Das Biest
Nissan 350Z
Passanten nennen ihn – je nach Temperament – die Rennflunder oder den Brüllfrosch. Ich nenne ihn ganz zärtlich: mein kleines Biest. Die Rede ist vom neuen Nissan 350Z, einem Auto, wie es schon viel zu lange auf unseren Straßen gefehlt hat. Beim Einsteigen rutscht man so bequem in die exzellent geformten Sessel wie der Teig in die Backform, mit einer...
Sitzposition knapp über dem Straßenbelag. Sicht und Cockpit vermitteln das Gefühl eines Kampfpiloten vor dem Start. Ein Dreh mit dem Zündschlüssel, und der Dreieinhalbliter- Sechszylinder beginnt sich vernehmlich seiner Umwelt mitzuteilen:Hier komme ich!
Satt grollend drücken 280 PS den Fahrer in den Schalensitz, Auftakt für eine rasante Fahrt. Das Fahrwerk ist derart gut abgestimmt, der Schwerpunkt so tief und die Schaltwege so kurz, dass einen endlich wieder einmal die pure Lust am Fahren überkommt. Man fühlt sich wie ein Haifisch im Verkehrsfluss – überlegen und ein klein wenig böse. Der natürliche Lebensraum des 350Z sind Kurven. Kurze Serpentinen, lange, schnelle Autobahnkurven, windende Landstraßen mit Berg und Tal. Hier lebt sich der Mittelmotor richtig aus, und der Fahrer muss sich oft beherrschen, nicht laut aufzujauchzen. Das Cockpit mit dem kleinen Lenkrad ist überraschend ergonomisch, die Sitzposition auch für lange Fahrten bequem. Die Spitzengeschwindigkeit von 250 Km/h verkürzt so manche Reise, auf die man aber nicht mehr als zwei kleine Taschen mitnehmen kann – dann ist der Kofferraum voll.
Der Preis von ca. 35.000 Euro inklusive des „Premium Pack“ mit Bose-Anlage und farbigem Leder ist für die Leistung des 350Z überraschend günstig, die Konkurrenz ist hier oft spürbar teurer. Einzig die kuriose Navigation mit der sehr gewöhnungsbedürftigen Fernbedienung ist ein Manko. Pünktlich zum Sommer schiebt Nissan den 350Z Roadster – also als Cabrio – hinterher. Der wird Spaß machen. Versprochen!
(Christoph Sieciechowicz)







