Die Zukunft heißt Multimanagement-Konzern
Neue Organisationsformen für die Kapitalanlagen-Branche
Wie muss ein Unternehmen organisatorisch und personell aufgestellt sein, um für die Herausforderungen der nächsten Jahre gewappnet zu sein? Diese Fragen stellte die „Aktion Zukunft Kapitalanlagemarkt”, eine private Forschungs- und Förderungsstelle, Marktteilnehmern.
Diese Entwicklung ist ohne klare Unternehmensstrukturen und Kompetenzzuweisungen nicht möglich, so ein Ergebnis der Befragung. Es scheint sich zu rentieren, denn derart aufgestellte Unternehmen führen die Hitliste der Loipfinger-Jahresanalyse an.
Zu nennen sind beispielsweise die Hamburger MPC-Gruppe, das Kölner Emissionshaus Ideenkapital AG oder die Münchner DCM Deinböck Capital-Management AG. „Aktion Zukunft Kapitalanlagemarkt” fragte daher eher „unternehmergeführte” Anbieter nach ihrer Ausrichtung. Das Ergebnis war deutlich: Während die einen „weiter so” machen oft finden sich die Konsequenzen in Loipfingers Rating , erkennen andere die Zeichen der Zeit und stellen sich um. Hierbei wird ein Nachfolgeproblem deutlich, weshalb mit weiteren Fusions oder Auflösungstendenzen zu rechnen ist. Für das Multimanagement-Unternehmen im Kapitalanlagemarkt gibt es viele Gründe.
Markus M. Voigt, Vorstand bei Ideenkapital: „Durch die Abdeckung unterschiedlichster Marktsegmente erreicht man eine hohe Marktsicherheit. Eine breite Produktpalette minimiert das Risiko, wenn ein Segment durch äußere Einflüsse, wie z.B. Gesetzesänderungen etc., wegbricht. Beobachtet man die Marktzyklen unserer Branche, besonders das Immobiliengeschäft, kann innerhalb von wenigen Jahren ein Markt komplett zusammenbrechen. Wir differenzieren daher noch eine Stufe tiefer, indem wir gemäß dem Motto „Your Style of invest” individuell auf Kundenbedürfnisse zugeschnittene Produktlinien konzipieren.”
Bestätigt wird also der Trend, dass das „Produkt Kapitalanlage” immer weiter in den Hintergrund tritt. Die Zukunft gehört Problemlösungen beispielsweise der Altersabsicherung. Auch die Anforderungen an die Anbieter sind gewachsen. MPC-Vorstand Ulrich Oldehaver: „Die Ansprüche der Anleger und Berater an die Emittenten von Kapitalanlagen sind erheblich g e s t i e g e n . Gleichzeitig hat sich das Ziel der Anleger von der Steuerersparnis auf die Renditeerzielung verlagert. Dies sind Faktoren, die dazu geführt haben, dass Anleger und zunehmend auch institutionelle Vertriebspartner wie Banken und Sparkassen große verlässliche Anbieter als Partner haben wollen.”
Definition für „verlässlicher Partner”:
Ein Unternehmen, das sich vor allem durch eine kapitalmäßig, produktseitig, personell und organisatorisch breit angelegte Struktur auszeichnet. Quasi am eigenen Leib vollzog Claus Hermuth, Vorstands vorsitzender der DCM AG und vormals Branchenanwalt, den Managementwandel. Er löste vor zwei Jahren den über viele Jahre bekannten „Immobilienmann” und Unternehmensgründer Hans Deinböck ab, der in den Aufsichtsrat wechselte. Gleichzeitig wurde das Management auf drei Vorstände erweitert. Bilanz nach zwei Jahren: Deutliches Umsatzplus laut Loipfinger-Statistik. Für Hermuth ist wichtig, „dass der Wert des Unternehmens nicht allein durch die Führungspersönlichkeit sondern durch das Know-how des Unternehmens verkörpert wird. Managemententscheidungen werden so in einem breiten Zusammenspiel von Informationen und Wissen getroffen.” Eigentlich ist alle ganz einfach: In Zeiten, in denen Kapitalanlageprodukte aufgrund zurückgehender, oft verschleiernder, Steuervorteile zunehmend mehr Transparenz nach sich ziehen wird Transparenz auch bei den Anbietern Pflicht.
Und der Anleger dieser Vergleich sei gestattet setzt als Maßstab nun einmal seine Hausbank. Insofern treffen langjährig erprobte Managementsysteme mit einem Schuss mehr unternehmerischer Ausrichtung wie sie bei den Multimanagement Konzernen anzutreffen sind den Anlegergeschmack.
(Michael Oehme)







