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EQ statt IQ

Mit emotionaler Intelligenz berufliche Visionen erfolgreich verwirklichen

Viele Menschen wundern sich, warum sie nicht den Erfolg im Berufsleben haben, den sie sich erträumen. Insbesondere, wenn sie viel Engagement und Leistungsbereitschaft zeigen, sich laufend fortbilden und Fachkompetenz aneignen. Und doch geht die Karriere nicht so voran, wie man es sich erträumt. Warum?

Wenn ich nur eine einzige Voraussetzung für den dauerhaften beruflichen Erfolg nennen dürfte, dann wäre es die Selbsterkenntnis. Anders ausgedrückt: „Sie müssen sich selbst so gut kennen, dass Sie sich in jeder Situation als Ihren besten und teuersten Berater der Welt nutzen können.“ Und dies ist keine unlösbare Aufgabe, denn der Schlüssel hierfür liegt in der emotionalen Intelligenz, die jeder mit in die Wiege gelegt bekommt. Zu diesem Zeitpunkt sind alle Nervenzellen für die Ausprägung sämtlicher emotionaler Fähigkeiten vorhanden. Werden sie dann aber nicht geschult, verkümmern sie.

Was versteht man nun aber unter der emotionalen Intelligenz? Im Allgemeinen lassen sich darunter drei persönliche und zwei soziale Komponenten subsumieren:
  • Selbstwahrnehmung unserer Motive, Bedürfnisse, Gefühle, Stärken und Schwächen

  • Selbstregulierung unseres Fühlens, Denkens und Handelns

  • Selbstmotivation auch in schwierigen Phasen oder nach Niederlagen

  • Empathie für die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen

  • Soziale Fähigkeiten für ein funktionierendes Kontakt- und Konfliktmanagement
Diese Elemente geben uns die Möglichkeit, in unserem Leben emotional kompetentes Handeln zu entwickeln und im Beruf zielführend einzusetzen. Beispielhaft lassen sich hierfür Erfolgswille, Gewandtheit, Durchhaltevermögen, Mitarbeitermotivation, Teamarbeit und Effektivität anführen.
Wie kann ich also die emotionalen Fähigkeiten (wieder) aktiv nutzen? Entscheidend ist, dass man das Pferd nicht von hinten aufzäumt. Das heißt, es muss zunächst mit dem Training der persönlichen Kompetenzen begonnen werden, bevor der Umgang mit anderen Menschen verbessert werden kann.

E – N – A – L – ein einfaches Konzept für das Training aller fünf Elemente. Sobald man das eigene Fühlen, Denken und Handeln nicht versteht oder steuern kann, sollte man sich in einem inneren Dialog darauf Einlassen und Nachfragen. Am Anfang ist es sehr schwierig, sich selbst die richtigen Fragen zu stellen, denn oftmals hat man dies schlichtweg verlernt. Die Antworten, die man bekommt, soll man dann auch Annehmen, sich entscheiden und Loslassen. Die Vorteile der konsequenten Anwendung dieses Konzeptes liegen auf der Hand: Man lernt sich selbst immer besser kennen und vertraut zunehmend seinen Entscheidungen. So entsteht Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, auch wenn wir dabei nicht immer den Erwartungen anderer entsprechen. Aber schließlich sind wir nicht auf dieser Welt, um „Everybody`s Darling“ zu sein.

Zunehmend erkennt man auch seine (wahren) Stärken und welche Tätigkeit die eigenen Potenziale in einen Flow- Zustand (alle unsere Fähigkeiten befinden sich in einem harmonischen Fluss) versetzt. Dieses Wissen lässt uns die richtigen beruflichen Ziele formulieren, wofür wir dann unsere Ressourcen optimal einsetzen. Auf diese Weise vermeiden wir das berühmte „Rennen im Hamsterrad“ und ermöglichen uns selbst dauerhaften Erfolg.

Und doch gibt es Zeiten, in denen sich die „Umstände“ scheinbar gegen einen stellen und uns der Mut verlässt. In solchen Situationen motiviere ich mich mit folgendem Szenario: „Wenn ich noch nicht einmal versuche, meine Vision zu leben, dann kann ich noch nicht einmal scheitern. Und das wäre weniger als nichts!“ Mit einer Verbesserung der persönlichen Kompetenzen werden wir zunehmend erkennen, dass wir unsere eigene Wirklichkeit selbst konstruieren. Dadurch lernen wir zu akzeptieren, dass sich jeder seine eigene Realität erschafft (Lehre vom Konstruktivismus). Erst wenn man an diesem Punkt angelangt ist, hat man die innere Reife zu einer Steigerung der sozialen Fähigkeiten. Nun fällt es uns leichter, kompetent auf andere Menschen einzugehen, deren Vielfalt zu nutzen und Führungsqualitäten zu entwickeln.

Emotional kompetentes Handeln heißt aber ganz sicher nicht, immer nett zu sein oder seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Vielmehr ist es für ein harmonisches Miteinander erforderlich, deutlich die eigenen Grenzen zu setzen. Dieses
Erfordernis wird gerade beim Umgang mit Konflikten deutlich. Entscheidend ist hierbei, dass man seinen Konfliktpartner nicht mehr in Form der Kritik „Du bist schlecht“ angreift, sondern ihn mit den eigenen Gefühlen konfrontiert „Ich fühle mich schlecht behandelt“. Und ganz ehrlich: Über was wissen wir besser Bescheid als über unsere eigenen Gefühle? Die kann uns nämlich niemand streitig machen.

Auch seine Mitarbeiter zu motivieren, fällt einem in Kenntnis der Selbstmotivation nun relativ leicht. Es gilt hier das Gleiche wie für einen selbst: Man muss die Stärken, Bedürfnisse und Motive der Kollegen erkennen und Grenzen der freien Entfaltung im Unternehmen aufzeigen. Mit einer authentischen Kommunikation heißt es dann, gemeinsame Ziele zu finden und Synergien zu erzeugen. Es wird deutlich, dass die Höhe des „EQ“ dadurch bestimmt wird, wie gut wir mit uns selbst und unseren Mitmenschen umgehen können. Umso besser uns das gelingt, umso größer ist der berufliche Erfolg, denn zumindest mit einem Menschen müssen wir immer zusammenarbeiten: mit uns selbst!

(Alexandra Ehlert)


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