Containerfonds
Mit Stahlboxen gegen alle Wetter gefeit?

Container scheinen kurzfristig immun gegen die Schwankungen der Seeverkehrsmärkte.
Container und Containerschiffe bilden die beiden Seiten einer Medaille. Ohne Container könnten die Massen an Stückgut kaum befördert werden, aber ohne Containerschiffe würden die Metallkisten nutzlos in den Häfen vor sich hin rosten. Oder wie es Prof. Dr. Burkhard Lemper vom Institut für Verkehrswirtschaft und Logistik ausdrückt: „Beide zusammen bilden das Erfolgssystem Container."
Gleichwohl gelten Containerschiffe und Container als zwei unterschiedliche Assetklassen, auch wenn die Containerfonds in der Statistik von Feri als Spezialitäten erfasst werden. Große Aufmerksamkeit erregte Johann Killinger, geschäftsführender Gesellschafter von Buss Capital, dem Marktführer von Containerfonds, der aber seit kurzem auch mit Container-Feederschiffen auf dem Markt ist, als er sich auf dem Feri-Symposium „Beteiligungsmodelle 2009" Anfang Februar in München von den Containerschiffen abzusetzen versuchte. Er hält die Container in der jetzigen Finanzkrise für eine bessere Anlage als die Containerschiffsfonds.
Jedenfalls ist die Volatilität auf dem Markt für Containerschiffe weitaus größer als im Containerleasingmarkt. Zwischen 1999 und Herbst 2008 gab es für den Hamburg-Index, der die Charterraten in der Containerschifffahrt widerspiegelt, zwischen dem Höchst- und Tiefststand eine Spanne von etwa 70 %, für die Containerleasingraten lediglich von 30 %. Der Grund: Die Produktion kann bei Containern sehr flexibel an Marktveränderungen angepasst werden. „Container werden maximal drei Monate im Voraus bestellt", konstatiert Killinger. Containerschiffe werden in der Regel zwei Jahre nach der Order ausgeliefert. „Kurzfristig kann sich der Containermarkt von der Marktentwicklung der Containerschiffe abkoppeln", glaubt auch Claus Hermuth, der Chef der DCM AG, die derzeit den Deutschen Containerfonds Madeira 3 anbietet. Ob das auch langfristig möglich ist, muss sich zeigen. Immerhin wird der Containerumschlag auch im Krisenjahr 2009 um 4 % wachsen. Manche Branche wäre froh, im Boom mit solchen Zuwächsen kalkulieren zu können.
Ursprünglich wollte DCM den Deutschen Containerfonds Madeira 3 im Herbst letzen Jahres auf den Markt bringen. Rechtzeitig erkannte DCM ein Bonitätsproblem eines Mieters. Die Container des Fonds sind nicht nur langfristig komplett (durchschnittliche Restlaufzeit von 3,8 Jahren), die Leasingnehmer haben auch ein durchschnittliches Dynamar-Rating von 2,56 - auf einer Skala von 1 (Bestnote) bis 10.
„Attraktiv ist gerade im derzeitigen Marktumfeld die kurze Laufzeit von 7 Jahren", erläutert Hermuth. Die Ausschüttungen erfolgen bei DCM und Buss Capital vierteljährlich, anders als bei Schiffsfonds, die nur einmal im Jahr auszahlen. DCM und Buss Capital haben zudem Lösungen gefunden, die erhebliche steuerliche Vorteile bieten. Buss nutzt die günstige Besteuerung (8 %) in Singapur. Der DCM-Fonds nutzt eine Betriebstätte auf Madeira (Portugal), die als Sonderwirtschaftszone (Ende 2020) bis 2011 keine Ertragssteuern erhebt. 2012 beträgt der Satz lediglich 4 % und danach 5 %. Und es gilt kein Progressionsvorbehalt (anders als in Singapur).
(Dr. Leo Fischer)







