Maklerpools – Markttransparenz
Maklers Freund und Helfer

Die Anzahl der Pools und der poolähnlichen Gesellschaften und vor allem deren Leistungen und Anforderungen werden immer mannigfaltiger. Daher hat sich finanzwelt entschlossen, Ihnen eine Transparenz zu schaffen.
Was ist eigentlich ein Pool? Der Begriff Maklerpool bezeichnet im klassischen Sinne die gemeinsame Nutzung von bestimmten Ressourcen. In einem Maklerpool wird das Geschäft von vielen Versicherungsmaklern gebündelt (gepoolt). Makler, die unabhängig und ohne feste Bindung beraten möchten, kommen an Maklerpools, Maklerverbünden oder Assekuradeuren nicht vorbei. Auch wenn die beiden Letztgenannten kein Pool darstellen - so grenzt sich ein Maklerverbund zum Beispiel von einem Pool davon ab, dass die beim Verbund angeschlossenen Makler auf der Basis eigenerer bilateraler Vereinbarungen mit den Versicherern arbeiten - bietet jedes dieser Geschäftsmodelle Kontakt zu großen Produktpartnern und eine funktionierende, serviceorientierte Abrechnungsplattform. Analog zu großen Vertrieben kann ein guter Pool auch ein sehr hohes Umsatzvolumen und somit bessere Konditionen für den einzelnen Makler erreichen. Diese Vorteile können die Pools dann selbstredend an die Makler weitergeben.
Die derzeitige Entwicklung zeigt, mit welchen Schwierigkeiten Makler und vor allem auch Pools zu kämpfen haben. Zum einen erzwingen die höheren gesetzlichen Anforderungen an den Makler eine Anpassung und Modifizierung von Geschäftsmodellen und -prozessen. Zum anderen bedeutet eine immer differenter werdende Produktwelt und die derzeitig höheren Anforderungen (Beratungsaufwand) an den Makler einen ständigen Investitionsaufwand an Weiter- und Fortbildung. Ferner bedeutet es ein gewaltiger Kostenapparat bezüglich Neuerungen an technischen Hilfsmittel (IT). Faktoren, die manchen Makler überlegen lassen, ob es nicht sinniger ist, sich an Vertrieben oder Ausschließlichkeitsorganisationen zu binden.
Die Zeiten, in denen Pools ein reines Sammelsurium von Maklern war, sind längst vorbei. So bieten gut geführte Pools seit geraumer Zeit wesentlich mehr als nur reine Produkt- bzw. Geschäftskoordination und Abwicklungsstellen. Hierbei sorgt nicht nur ein breites Produktspektrum (Stichwort Vollsortiment) für eine Stärkung eines Pools. Von Servicehilfen wie Vergleichsrechner, Schnellschienen, Online-Verwaltungsplattformen, Marketinghilfen, juristischen Ratschlägen (keine Rechtsberatung), Bestandspflegetools oder Hotlines ist da plötzlich zu hören oder sogar von Fortbildungsmöglichkeiten via Akademie und Schulungen. Auch computerunterstützte Lernmethoden für den Makler wie E-Learning, Blended Learning oder Online-Seminare sind üblich, so auch das Ergebnis der finanzwelt-Umfrage. Produktinformationen erhält der Makler mittlerweile als DVD, CD oder auch in digitaler Form als mp-Datei. Immer mehr Pools legen großen Wert auf diese Vertriebsunterstützung.
Jedoch kann sich nicht jeder der ca. 100 Pools in Deutschland diese modernen Unterstützungsformen leisten. Bei den hohen Investitionen in EDV, Organisation und Infrastruktur, die notwendig sind, um den Maklern reibungslose Abläufe und gute Services zur Verfügung zu stellen, werden kleinere Pools irgendwann vor Fragen stehen, die sie nicht bewältigen können. Hinzu kommt, dass kleine Pools aufgrund der Finanzkrise besonders unter den wegfallenden Einnahmen bei den Bestandsprovisionen leiden. So gibt es bereits erste Konsolidierungen im Markt. Die beiden Maklerpools WiFo Wirtschafts- & Fondsanlagenberatung und Versicherungsmakler GmbH und Finet Financial Services Networtk AG haben bereits eine Kooperation vereinbart, um sich so laut eigenen Angaben von Pools abzugrenzen, die sich bereits heute in Abhängigkeit von Versicherern befinden. Somit wäre eine Unabhängigkeit - dies ist ein wesentlich Punkt, der einen Pool so wertvoll macht - für den angeschlossenen Finanzdienstleister nicht mehr gesichert.
Auch in Münster wurde eine neue Gemeinschaft gegründet. Unter dem Namen BARDO Vertriebs GmbH mit Sitz in Münster haben sich 7 Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche zusammengeschlossen: Dr. Maasjost & Collegen AG, (Münster), Consensus Holding AG (Scheeßel), Conzepta Servicegesellschaft für Versicherungsvermittler mbH (Fuldatal), maxpool Servicegesellschaft für Finanzdienstleister mbH (Hamburg), Finanz-Zirkel GmbH (Bückeburg), BAV Beratungsgesellschaft für betriebliche Altersversorgung und Vermögensanlagen mbH (Herten) sowie die Value Experts Vermögensverwaltungs AG (Ahlen). Durch diese Gemeinschaft entstand laut hauseigener Pressemeldung auf einem Schlag die drittgrößte Vereinigung von Maklerpools und die größte Gruppe von Pools und Vertrieben im Versicherungsbereich mit zurzeit 4.047 Vertriebspartnern. Interessant ist dabei, dass alleine maxpool laut eigenen Aussagen mehr als 4.000 IHK-registrierte Makler als Partner besitzt.
Ziel ist jedoch ein ganz anderes. Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark" sollen die Herausforderungen der Branche gemeinsam gelöst werden. Hierzu erläutert Dr. Bernward Maasjost, zusammen mit René Berends, Geschäftsführer des Daches BARDO: „Wir sehen starke und nachhaltige Veränderungen im Markt der Finanzdienstleistung, die ganz erheblichen Einfluss auf die Arbeit des freien Beraters nehmen werden. Gerade hier erkennen wir als Gesellschaft große Chancen, diesen Veränderungen im Zusammenschluss zu begegnen." Sehr deutlich kommuniziert wird dabei, dass BARDO mehr sein soll als nur eine Einkaufsgemeinschaft. Fraglich bleibt jedoch, wie es gelingen soll, zum Beispiel sieben verschiedene Kulturen, Visionen und Prozessabläufe „unter einen Hut" zu bringen. Um gemeinsam von diesem Projekt zu profitieren, ist dies doch zwingend notwendig.
Schaut man sich die reinen Zahlen laut Unternehmensangaben an, waren die Mehrzahl der Pools im letzten Jahr noch nicht einschneidend von der Finanzkrise betroffen. Die befragten Unternehmen melden moderate Ergebnisse. So hat die nach Provisionserlöse in 2007 platzierte Nummer 2, die Grünwalder Jung, DMS & Cie. AG, ihre Provisionen von 60,9 auf 62,1 Mio. im Jahr 2008 verbessert. Gewaltig gesteigert hat sich sogar der Münchener Allfinanz-Maklerpool, die Fonds Finanz Maklerservice GmbH. Das Unternehmen steigerte seine Provisionserlöse von testierten 41,3 Mio. Euro in 2007 auf nunmehr 71,3 Mio. Euro und liegt damit „provisionstechnisch" betrachtet nun auf Platz 2. Probleme berichtet die BCA AG aus Bad Homburg. Der Branchenführer vermeldet einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis für das Geschäftsjahr 2008. So ging zum Beispiel der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr von 83,51 Mio. auf 65,06 Mio. Euro zurück. Jedoch ist der Konzernumsatz unter branchenüblicher Erfassung der Provisionserlöse der Tochtergesellschaft Carat Fonds Service AG auf 73 Mio. Euro zu beziffern - s. Auflistung.
INFORMATION
Um einen besseren Marktüberblick zu bieten, hat finanzwelt auf den folgenden Seiten eine Transparenz-Liste veröffentlicht. Hier handelt es sich um Angaben der jeweiligen Gesellschaften. Fakt ist jedoch, dass einige der gemeldeten Umsatzzahlen im Missverhältnis zu den Zahlen unter http://www.ebundesanzeiger.de stehen.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den jeweiligen Ansprechpartner des Pools.
(Marc Oehme)
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