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Interview mit Jens Nordahl

Multi-Manager-Fonds versus Dachfonds

IKANO FUNDS wurde 1999 von der IKANO Group gegründet, um ein interessantes, aber konservativ gemanagtes Anlageinstrument zu kreieren. Die IKANO Group wurde von Ingvar Kamprad, dem Gründer des weltweiten Einzelhändlers IKEA, in den 90er Jahren gegründet. Derzeit werden IKANO FUNDS privaten Investoren in Schweden, Deutschland und Luxemburg angeboten. Jetzt will die Vermögensverwaltung verstärkt qualifizierte Fondsvermittler für sich gewinnen. FINANZWELT sprach mit dem Managing Director Jens Nordahl.

Kontakt: www.ikanofunds.de

FINANZWELT: IKEA ist ein weltweit bekannter Einzelhändler. Welche Ähnlichkeiten bestehen Ihrer Meinung nach zwischen IKANO FUNDS und IKEA?

Nordahl: Die beiden Unternehmen sind in vollkommen unterschiedlichen Geschäftsbereichen tätig, sie teilen jedoch die gleiche Unternehmenskultur. Darüber hinaus liegt die Stärke in der konsequenten Umsetzung eines klar definierten Konzepts. Im Falle von IKANO FUNDS besteht dieses in einem Multi-Manager Ansatz für die Verwaltung unserer Investmentfonds.

FINANZWELT: Wie funktioniert das Multi-Manager Konzept im Wesentlichen?

Nordahl: Eine gute Analogie zum Multi-Manager Konzept ist ein Fußballteam mit IKANO FUNDS als Trainer und den Investmentmanagern als unsere Spieler. Zunächst wählen wir systematisch die nach unserer Überzeugung zukünftig besten Spieler weltweit. Dann bilden wir Teams, in denen die einzelnen Spieler ihren verschiedenen Stärken entsprechend eingesetzt werden. Durch Kombination unterschiedlicher, sich ergänzender Stile und Fähigkeiten entstehen daraus Fonds mit attraktiven, risikojustierten Renditen. Kurz gesagt sind wir der Auffassung, dass ein Multi-Manager auf lange Sicht bessere Renditen liefert –bei einem niedrigeren Risiko – als irgendein einzelner Manager.

FINANZWELT: Welche Vorteile bieten sich dem An leger bei einem Multi-Manager-Fonds gegenüber einem Dachfonds?

Nordahl: Sowohl Dachfonds (Funds of Funds)als auch Multi-Manager-Fonds versuchen die besten Fondsmanager zu identifizieren und zu kombinieren, um ein neues Portfolio aufzubauen. Während jedoch die Grundprinzipien für beide Anlageinstrumente mehr oder weniger gleich sind, gibt es bei der Umsetzung fundamentale Unterschiede.

Erstens erhält der Kunde mit einem IKANO-Multi-Manager-Fonds ein Produkt mit einer niedrigeren und transparenteren Kostenbasis. Der Multi Manager erteilt den Vermögensverwaltern einen direkten Auftrag, anstatt in andere Fonds zu investieren. Dadurch sparen wir eine Stufe der Fondsverwaltung, was unseren Kunden zugute kommt. Praktisch bedeutet das, dass die Gesamtkosten bei einem Dach fonds im Verhältnis normalerweise höher sind.

Zweitens hat der Multi-Manager die Möglichkeit, auf das gesamte Universum der Anlageexperten zurückzugreifen. Ein Dachfonds in Europa ist üblicherweise darauf beschränkt, nur in börsennotierte Fonds in Europa zu investieren. Das bedeutet, dass ein europäischer Dachfonds nicht in den USA anlegen kann – wo viele der talentiertesten Vermögensverwalter sind.

Drittens kann der Multi-Manager-Fonds wirklich unabhängig auswählen. Der Dachfonds wird oft durch die Anforderungen des Marktes dazu veranlasst, die Renner-Fonds der Vergangenheit für sein Portfolio auszuwählen. Allerdings sind diese nicht notwendigerweise auch die Top-Performer der Zukunft. Schließlich ist ein Dachfonds verpflichtet, die Anlageentscheidungen eines einzelnen Fondsmanagers hinzunehmen. Der Multi-Manager Ansatz ermöglicht uns, Anlagerichtlinien maßzuschneidern, die den jeweiligen Stärken unserer Manager entsprechen. Auf diese Weise konzentrieren sie sich auf den Teil des Marktes, bei dem sie einen Wettbewerbsvorteil erzielen können.

FINANZWELT: Inwiefern setzt IKANO FUNDS Technologie ein, um die Auswahl der Manager zu vereinfachen?

Nordahl: Wir unterhalten eine eigene Datenbank, die 80.000 Anlageprodukte und über 6.000 Investmentmanager rund um den Globus enthält. Die Datenbank umfasst umfangreiche Informationen über monatliche Renditen, Fondsmerkmale über bestimmte Zeiträume, Charakteristiken der Anlageverfahren der Vermögensverwalter und vieles mehr. Die Hauptquelle ist eine Datenbank von Lipper. Wir fügen quantitative und qualitative Informationen von anderen Datenbanken und aus unserem eigenen Research hinzu.

FINANZWELT: Wie identifizieren Sie die Manager? Nach welchen Hauptkriterien halten Sie Ausschau?

Nordahl: Die Identifizierung, Auswahl und Kombination von Managern bilden den Kern unseres Geschäfts. Anhand unserer Datenbank suchen wir nach denjenigen, die über einen längeren Zeitraum hervorragende Ergebnisse geliefert haben. Wir legen das Risikoprofil, den Anlagestil, seine konsequente Anwendung in der Vergangenheit so wie detaillierte Produktmerkmale für jeden fest, der die quantitativen Kriterien erfüllt. Schließlich machen wir uns ein Bild über die Stärken und Schwächen eines Managers durch regelmäßige Treffen mit den Personen, die die Anlageentscheidungen letztlich treffen.

FINANZWELT: Wie funktioniert dieses unmittel bare Auswahlverfahren?

Nordahl: IKANO FUNDS beschäftigt ein eigenes Team von Portfoliomanagern, um Investmentmanager aus der ganzen Welt zu treffen und zu beurteilen. Das Team besteht aus erfahrenen Anlageexperten aus der Vermögens- und Fondsverwaltungsbranche. Wenn wir mit einem Manager in Kontakt treten, sprechen wir dieselbe Sprache. Wir stellen ein klares und verständliches Profil über jeden potenziellen Manager zusammen. Dabei berücksichtigen wir ihre Performance, Philosophie, Anlageverfahren, Mitarbeiter, ihr Portfolio und die Organisation, für die sie arbeiten.

FINANZWELT: Wie erfolgt die Kombination der Investmentmanager?

Nordahl: Auch bei den besten Managern kommt es vor, dass ihre Performance unter dem Markt durchschnitt liegt. Aus diesem Grund kombinieren wir mehrere, einander ergänzende Manager. Auf diese Weise wird das Risiko eines einzelnen Managers begrenzt. Genauso wie ein Manager sein Risiko durch die Streuung der Aktien in seinem Portfolio diversifiziert, werden unsere Fonds von mehr als einem Manager verwaltet.

FINANZWELT: Und das Ergebnis?

Nordahl: Unsere Fonds haben zum Ziel, über kurze Zeiträume konstant eine geringfügig bessere Entwicklung als der Markt zu erzielen. Längerfristig – über Jahre –sollten sich diese allmählichen Wertzuwächse in einer wesentlichen Überperformance gegenüber dem Marktdurchschnitt –unabhängig vom Marktzyklus –niederschlagen.

FINANZWELT: Was geschieht, wenn die Ergebnisse in die falsche Richtung laufen?

Besteht die Möglichkeit, den Vertrag eines Managers vorzeitig zu kündigen?

Nordahl: Absolut. Es gibt zahlreiche Situationen, die unser Vertrauen in einen Manager negativ beeinflussen können. Zum Beispiel könnten der Weg gang von Kernpersonal oder eine Unternehmensübernahme ein Auslöser dafür sein. Unsere Aufgabe besteht darin, Manager zu ersetzen, bevor sie uns enttäuschen, nicht erst danach. Wir haben eine Liste von Managern, die kurzfristig die Stelle bisheriger Manager übernehmen können, u die Kontinuität innerhalb jedes unserer Produkte zu gewährleisten.

FINANZWELT: Hat das IKANO-Multi-Manager Konzept die Erwartungen erfüllt?

Nordahl: Insgesamt haben die Kunden unseren Ansatz insbesondere in Zeiten volatiler Märkte geschätzt. Das beweist, dass wir das richtige Konzept zur richtigen Zeit anbieten. Seit der Auflegung im September 1999 konnte unser führendes Produkt – der Global Equity Fund –die Benchmark wesentlich überbieten.

(Anke Dembowski)


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