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Die Filmemacher mit dem Zaubertrank

Neu aufgestellte CoProMedia AG wird mit erfolgreichstem deutschen Film belohnt

Kinofilm in Deutschland ist auf Wachstumskurs. Mit einer Umsatzsteigerung von 20 Prozent konnten im internationalen Vergleich die höchsten Wachstumsraten erzielt werden. Da freut es, wenn neben US-Produktionen auch ein deutsch/französisches Werk unter die 15 erfolgreichsten Kinofilme in Deutschland rutscht.

So konnte „Asterix & Obelix: Mission Kleopatra” im ersten Halbjahr diesen Jahres 1,59 Millionen Zuschauer in die Kinos locken. Ein ansehnlicher Erfolg. Und ein gutes Zeichen für den „Neustart” der neu aufgestellten CoProMedia AG. Diese hat auch einen wichtigen Wechsel des Hauptaktionärs vollzogen. So übernahm Frank Wössner (ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Buch AG) die Aktienmehrheit der CoProMedia AG, die zuvor zur KC Holding (Walter Fink) gehörte. Auch bei der Besetzung der neuen Funktionen hat CP-Vorstandsvorsitzender Roland Pellegrino deutliche Akzente gesetzt: An seine Vorstandsseite holte er für den Bereich Kommunikation, Organisation und Strategie den ehemaligen Springer-Vorstand Ehrhard van Straaten sowie für Finanzen und Controlling Dr. Horst Benzing (ehemaliger Finanzchef Bertelsmann). Den Aufsichtsratsvorsitz nimmt seit 2001 Frank Wössner ein. FINANZWELT sprach mit den Herren Pellegrino, van Straaten und Wössner über die Zukunft des Medienmarktes.

FINANZWELT: Herr Pellegrino, welche Rolle spielte und spielt Walter Fink in Ihrem Unternehmen?

Pellegrino: Bei Gründung unseres Unternehmens 1995 waren Fink und die KC Holding der wichtigste Kapital und Inputgeber ohne ihn wäre es nie zu einer derart positiven Entwicklung gekommen. In den letzten rund eineinhalb Jahren wurde jedoch deutlich, dass sich Walter Fink im vollem Umfang auf sein Kerngeschäft Immobilien konzentrieren möchte. Der jetzige Schritt, die kapitalmäßige Trennung sowie sein Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat waren somit konsequente Schritte.

FINANZWELT: Ein Blick zurück im Zorn?

Pellegrino: Um Gottes willen, nein. Wir sind nach wie vor freundschaftlich verbunden. Es ist eine ganz normale unternehmerische Entwicklung.

FINANZWELT: Ihr Unternehmen hat rund 250 Millionen Euro in Filme investiert. Wer konnte das Aktienpaket des Mehrheitsaktionärs Fink finanziell stemmen?

Wössner: Wir haben zunächst mittels einer Beteiligungsgesellschaft das Aktienpaket übernommen, wobei wir ausgewählte weitere Investoren in der Zukunft nicht ausschließen. Es drängt uns jedoch niemand, denn das Unternehmen verfügt nun über die optimale Struktur, um den kontinuierlichen Ausbau auf der Basis des jetzt vorliegenden Fondskonzeptes systematisch voran zu treiben. Außerdem hat die CoProMedia AG mit Herrn Pellegrino einen Vorstandsvorsitzenden mit internationalen Kontakten und Erfahrungen.

FINANZWELT: Trotzdem noch einmal die Frage, warum Sie sich gerade für dieses Unternehmen so stark machen. Theoretisch könnten Sie doch auch nach Ihrer Karriere jetzt den Lebensabend in Ruhe genießen? Wössner: Und keine Herausforderungen mehr haben? Ich bitte Sie! Ich möchte mit den Beteiligten die bislang sehr erfolgreiche Geschäftspolitik fortsetzen und die Firma zu einem der Marktführer im Bereich der Medienfonds machen. Schließlich erwarten wir beste Renditemöglichkeiten in der Filmproduktion.

FINANZWELT: Herr van Straaten, was hat Sie an der CP gereizt?

Van Straaten: CoProMedia AG ist ein junges Unternehmen mit einem riesigen Potential, bei dem ich meine Medienerfahrungen und Kontakte einfließen lassen kann und gleichzeitig strategisch mitwirke. Die Unternehmenskommunikation muss gerade jetzt verstärkt werden, um die neue Philosophie zu transportieren ohne mit der durchaus erfolgreichen Vergangenheit zu brechen. Derartige Aufgaben waren schon immer mein „Steckenpferd”. Schließlich war ich nach meiner Springer-Zeit Geschäftsführer der Gesellschaft für Medienberatung und Entwicklung (GME) und bin einige Jahre Generalbevollmächtigter der Münchner Ferenczy Media Gruppe gewesen.

FINANZWELT: Sie haben auch deutliche Änderungen am Produkt vorgenommen

Van Straaten: Das Geschäft mit der Filmproduktion befindet sich in einem gravierenden Wandel. Wir haben uns auf diese neuen Marktbedingungen eingestellt und bieten internationale Filme zu fair kalkulierten Preisen. Das heißt aber auch die Erlöserwartungen zu senken und den Produktionskapitalanteil zu erhöhen. Beim aktuellen Anteil haben wir die Weichkosten auf acht Prozent gesenkt, das Agio bleibt hierbei natürlich außen vor, und können so 92 Prozent in die Filmproduktionen investieren.

FINANZWELT: Herr Pellegrino, können Sie uns ein Beispiel für die veränderten Marktbedingungen geben?

Pellegrino: Die Verleih und Lizenzgebühren haben sich deutlich nach unten entwickelt. Vor zwei bis drei Jahren konnten wir noch allein durch die Vermarktung von Filmrechten im deutschsprachigen Raum 25 Prozent der Herstellungskosten des Filmes realisieren. Heute ist es etwa noch die Hälfte.

FINANZWELT: Herr Van Straaten, Sie sprachen von einer deutlichen Reduzierung der Vertriebskosten. Wo sehen Sie Ihre Vertriebspotentiale?

Van Straaten: Ich bin zwar nicht für Vertriebsfragen zuständig, habe aber in den letzten Monaten viele Gespräche und Seminare begleitet. Es kristallisiert sich ganz eindeutig heraus, dass unsere Zielgruppen eher bei den Vermögensverwaltungen, Banken und hochkarätigen Beratern zu finden sind.

FINANZWELT: Ist der Erfolg von „Asterix & Obelix” ein Zeichen dafür, dass in Europa produzierte Filme durchaus erfolgversprechend sein können?

Pellegrino: CoProMedia AG hat über die jeweils aufgelegten Fonds, bisher 26, meist internationale Filme koproduziert. Viele davon in Deutschland bzw. Europa wie beispielsweise „Duell Enemy at the Gates” in den Studios in Babelsberg. Natürlich geht das und ist auch sicher das richtige Signal gerade in Anbetracht der derzeitigen Steuerdiskussion um den sogenannten „Deutschlandeffekt” es gibt aber auch sicher viele Gründe, beispielsweise in den USA, Kanada oder Australien zu drehen.

FINANZWELT: Sie planen sogar eine Art „Kreativschmiede” für junge Produzenten hier in Ihrem Haus?

Pellegrino: Neben den für uns wichtigen US-Produktionen leben wir die Strategie, die Zusammenarbeit mit europäischen und deutschen Produzenten auszubauen, weil dies aus unserer Sicht ein Markt mit starken Expansionen ist. Von daher ist es nur konsequent, wenn wir junge europäische Produzenten fördern, denn dies ermöglicht uns unter anderem rechtzeitigen Zugang zu interessanten Filmstoffen.

FINANZWELT: Herr Wössner, Ihnen gebührt als Medienexperte das letzte Wort.

Wössner: : Trotz der gegenwärtigen Flaute ist der Medienmarkt einer der Zukunftsmärkte schlechthin. Hiervon können Anleger dann profitieren, wenn die Fondsangebote an die neuen Bedingungen angepasst sind. Bei CoProMedia AG bin ich hundertprozentig davon überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

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