Zahnzusatzpolicen
Mut zur Lücke

Die Deutschen sagen „Ja“ zu Zahnzusatzversicherungen. So haben bereits über 11 Millionen gesetzlich Krankenversicherte diese finanzielle Zahn-Vorsorge abgeschlossen. Tendenz steigend. Hierbei wird gerne der Eindruck durch die Werbung vermittelt, dass eine Police sämtliche Zuzahlungen auffängt. Macht sie aber nicht. Dennoch kann sich eine private Zusatzversicherung lohnen, wenn in Zukunft teure Zahnversorgungen anstehen.
Laut einer aktuellen Umfrage der Stiftung Warentest mussten nahezu alle Befragten (96 %) für ihren Zahnersatz eine private Zuzahlung leisten. Mehr als 50 % gaben dabei an, dass sie über 500 Euro „aus der eigenen Tasche" nachzahlen durften - einige (5 %) sogar mehr als 5.000 Euro für umfangreiche oder anspruchsvolle Versorgungen. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 13 Millionen Zähne gezogen - mit Trend nach oben. Da Zähne ziehen zwar eine für den Kassenversicherten kostenlose Leistung ist, der damit verbundene Zahnersatz aber eben keine Leistung ohne Zuzahlung darstellt, wird schnell klar, wie teuer die Versorgung für den Einzelnen werden kann.
Fakt ist: Keine Zahnzusatzpolice wird alles abdecken können. Auch wenn es nicht die eigentliche Arbeit eines Maklers darstellt, dennoch sollte er seinen Kunden vor Abschluss einer Police zum Zahnarzt schicken. Hier bekommt er die nötigen Informationen, welche Leistungen abgesichert werden sollten. Und auch so wird dann schnell klar, dass manche Versicherungen zwar unglaublich billig sind, jedoch Bedingungen beinhalten, die eine Vielzahl von Leistungen ausschließen. Eine Kontrolle darüber ist eine Art Auskunftsbogen über den aktuellen Zustand der Zähne oder über voraussichtlich bevorstehende Zahnbehandlungen. Wichtig dabei: Analog zu anderen Versicherungen (Berufsunfähigkeit, Lebensversicherung) kann eine Fehlauskunft zu fatalen Folgen bis hin zur Nichtleistung des Versicherers führen.
„Die Unterschiede bei Zahnergänzungsversicherungen sind gravierend. Es ist wichtig, dass der Kunde die Angebote vergleicht und sich nicht auf Tarife einlässt, die auf den ersten Blick besonders günstig erscheinen. Denn in den meisten Fällen sind auch die Leistungen knapp bemessen", so Dr. h. c. Josef Beutelmann, Vorstandsvorsitzender der Barmenia. Bevor die Tarife verglichen werden, gilt es, wichtige Faktoren zu berücksichtigen, wie: Welche Leistungen beinhaltet der Tarif (Inlays, Implantate, privatzahnärztliche Mehrkosten, Kieferorthopädie, aufwändige Zahnbehandlungen)? Bis zu wie viel Prozent leistet die Police? Sind Leistungen nach der Wartezeit tariflich unbegrenzt? Leistet der Tarif auch, wenn die gesetzliche Krankenversicherung nicht leistet? Werden Zahnarztrechnungen bis zum festgelegten Höchstbetrag der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) erstattet?
Die Art der Kostenübernahme ist ein wesentlicher Faktor. Manche Tarife, z. B. Karstadt Quelle Dental Vorsorge +100, erstattet den doppelten Festzuschuss der Krankenkasse. Klingt zunächst gut, doch das Doppelte von null ist auch null - kostet die Zahnbehandlung 2.500 Euro und ist der Festzuschuss gerade einmal 250 Euro, dann erhält der Versicherte 500 Euro und bleibt auf 2.000 Euro Kosten „sitzen". Besser sind also Tarife, die einen prozentualen Anteil am Gesamtrechnungsbetrag leisten - zum Beispiel, wenn sich der Versicherer zu 70 % an den Kosten beteiligt. Natürlich muss hier auch wieder gefiltert werden: So erstatten die Tarife ZEG von Karstadt- Quelle und von Neckermann zwar 35 % des Rechnungsbetrages - für Implantate sogar 65 % - Inlays sind aber ausgeschlossen.







