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Von der Managerin zur Tai Chi Lehrerin

Mein Erfahrungsbericht (Teil 5)

...Wann und wie Yin und Yang in den unterschiedlichen Lebenssituationen zum Ausgleich kommen, ist individuell sehr unterschiedlich. Wie bereits gesagt: Jeder Mensch ist anders.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung dessen, was ich meine, aus der Arbeitswelt, wenn es z. B. um Aufgabenverteilungen im Unternehmen geht. Oft habe ich von Führungskräften so etwas gehört wie: Die x ist super in ihren Ideen, aber zu wenig analytisch, der y kann zwar super rechnen, dem fehlt aber die Kreativität, der z ist im Detail äußerst zuverlässig, aber er hat überhaupt nicht den Blick fürs Ganze – ach ja??

Mal ehrlich, was sind denn das für Erwartungen? Nicht genug, dass jemand eine Sache super kann, nein, er soll das Gegenteil davon auch noch hervorragend beherrschen. Der Wunsch nach dem idealen Mitarbeiter (Chef, Kollegen oder aus anderen Bereichen, dem Partner, Kind, Freund, etc. etc.) ist irgendwie verständlich, aber er wird dem anderen nie gerecht. Bleiben wir beim Arbeitsleben:
Solche Tausendsassas gibt es (fast) nicht. Außerdem: Das, was er/sie toll kann, wird vor jeder Anerkennung schon relativiert, manchmal sogar geringgeschätzt, weil er/sie was anderes nicht kann. Ist dies nicht eher eine Herausforderung, ein intelligentes Team zusammenzusetzen, in dem jeder seine Stärken einbringt, die auch anerkannt werden, und die des anderen als Komplettierung der eigenen Stärken gesehen werden. Oder chinesisch ausgedrückt, das Yang des emotional begeisterten Kollegen, der Kunden und Geschäftspartner fesselt mit dem Yin des eher nach innen gewandten Rechenfreaks zu kombinieren.

Jeder Mensch ist anders – ist keine Banalität. Es ist eine Herausforderung (oder könnte es sein) für jeden, egal in welcher Position:

Für Führungskräfte zu erkennen, anzuerkennen, Respekt zu zollen, zu kombinieren in intelligenten Teamstrukturen und für den Gesamterfolg fruchtbar zu machen.

Für jeden Einzelnen, seine eigenen Stärken zu erkennen, aber auch seine Grenzen. Nur dann stehen auch Selbstvertrauen (auf die eigenen Stärken) einerseits und Respekt dem anderen gegenüber (Akzeptieren der eigenen Grenzen) in einem ausgewogenen Verhältnis.

Sich einbringen (können), ohne sich aufgeben zu müssen, könnte ein Ziel sein, an dem alle zu arbeiten hätten.

Schlusswort
Ich bedaure also nichts – auch nicht meine eigenen Fehler - und bin froh und dankbar für das, was ich in den jeweiligen Phasen meines Lebens lernen und auch weitergeben durfte. Jede Phase hatte ihre Besonderheiten und meine heutige Entwicklung ist ohne die vorherigen nicht denkbar.

Ich habe immer das Glück gehabt, mit jeweils außergewöhnlichen Menschen arbeiten und leben zu dürfen. Das ist etwas Besonderes. Vor allen anderen bin ich meinem Mann sehr dankbar, ohne den ich all das nicht geschafft hätte. Solche Phasen gehen vor allem an einem Partner nicht spurlos vorüber und fordern ihn sehr. Dennoch hat er mich in all der Zeit in jeder erdenklichen Hinsicht aufgefangen und unterstützt und mich - unbeeindruckt von der Meinung Außenstehender – immer wieder bestärkt einen Weg zu gehen, den wir beide nicht wirklich verstanden haben: "Wenn du das Gefühl hast, es hilft dir, tu es." Und so möchte ich zu guter Letzt meinen Dank gegenüber meinen derzeitigen Tai Chi Meistern aussprechen, die mir geholfen haben, das in mir schlummernde unbekannte Potenzial zu entdecken und zu entwickeln und mich ermutigt haben, meine Erfahrungen weiterzugeben. Und dieser Weg hat gerade erst begonnen!

Literaturempfehlungen:

Tai Ji Quan – Die Vollendung der Bewegung,
Ein Übungsbuch für Anfänger und
Fortgeschrittene,
Prof. Dr. med. Kubiena und Zhang Xiao Ping,
ISBN 3-85175-724-6

DUFT QI GONG
Ein einfacher Weg zu innerer Harmonie,
Prof. Dr. med. Kubiena und Zhang Xiao Ping,
zu beziehen u. a. über Amazon,
ISBN: 3-85175-788-2

(Jutta Fleck)


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