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Autos wie das Feuer und die Liebe

Maserati

Der liebe Gott hat, als er die Italiener erschaffen hat, ihnen auch einen Spritzer Benzin ins Blut gegeben. Anders ist es nicht zu erklären, dass dieses Land mobile Wunderwerke wie Ferrari, Lamborghini, Ducati, Moto Guzzi und nicht zuletzt auch Maserati hervorgebracht hat. Besonders viel davon hatten offenbar die Brüder Alfieri, Ettore, Ernesto und Bindo aus Bologna abbekommen, die 1914 unter ihrem Familiennamen – Maserati – den...

Grundstein für eine automobile Legende legten. Ihr erster wirklich großer Coup kam erst 1926 mit dem „Tipo 26“ mit für die damalige Zeit unerhörten Leistungswerten: aus einem 8-Zylinder Reihenmotor mit nur 1,5 Litern Hubraum drückten die Brüder mittels Turbokompressor schon 120 PS heraus.

Dieser Wagen war der Auftakt einer beispiellosen Siegesserie im Rennsport – 1929 baute Maserati schon einen V-16 Motor, der den Rennwagen „Tipo 4“ mit einer Geschwindigkeit von 246 km/h die Konkurrenz Staub fressen ließ. Die 30erund 50er-Jahre prägten den Ruf von Maserati als eine der besten Marken im Rennsport. In den 50er Jahren begann Maserati mit dem Bau von Straßenautos, mit der Philosophie, dass Performance-Sportwagen nicht unbedingt gefährlich, laut und unkomfortabel sein müssen. Die Maseratis dieser Periode sind immer noch Design-Legenden.

Heute präsentiert sich Maserati mit zwei Modellreihen: dem fast schon erotisch anzusehenden Coupé und seiner offenen Spider- Variante und dem eleganten, großstädtischen Quattroporte.



Coupé und Spider

Fließende Linien bändigen optisch die bullige Kraft des Maserati Coupé. Der elegante Sportwagen, innen übrigens mit genug Platz für vier Personen, wird von Maseratis aktuellem 4,2 Liter 8-Zylinder Kraftpaket befeuert, das ihn seidenweich in 4,9 Sekunden auf 100 Km/h und in der Spitze auf 285 Km/h beschleunigt. Von einer Abriegelung hat man bei Maserati schon 1929 nichts gehalten, dieser Standpunkt hat sich glücklicherweise nie geändert. Der Motor brummelt kernig und faucht bei Vollgas wie eine Raubkatze. Herrlich.

Was Fahrkultur ist, zeigt sich beim Interieur: hoher Komfort, intelligentes Design und kompromisslose Leistung bei Motorisierung und Fahrwerk. Anders als bei knochenharten Supersportwagen gibt es im Maserati Coupé Lebensart und Eleganz als Standardausstattung mit dazu.



Maserati Quattroporte – der Gentleman-Express

„Darf es auch etwas mehr sein?“ könnte es hier heißen. Der große Bruder des Coupé bietet elegantes Raumgefühl in Hülle und Fülle, klassisch-italienisch mit Holz und feinem Leder ausgeschlagen. Und dazu ein gewisses, schwer definierbares Etwas, das ihn von den Standard-Limousinen auf deutschen Straßen unterscheidet, so wie ein eleganter Mailänder seinen Frankfurter Kollegen irgendwie „altbacken“ aussehen lässt.

Unter der Motorhaube verrichtet beim Quattroporte ebenfalls der 4,2 Liter-Achtzylinder seinen Dienst. Leiser, gedämpfter als beim Coupé, aber – wenn es denn sein soll, beschleunigt er mit brachialer Kraft seiner 400 PS auf ca. 280 km/h. Eine schöne Reisegeschwindigkeit für eine Limousine. Und das Schönste zum Schluss: Kaum jemand in Deutschland fährt Maserati, es ist eine Marke für echte Individualisten und – derzeit noch – im Vergleich zu ähnlichen Sportwagen und Limousinen preislich günstig. Ein echter Geheimtipp also.

(Christoph Sieciechowicz)


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