Datum: 02.08.2011
Multi Asset Total Return - Der "goldene" Weg?
Der Vorteil der Multi Asset Total Return-Strategie liegt in der dynamischen Allokation verschiedener Anlageklassen, verbunden mit einer konsequenten Verlustbegrenzung. So wird es jedenfalls von Seiten der Anbieter kommuniziert. finanzwelt ging der Sache auf den Grund und fragte bei Matthias Bart, Vorstand der SEB Asset Management, nach.
finanzwelt: Herr Bart, was zeichnet die Multi Asset Total Return (MATR)- Strategie Ihres Hauses aus?
Matthias Bart: Der Vorteil dieser Strategie liegt in der dynamischen Allokation verschiedener Anlageklassen, verbunden mit einer konsequenten Verlustbegrenzung. Diversifikation und Sicherheit stehen bei Investoren, speziell in der momentanen Situation, hoch im Kurs. Wir messen die absolute und relative Kursbewegung sowie die Korrelation von mehr als 100 Assetklassen zueinander und leiten letztlich daraus die Strategieempfehlungen ab.
Traditionelle Buy-and-Hold-Ansätze sind für viele Anleger nicht geeignet, da sie bei Extremsituationen an den Märkten dazu neigen, in ihre Strategie einzugreifen – und das ist oft nicht zu ihrem Vorteil. Um positive Erträge zu erwirtschaften, ist es erforderlich, in allen Marktphasen richtig aufgestellt zu sein. Dazu gehört beispielsweise auch, in turbulenten Märkten Risikopositionen rasch abzubauen. Dies ermöglicht unser MATR-Modell.
finanzwelt: In welche Anlageklassen investieren Sie?
Matthias Bart: Grundsätzlich sind Investitionen in Anlageklassen wie z.B. Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Währungen, Geldmarkt, Rohstoffe, Hedgefonds und bis zu 100 % in Aktien möglich. Unser quantitatives Bewertungs- und Handlungsmodell orientiert sich an einer positiven Renditeerzielung über einen gleitenden 12-Monatszeitraum. Dabei richten wir uns nach keiner Benchmark. Mit drei bestehenden Produktlösungen - unser Konzept datiert aus 2008 – decken wir unterschiedliche Anlagerisiken ab. So wurde beispielsweise unser Multi Asset Balance (WKN:602833) von Morningstar mit 4 Sternen ausgezeichnet.
finanzwelt: Welche Markteinschätzungen impliziert das Modell gegenwärtig zu einzelnen Assetklassen?
Matthias Bart: Was als Schuldenkrise einzelner Länder begann, hat sich zu einer ernsthaften Bedrohung der globalen Finanzmarktstabilität entwickelt, da auch die USA als Leitmarkt betroffen sind. Noch gibt es für die wachsende Staatsverschuldung keinen langfristigen Ordnungs- bzw. Lösungsrahmen. Deshalb werden insbesondere die Staatsanleihen der Euro-Peripherieländer seit Monaten gemieden. Bei Aktien sind wir eher defensiv eingestellt. Allenfalls sind noch Engagements in Zentral- und Osteuropa sowie in den Branchen Gesundheitswesen und Immobilienaktien empfehlenswert. Unternehmensanleihen im Investment-Grade und bei höherer Risikotoleranz auch im „High Yield-Segment“ bieten weiterhin ein gutes Rendite-Risiko-Verhältnis, da die Unternehmen eine solide Ertragslage aufweisen und nicht überschuldet sind.
Das Interview führte Alexander Heftrich








