Der Milliardenmacher
MPC
Die MPC Capital AG konnte im vergangenen Jahr ihren Vor- jahreswert von 159,2 Millionen Euro um 51 Prozent auf 240,2 Mil- lionen Euro steigern. Die Basis bildete das platzierte Eigenkapital in Höhe von 1,093 Milliarden Euro, mit dem das Hamburger Emis- sionshaus seinen Vorsprung im Markt deutlich weiter ausbauen konnte. MPC handelt nach der Direktive: Gewollt ist, was sich...
für den Anleger langfristig rechnet. Das gefällt dem Anleger. Produkte werden also direkt an der Vermarktungsfähigkeit ausgerichtet. Was dies anbelangt, war MPC in den vergangenen Jahren mehr als ein- mal Innovationsführer.FINANZWELT sprach mit dem MPC-Vorstand Ulrich Oldehaver über die Entwicklung des Marktes und die kommenden Ideen seines Hauses.
FINANZWELT: Wie schätzen Sie den Erfolg des vergangenen Jahres ein?
Oldehaver: Erfreulich, auch im Hinblick darauf, den Interessen unserer Aktionäre entsprochen zu haben.
FINANZWELT: Zieht der Erfolg des letzten Jahres nicht die Hoffnung Ihrer Aktionäre nach sich, dass Sie im nächsten Jahr die gleichen oder noch bessere Ergebnissen erzielen?
Oldehaver: Diese Frage haben wir uns auch schon gestellt, denn die Entwicklung der letzten Jahre war recht dynamisch. Wir haben uns aber für eine konservative Planung entschieden und streben in diesem Jahr einen Eigenkapitalumsatz zwischen 700 und 800 Millionen Euro an.
FINANZWELT: Was behindert nach Ihrer Einschätzung am meisten weiteres Wachstum?
Oldehaver: Die fehlende Verfügbarkeit von interessanten Projekten. Genau genommen ist der Schiffsbeteiligungsmarkt derzeit vielleicht nicht überhitzt, aber auf einem sehr hohen Kaufpreisniveau. Da müssen sie als verantwortungsvoller Initiator durchaus abwägen, welche Investitionen noch Sinn machen. Gleiches gilt auch für den Immobilienmarkt: steigenden Kaufpreisen steht hier – zumindest in einigen Fällen – nicht einmal die entsprechende Vermietungssituation gegenüber. Die Grenze des Machbaren verschiebt sich also.
FINANZWELT: Welche neuen Themen beschäftigen Sie denn?
Oldehaver: Ich möchte bezüglich unserer neuen Projekte nicht vorgreifen, die wir in Kürze der Öffentlichkeit und unseren Vertrieben präsentieren werden. Da müssen Sie sich leider noch etwas gedulden. Wir machen uns aber unterschiedlichste Gedanken und prüfen viele neue Projekte. So finden wir Infrastrukturfonds derzeit sehr spannend. Warum sollte es beispielsweise in Zukunft nicht sinnvoll sein, Hafenerweiterungen mit Geld privater Anleger zu finanzieren, wenn sich hier beispielsweise ein Engpass im internationalen Containerhandel abzeichnet?
FINANZWELT: Auch Ihr Haus profitiert zunehmend vom gestiegenen Umsatz der Banken. Wie ist denn Ihr Verhältnis zu den freien Vertrieben?
Oldehaver: Für uns nehmen nicht bankengebundene Vertriebe nach wie vor einen großen Stellenwert ein. Wir bedauern es aber ein wenig, dass die freien Vertriebe trotz deutlich gestie- gener Qualifizierungsbestrebungen bislang die Chance nicht ausreichend nutzen konnten, sich in der Öffentlichkeit entsprechend zu positionieren.
FINANZWELT: Mitbewerber müssen neidlos zugestehen, dass Sie als börsennotiertes Unternehmen für Vermittler ein interessanter Partner sind – auch im Hinblick auf mögliche Haftungsfragen...
Oldehaver: Das ist ja auch nicht von der Hand zu weisen. Zum einen können wir in Anbetracht der äußeren Kontrolle nicht im Dunkeln arbeiten, zum anderen bietet unsere komfortable Eigenkapitalausstattung viele Möglichkeiten. Wir können schnell und zu günstigen Konditionen Projekte erwerben, könnten auch mal mit einer Finanzspritze bei schiefliegenden Objekten einspringen – schließlich hat sich unser Name längst bei potentiellen Investoren herumgesprochen. Wer finanzieren möchte, stößt unweigerlich auf MPC. Und für Vermittler sind wir aufgrund der genannten Punkte ein sicherer Partner.
FINANZWELT: Einige Initiatorenhäuser – gerade im Bereich der Schiffsbeteiligungen – können auf viele „Wiederholungstäter“ verweisen. Trifft dies auch für Ihr Haus zu?
Oldehaver: Wir betreuen derzeit über 100.000 Kunden, von denen 22 Prozent Mehrfachzeichner sind. Wir denken, damit sind wir im oberen Drittel.
FINANZWELT: Wie würden Sie abschließend die eindeutig am Markt erkennbare Dynamik bewerten?
Oldehaver: Ich habe den Eindruck, dass sich viele Anlageberater das Jahr 2004 sehr hoch „aufgehängt“ hatten und nun Bedenken haben, dass es im Jahre 2005 vielleicht nicht ganz so gut laufen könnte. Insofern sind viele Verkäufer, die wir erleben, mit einer großen Kraft und Dynamik am Markt unterwegs, um den Erfolg des letzten Jahres zu wiederholen. Wir werden dabei alles daran setzen, sie hierbei zu unterstützen.







