kalorien dazu. Ein Becher Schokolade oder Kakao liefert im Schnitt 150 –200 Kalorien. Fertig gemixte Apfelschorle hat einen Fruchtgehalt von mindestens 50 %.Pro Glas (200 ml)kommen so etwa 50 Kalorien zusammen. Apfelsaft oder Orangensaft pur haben ca.100 Kalorien und befinden sich damit in gleicher Gesellschaft wie Cola, Orangina oder Sprite. er während der Besprechung aus dem Getränkerondell das Wasser erwischt, hat neben der Cola light die kalorienärmste Erfrischung erwischt. Klingt der Abend mit ein und Bier aus, können pro Glas (200ml) etwa 90 (Bier) bis 130 (Wein) Kalorien veranschlagt werden.
Stress mit Essen kompensieren
In Stresssituationen lässt die Fokussierung auf ein Ziel oft keine Auseinandersetzung mit dem Essen zu. Es wird unregelmäßig und unbewusst gegessen, das natürliche Maß geht häufig verloren. In dem Maße, in dem der Stress nachlässt, werden die Pfunde angehäuft. Sorgen Sie dafür, dass Sie immer ausreichend kalorienarme Getränke in Griffnähe haben. Flüssigkeit brauchen Sie, um Ihre Konzentration zu bewahren. Bevor Sie an der Tankstelle Nervennahrung kaufen, bringen Sie sich jeden Tag eine große Menge Ihrer Lieblingsobstsorte mit ins Büro. Zum Vergleich: ein Schokoriegel hat so viele Kalorien (ca.300) wie 4 Äpfel oder 3 Bananen oder 15 Mandarinen oder 6 Kiwis. Obst hat wiederum kein Fett, viele Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und Wasser – alles Stoffe, die Ihr Körper in einer anstrengenden Situation benötigt.
Bei Frust, Langeweile und Unkonzentriertheit geht es oft nur darum, sich eine bestimmte Zeit abzulenken. Dabei sind Sie mit dem Verzehr von Obst oder auch Gemüse länger beschäftigt, als wenn Sie sich einen Schokoriegel „reinziehen “.
Nur ein leerer Teller garantiert schönes Wetter
In jungen Jahren sind wir oft dazu angehalten worden, den Teller leer zu essen, um schönes Wetter herauf zu beschwören. Mit zunehmendem Alter fühlen wir uns so für das Wetter verantwortlich, dass wir allenfalls die Dekoration zurückgehen lassen. Dabei ist es so einfach: wer satt ist, hört auf zu essen. Auch wenn es so gut schmeckt. Dazu müssen allerdings vererbte Essgewohnheiten über Bord geworfen und das natürliche Sättigungsgefühl trainiert werden.
Die Devise lautet „langsam essen “. Etwa 20 Minuten nach der Nahrungsaufnahme signalisiert der Körper, dass er satt ist. er zu schnell isst, isst zuviel. Deshalb öfter mal das Besteck aus der Hand legen, sich angeregt unterhalten oder vornehmen, der Letzte zu sein, der die Mahlzeit beendet. Gleich zeitig den Teller am Buffet nicht so voll laden und keine Skrupel haben, dargebotene Speisen liegen zu lassen.
Letzteres ist kein Affront der Gastgeber sondern reiner Selbstschutz. Vielleicht auch Taktik, um noch Platz für das Dessert zu haben. Meistens braucht man zur Verdauung der extremen Magenfüllung dann noch einen Schnaps (50 Kalorien)und zur Belebung einen Kaffee, da sämtliches Blut zur Verdauung im Magen benötigt wird.
Kurz und bündig
- Wer weniger essen will, der spart am Fett: weniger Wurst und Käse, d.h., dünnere Scheiben oder das Brot so belegen, dass mindestens noch ein Drittel der Brotscheibe unter dem Belag zu sehen ist.
- Langsam essen bevor es zum Nachschlag kommt.
- Erkennen Sie Situationen, in denen das bewusste Essen zurück stehen muss: also ausreichend kalorienarme Getränke und Obst und Gemüse zum Knabbern bereitstellen.
- Entspannung ist wichtig – oft jedoch von alkoholischen Getränken eingeleitet. Damit es nicht zur gewichtsmäßigen Belastung wird, trinken Sie zu jedem Glas Bier oder ein immer ein Glas Wasser.
- Bringen Sie Ihr Sitzfleisch in Bewegung: Steigen Sie Treppen, tragen Sie die Post selber zum Briefkasten, nehmen Sie Konzentrationsflauten mit einem zügigen Gang um den Block den Wind aus den Segeln.
(Dipl. oec. troph. Sabine Echterhoff)







