Interview mit Wulf U. Schütz und Claus Quahl
Mass Affluent-Markt fest im Visier
Wulf U. Schütz, Claus QuahlDie Wiesbadener Finanzgruppe ARAGON AG ist bei ihrem strategischen Ansinnen, den Fokus auf beratungsanspruchsvolle Kunden zu setzen, erneut einen wichtigen Schritt nach vorne gegangen. Vor kurzem gab die Gruppe die Mehrheitsbeteiligung an der SRQ FinanzPartner AG, Tochterunternehmen der DAB bank AG, bekannt. Von Synergieeffekten wollen beide Seiten profitieren. finanzwelt sprach mit Wulf U. Schütz, Finanzvorstand der ARAGON AG, und dem SRQ-Vorstandsvorsitzenden Claus Quahl.
finanzwelt: Herr Schütz, war die Entscheidung zur Übernahme der SRQ Finanz-Partner AG auch der aktuellen Marktsituation geschuldet?
Schütz: Diesen strategischen Schritt haben wir eingehend und detailliert geplant. Im Mittelpunkt steht die konsequente Verfolgung unseres Vorhabens, die Fokussierung auf die Beratung von anspruchsvollen Privatkunden voranzutreiben. In diesem Kontext passt die SRQ sehr gut zu unserer Unternehmensphilosophie. Im Bemühen, weiteres Wachstum zu generieren, halten wir prinzipiell Ausschau nach entsprechenden Partnern.
finanzwelt: Herr Quahl, wie ist der Schritt zu bewerten, dass Sie nun, nach acht Jahren am Markt, Teil des ARAGON Konzerns werden?
Quahl: Wir haben für die ca. 82 % Anteile der DAB bank AG an unserem Unternehmen in der ARAGON AG den besten Investor und Partner im Markt gefunden. Die Entscheidung, uns von der DAB anteilmäßig zu trennen, ist eine seit längerem geplante, da der vor fünf Jahren praktizierte und geplante Ansatz, als Beratungsarm für B2C Kunden zu fungieren, in den letzten Jahren dort nicht weiter verfolgt wurde. Wir bleiben aber der DAB auch künftig als stabiler B2B Partner verbunden.
finanzwelt: Welche Synergieeffekte erhoffen Sie sich aus der Übernahme?
Quahl: Die Entscheidung letztendlich für ARAGON liegt vor allem darin, dass wir durch eine Migration der Gesellschaften SRQ FinanzPartner AG und FiNUM Finanzhaus GmbH in Deutschland sowie der FiNUM.Private Finance (ehemalige MLP Österreich) in Österreich, welche bereits Teil des ARAGON Konzerns sind, ein vertriebsstarkes und auf hohe Qualität orientiertes nach § 32 KWG zugelassenes Finanzdienstleistungsinstitut bilden werden. Den Beratern der bisherigen drei Gesellschaften sichern wir letztlich mit diesem Schritt Kontinuität und Stabilität in der Umsetzung ihres Geschäftsmodells.
Schütz: Durch den Merger streben wir die Qualitätsführerschaft in der ganzheitlichen Beratungsleistung für die Kunden und eine regionale Marktführerschaft im Zielkundensegment an. Die FiNUM.Private Finance rangiert automatisch auf einem Podiumsplatz im Markt für anspruchsvolle Beratung. Wir starten die neue Marke (Anfang 2012) mit rund 250 Beratern, die ungefähr 60.000 Kunden betreuen. Hier sehen wir noch deutliches Wachstumspotenzial.
finanzwelt: Herr Quahl, wie sieht Ihre persönliche Zukunft aus?
Quahl: Es freut mich, dass der Aufsichtsrat meinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender im letzten Monat bereits vorzeitig für weitere drei Jahre verlängert hat. Damit stehe ich in dieser Aufgabe der neuen gemeinsamen Gesellschaft gerne voran. Selbstverständlich bleibe ich weiterhin neben der ARAGON AG der größte Einzelaktionär der Gesellschaft. Beide Punkte hat ARAGON auch als Voraussetzung für ihre Beteiligung gemacht.
(Das Gespräch führte Alexander Heftrich)







