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Interview mit Ralph Prudent

Nachhaltigkeit in Euro und Cent

Ralph PrudentRalph Prudent

Nachhaltige Investments sind trotz Krise weiter interessant, weil Nachhaltigkeit nicht nur der Umwelt nützt, sondern auch effizienteren Einsatz von Ressourcen bedeuten sollte. Wir sprachen darüber mit Ralph Prudent, Geschäftsführer des Fondsanbieters Ökoworld.

finanzwelt: Hat die Finanzkrise zu einer Neubewertung der „grünen“ Investments geführt?

Prudent: Die Sensibilität der Anleger gegenüber kritischen Geschäftspraktiken hat sich deutlich erhöht. Man traut den nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen nicht nur den verantwortungsvolleren Umgang mit dem Geld der Investoren zu. Vielmehr setzen die Anleger zunehmend darauf, dass diese Unternehmen dank besserer Risikomanagementsysteme, umwelt- und sozialverträgliche Produktionsprozesse und wegen ihrer zukunftsweisenden Produkte künftig Wettbewerbsvorteile haben werden und damit das höhere Ertragspotenzial. Umweltrisiken, wie wir sie derzeit mit BP im Golf von Mexico erleben müssen, und damit einhergehend immense Schadensersatzzahlungen von Unternehmen, werden in strikt nachhaltigen Portfolios eben ausgeschlossen.

finanzwelt: Es hat in den letzten Monaten viele Diskussionen um die Solar-Förderung gegeben. Wo sehen Sie Lösungen?

Prudent: Die reduzierte Förderung von Solarstrom sollte der Markt bald verdaut haben. Zunehmender Wettbewerb und sinkende Produktionskosten haben die Errichtung von Solaranlagen vergünstigt. Jetzt ist eine Phase der Konsolidierung. Die Koalition will ausdrücklich den Eigenverbrauch stärken. Solaranlagenbesitzer, die den Strom selbst verbrauchen anstatt ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen, haben einen zusätzlichen Nutzen: Sie müssen keinen bzw. weniger Strom von außen einkaufen und erhalten eine Eigenverbrauchs-Vergütung. Die staatlichen Förderprogramme innerhalb Europas unterscheiden sich stark. Man sollte alle Möglichkeiten zu einer Harmonisierung der Förderung in Europa nutzen.

finanzwelt: Welche Chancen sehen Sie für die erneuerbaren Energien in den Emerging Markets?

Prudent: Die Schwellenländer müssen die gesamte Infrastruktur an höhere Wohlstandsniveaus anpassen. Dieser Ausbau erfordert den Einsatz modernster Technologien. Erneuerbare Energien spielen dabei eine wichtige Rolle. Wir dürfen nicht vergessen, dass fossile Energieträger endlich sind. China verbraucht bereits heute fast 50 % der weltweiten Steinkohleförderung für die Energieerzeugung. Dies ist nicht unendlich steigerbar und Atomkraft kein Ersatz! Erneuerbare Energien tragen dazu bei, diese Staaten von teuren Öl- bzw. Kohleimporten unabhängiger zu machen und natürlich die CO2-Belastung zu reduzieren.

finanzwelt: Gibt es anlagerelevante Unterschiede zwischen Energiegewinnung, Wasserreinhaltung und Klimaschutz?

Prudent: Erneuerbare Energien und Wasser sind zwei Seiten einer Medaille: Der Klimawandel wirkt sich nachteilig auf die Verfügbarkeit von Wasser aus. Klimaschutz wirkt also quasi als Klammer. Weiterhin sind die Verfügbarkeit von Energie und Wasser die Grundvoraussetzungen für wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstandsteilhabe gerade in den aufstrebenden Nationen. Es geht aber auch um Energieeffizienz und Versorgungssicherheit. Themen, auf die sich der ÖKOWORLD KLIMA erfolgreich fokussiert. Im Bereich nachhaltige Wasserbewirtschaftung geht es dagegen nicht nur um Wasserreinhaltung, sondern ebenso z. B. um Wasseraufbereitung und -recycling, Ressourceneffizienz oder Versorgungsinfrastruktur. Investmentfelder, die der ÖKOWORLD WATER FOR LIFE als erster nachhaltiger Wasserfonds ertragsstark bewirtschaftet.

(Das Gespräch führte Martin Klingsporn)


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