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FINANZWELT IM GESPRÄCH

Mehr als nur ein Haftungsdach

Die Privatbank Hesse Newman hat sich neben ihrem bisherigen Kerngeschäft im Bereich Finanzierungen neu aufgestellt und bietet Finanzdienstleistern eine den geänderten europäischen rechtlichen Rahmenbedingungen (z. B. MiFID ) angepasste Vielzahl von Dienstleistungen und Produkten an. Möglich wurde dies auch durch die Einbindung in die Unternehmensgruppe Finanzhaus Rothmann AG, die im vergangenen November an die Börse gegangen ist. FINANZWELT sprach mit Hans Haller, Leiter Partnervertrieb, und Richard Eibl, Vertriebsleiter PrivatBerater.

FINANZWELT: Können Sie in wenigen Worten das Profil beschreiben, mit dem sich die neue Hesse Newman Bank Finanzdienstleistern vorstellt?

HALLER: Wir haben uns in den letzten zwölf Monaten neu positioniert und konzentrieren uns ganz auf das Privatkundengeschäft. Wir verstehen uns als Servicebank, die Finanzdienstleistern moderne Produkte und eine offen Produktarchitektur anbietet. An unserer Seite können sie auch nach Umsetzung der MiFID und der VVR weiterhin ihr Geschäft betreiben und sogar Produkte anbieten, für die sie sonst nicht qualifiziert wären.

FINANZWELT: Sie bieten Finanzdienstleistern die Möglichkeit eines Haftungsdaches – wie können sie dieses Haftungsdach nutzen und was kostet es?

EIBL: Für Produkte, die wir ausdrücklich geprüft haben, übernehmen wir grundsätzlich die Haftung. Interessanter wird es für jene Finanzdienstleister, die bereit sind, ausschließlich für Hesse Newman zu arbeiten. Als PrivatBerater stehen sie komplett unter dem Haftungsdach der Bank. So können sie zusätzlich alle klassischen Bankprodukte bis zur Vermögensverwaltung und auch Instrumente, von denen sie nach der MiFID und §32 KWG ausgeschlossen sind, ihren Kunden anbieten. Kosten kann ich nicht beziffern, aber ich kann ihnen versichern, dass auch alle Geschäfte, die die PrivatBerater ohne uns sonst nicht hätten abschließen können, attraktiv verprovisioniert werden.

FINANZWELT: Bieten Sie darüber hinaus weitere Dienstleistungen bzw. Zugänge zu unterschiedlichen Pro- duktlinien oder beschränken Sie Ihr Angebot auf die für bis Ende dieses Jahres avisierten 20 PrivatBerater?

HALLER: PrivatBerater sind besonders eng an Hesse Newman gebunden. Solche Verbindungen müssen sorgfältig geprüft werden, von daher ist die Zahl 20 realistisch. Für alle, die nicht in die Ausschließlichkeit wollen, haben wir differenzierte Angebote entwickelt. In diesem Bereich gibt es keine Beschränkung. Jeder Finanzdienstleister, der als Partner mit uns eine Vertriebsvereinbarung schließt, kann von unserem Angebot profitieren. Welche Leistungen er im einzelnen in Anspruch nehmen möchte, bleibt dabei seine Wahl. Prinzipiell genießen alle Finanzdienstleister, die ein Kundenkonto bei uns eröffnen, 100-prozentigen Kundenschutz. Durch unser CRM unterstützen wir sie der MiFID entsprechend bei der Administration und Dokumentation. So stellen wir beispielsweise Beratungsbögen zur Verfügung, die immer den aktuellen rechtlichen Anforderungen entsprechen. Zudem erstellen wir Empfehlungslisten für den Fondsbereich, übernehmen Produktprüfungen und einiges mehr.

FINANZWELT: Bleiben wir einmal bei den PrivatBeratern: Welche Zielsetzung verfolgen Sie mit diesem Angebot im Hinblick auf die Kundenberatung und für welche Anlageberater könnte eine Zusammenarbeit mit Ihnen als PrivatBerater geeignet sein?

EIBL: Ganz klar: die Interessen des Kunden stehen im Mittelpunkt! Unsere PrivatBerater sind frei von Konzernvorgaben und so in der Lage, den Kunden objektiv und angesichts des Produktportfolios auch umfassend zu beraten. Unser Backoffice-Team unterstützt sie aktiv bei der Erstellung differenzierter Beratungslösungen und Finanzplanungen und in besonderen Themenbereichen wie Erbschafts- und Schenkungsplanung. Damit PrivatBerater die Klaviatur, die zur Verfügung steht, auch richtig einsetzen und den Kunden hochwertig beraten können, brauchen sie natürlich Erfahrung. Unser Idealkandidat blickt auf mehrere erfolgreiche Jahre in der Anlageberatung zurück. Zuvor hat er eine bankorientierte oder vergleichbare Ausbildung absolviert und Stärken in der umfassenden Beratung bewiesen. Was wir also suchen sind versierte Allrounder.

FINANZWELT: Nachdem erkennbar ist, dass der Markt der Finanzberatung derzeit heftigen Veränderungen ausgesetzt ist – welche Entwicklung sehen Sie für die nächsten ein bis zwei Jahre und wie würden Sie Ihre Antwort hierauf beschreiben?

HALLER: Die MiFID und die VVR werden umgesetzt, daran besteht kein Zweifel. Die Prognosen gehen von einer ausgeprägten Marktbereinigung aus. Freie Finanzdienstleister müssen sich fragen, ob sich als Einzelkämpfer der Aufwand lohnt, die neuen Richtlinien umzusetzen, oder es nicht sinnvoller ist, sich einen Partner zu suchen, der diesen Bereich abdeckt. Ende 2007 läuft die Übergangsfrist endgültig aus und ich kann allen Betroffenen nur empfehlen, sich mit den neuen Anforderungen vertraut zu machen. Hesse Newman hat ein überzeugendes Angebot auf den Tisch gelegt. In den kommenden zwei Jahren rechnen wir mit einem entsprechenden Zuspruch.

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