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Finanzwelt im Gespräch

Lotsen auf dem Weg zur Marktreife

Die Luxemburger Alceda Fund Management S. A. entwickelt fremde Anlageideen zu marktfähigen Produkten. FINANZWELT sprach mit Helmut Hohmann, bei Alceda für die Kundenbetreuung verantwortlich.

FINANZWELT: Sie nennen sich „Private- Label-Dienstleister“. Können Sie uns den Begriff erläutern?

Hohmann: Wir verstehen uns als Anbieter für individuelle Fonds- oder Zertifikatelösungen unter dem Namen des Produktinitiators. Wir halten den Namen Alceda bewusst im Hintergrund und sorgen für die Auflage und Zulassung des neuen Produkts und dessen reibungslose Administration. Auf das Management der Produkte nehmen wir in der Regel keinen Einfluss, sondern überwachen regelmäßig die korrekte Einhaltung der Vorgaben des Prospektes. Was uns aber von den herkömmlichen „Master KAGs“ unterscheidet, ist eine weit über die reine Fondsadministration hinausgehende Servicepalette, die über gemeinsame Roadshows und Messen bis zum aktiven Vertrieb reichen kann. Außerdem bieten wir alle Produktgattungen an, d. h. Publikumsfonds, Spezialfonds, Hedgefonds, Geschlossene Beteiligungen, aber auch Luxemburger Zertifikate und gründen, wenn erforderlich, auch neue Gesellschaften oder Special Purpose Vehicles.

FINANZWELT: Was sollte ein Produktentwickler aus Ihrer Sicht mitbringen für eine erfolgreiche Partnerschaft mit Alceda?

Hohmann: Grundvoraussetzung ist ein langjähriger erfolgreicher Track-Record als Portfoliomanager oder Vermögensverwalter. Wichtig ist auch ein einwandfreier Leumund, ein vernünftiger Lebenslauf, aber nicht zuletzt auch eine ordentliche Substanz des entsprechenden Unternehmens, da am Ende des Tages natürlich auch Vertrieb für das Produkt stattfinden muss. Dies ist nur mit einer entsprechenden Infrastruktur und/oder Vernetzung möglich. Dies checken wir über eine umfassende Due-Diligence-Prüfung im Interesse der Anleger, aber auch unserer bestehenden Kunden.

FINANZWELT: Sie bieten Zertifikat-Konstruktionen ohne Emittentenrisiko an. Was machen Sie anders als andere?

Hohmann: Ganz stark vereinfacht kann man sagen, dass ein Luxemburger Zertifikat im Gegensatz zu den herkömmlichen Zertifikaten keinen Anleihe-Charakter, sondern einen Sondervermögen-Charakter, ähnlich einem Fonds, hat. Noch dazu werden Wertpapiere exzellenter Qualität als Sicherheit für das Zertifikat hinterlegt, sodass man alle Risiken, die über die üblichen Schwankungen der zugrunde liegenden Strategie hinausgehen, eliminieren kann.

FINANZWELT: Sie bieten den Übergang von Beteiligungen zu Wertpapieren an. Wie machen Sie aus einem geschlossenen Fonds ein handelbares Wertpapier?

Hohmann: Nun, da gibt es mehrere Möglichkeiten. Beispielsweise im Rahmen eines Luxemburger Spezialfonds kann man geschlossene Beteiligungen bündeln, ggf. mit offenen Fonds mixen und dies als neues Produkt anbieten. Auch ein Zertifikatemantel ist zu diesen Zwecken denkbar und für uns recht leicht umsetzbar und bietet schnell die Möglichkeit zum EU-weiten Vertrieb solcher Vehikel. Manchmal muss auch eine Einzweckgesellschaft zwischengeschaltet werden, damit das Ganze funktioniert. Wichtig ist, aus den Projekten möglichst Komplexität herauszunehmen und die Abwicklung so einfach wie nur möglich darzustellen. Die Herausforderung liegt hier klar in der Bewertung und Liquiditätssteuerung. Aber das zu lösen, dafür sind wir ja da.

(Dieses Gespräch führte Martin Klingsporn)


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