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Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Neues von der bAV – von Nachhaltigkeit und BilMoG!

Die betriebliche Altersvorsorge wird derzeit gerne als attraktives Modell mit einem Höchstmaß an Sicherheit angesehen. Brand - aktuell gab es jedoch einige gravierende Trends und Veränderungen, die die Branche derzeit bewegen. finanzwelt informiert!

Ein fahrender, nachhaltiger Kapitalzug. Die aktuellen Aussagen sind eindeutig: Die Volumina kapitalgedeckter bAV in Deutschland verzehnfachen sich von 416 Mrd. Euro im Jahr 2006 auf ca. 4 Bio. Euro im Jahr 2030 mit entsprechend großem Einfluss auf die Weltwirtschaft. So lautet das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag von Fortis Investment und des Bundesumweltministeriums bzw. dessen Studien- Autors Dr. Axel Hesse, Berater bei SDM Sustainable Development Management. Es wird deutlich, welche Durchschlagskraft die bAV künftig haben wird. Auffällig dabei ist, dass die Anbieter von bAV-Lösungen zunehmend ethische, soziale und ökologische Kriterien bei ihren Geldanlagen berücksichtigen. So ergab die Umfrage unter 101 Lebens- und Direktversicherungen, 154 Pensionskassen sowie 27 Pensionsfonds mit Sitz in Deutschland, dass bereits bei durchschnittlich 50 % der analysierten bAV-Produkte Nachhaltigkeitsaspekte in der Vermögensanlage genutzt werden. Dies geschieht jedoch nur in einzelnen Tarifen oder Assetklassen. Dennoch zeigt die Studie ein enormes Potenzial für nachhaltige Investments im Rahmen der bAV. 2009 soll eine bAV-Anbieterkonferenz diese Entwicklung weiter beflügeln. Gestützt wird das Ganze durch die Überlegungen der Bundesregierung, die per Gesetz eine grüne Quotenlösung von 20 % diskutiert. Demnach müssten die Anbieter diesen Anteil nachhaltig investieren. Jedoch sollte hier erst einmal der Wahlausgang abgewartet werden.

Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz. Ein weiteres Thema, das derzeit die Unternehmen beschäftigt, die den bAV-Durchführungsweg Pensionszusage gewählt haben, ist das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG). Die größte Reform des deutschen Handelsbilanzrechtes seit 1985 gleicht das deutsche Handelsrecht an die internationalen Bilanzierungsstandards an und bedeutet somit einhergehende realistischere Bewertung von Pensionsverpflichtungen. Ein schwerer Schlag für viele Unternehmen mit erheblichen Auswirkungen. Bislang bestand die von vielen Unternehmen gewählte Bilanzierungspraxis bezogen auf Pensionsrückstellungen darin, den steuerlichen Teilwert (versicherungsmathematische Teilwertmethode mit jährlich 6 % Rechnungszins) für die Bewertung von Pensionsrückstellungen heranzuziehen - wohl wissend, dass der steuerliche Wert niedriger ist als der tatsächliche Verpflichtungsumfang. Dies war vielen Unternehmen jedoch ziemlich egal, wurde der Wertansatz in der Handelsbilanz doch von den Wirtschaftsprüfern anerkannt und bedeutete keine negativen Konsequenzen für das Unternehmen.

Damit ist nun Schluss. Eine nur für steuerliche Zwecke nach § 6a EStG ermittelte Pensionsrückstellung darf in Zukunft nicht mehr in der Handelsbilanz angesetzt werden. Das Gesetz sieht vor, dass künftig realistischer bewertet wird, soll heißen, dass die Rückstellungen für die spätere Rente der Mitarbeiter nicht mehr mit den üblichen 6 % jährlich angenommen werden, sondern mit einem marktnahen Durchschnittszinssatz abzuzinsen sind. Dieser Zinssatz wird aktuell fortlaufend von der Deutschen Bundesbank ermittelt. Zusätzlich müssen künftige Preis- und Kostensteigerungen zwingend Bestandteil der Bewertung sein, was bedeutet, dass Faktoren wie Fluktuationsquoten, Rententrends oder auch Gehaltsentwicklungen auf Basis individueller Betriebsannahmen zu berücksichtigen und anzupassen sind. Summa summarum heißt das BilMoG für die Unternehmen, dass sie mit deutlich höheren Pensionsrückstellungen rechnen müssen.

Kein Wunder daher, dass immer mehr Unternehmen die Hilfe von Profis suchen. Schließlich müssen sich die Unternehmen stärker denn je mit ihren Pensionszusagen auseinandersetzen. Auch sind Trends wie „Ausfinanzierung" oder „Übertragung von Pensionszusagen zu anderen Durchführungswegen" im Markt feststellbar. Jedoch gibt es hier keine standardisierten Lösungswege, weshalb vor allem die Experten gesucht werden, die bedarfsorientierte und fachkundige Beratung verbunden mit dem entsprechenden Know-how mit sich bringen.

Fazit. Die bAV ist seit einigen Jahren ein zentrales Thema der Altersvorsorge. Hier entdeckt die bAV seit neuestem das nachhaltige Investieren. Besonders wichtig ist jedoch, die großen Potenziale der bAV zu erkennen und diese sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber zu nutzen. Während die Arbeitgeber aufgrund des BilMoG ein wenig in Unruhe sind, entdecken Arbeitnehmer mitten in der Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit ihre Liebe zu Altersvorsorgeprodukten neu. So bietet die bAV für den „kleinen" Arbeiter und Angestellten - auch in Zeiten der Krise - eine sinnige und vor allem insolvenzsichere Vorsorgemöglichkeit. Die bAV ist daher auf dem besten Weg, einer der Gewinner des Krisenjahres 2009 zu werden.

(Marc Oehme)

Downloads:
Kapitalanlagen der Durchführungswege Ende 2007

Zusatz-Informationen:

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