Nur die Besten sterben jung- neuer Ärger um US-Policenfonds
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Auch wenn die Argumente des Bundesfinanzministeriums (BMF) für den Bundesverband Vermögensanlage im Zweitmarkt Lebensversicherungen e.V. (BVZL) nicht einleuchtend waren: Laut BMF dürfen geschlossene US-Policenfonds nicht als vermögensverwaltend angesehen werden, sondern...
sind gewerblich einzustufen. Dies bedeutet im Klartext, dass die Fondsanleger Gewerbesteuer zahlen müssen, was etliche Renditeeinbussen zur Folge haben kann! Doch, als ob diese Hiobsbotschaft nicht schon ausreichen würde, kam es jetzt noch dicker für diese Geldanlage, die bis Ende 2004 beachtliche 1,2 Milliarden Euro bei Anlegern einsammelte.Denn: Spätestens seit dem Film „Super Size Me“ wissen wir zwar, dass Amerikaner Fast Food lieben und sich dadurch vermehrt ungesund ernähren, aber dennoch scheinen sie nicht kalkulierbar zu sterben. Zumindest nicht kalkulierbar genug für die Fonds, die US-Policen den amerikanischen Bürgern abgekauft haben. Die Folge der Langlebigkeit sind schrumpfende Renditen, weil der Fonds die Prämie der Versicherten länger zahlen muss und sie die Ablaufleistungen – bei US-Policen einzig bei Tod oder wenn der Versicherte das Glück hat, 100 Jahre alt zu werden – durchschnittlich später bekommen. Während manche noch über die Sicherheit der Gutachtenqualität bei der Prognosenbewertung der Lebenserwartung diskutieren, reagieren die ersten Anbieter. So musste der Münchener Initiator BVT seinen Anlegern mitteilen, dass aufgrund der „zu wenig verstorbenen Versicherten“ die Rendite der ersten beiden Fonds um zwei bis drei Prozentpunkte niedriger ausfallen könnte als prognostiziert. Und es könnte für den Initiator und vor allem für deren Anleger noch schlimmer kommen, da der Versicherer Goshawk 102 – bei dem BVT das Langlebigkeitsrisiko des ersten Fonds abgesichert hatte – mittlerweile insolvent ist. Laut BVT tritt jedoch in diesem Falle der Lloyds Central Fund für die Zahlungsverpflichtungen ein. Alles in allem jedoch keine positiven Nachrichten für die geschlossenen US-Policenfonds, weshalb einige Experten auch mit einem Wechsel der bis dato US-Policen-Interessierten zum britischen bzw. deutschen Lebensversicherungs-Zweitmarkt rechnen.







