Interview mit Adriaan C. Rijken, Vertriebs-vorstand Delta Lloyd
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Bei der Ablaufleistung von Kapitallebens-versicherungen dominiert Unkenntnis
Die Deutschen wiegen sich bei der Altersvorsorge in falscher Sicherheit. Nach wie vor ist die Lebensversicherung das bevorzugte Mittel zur Absicherung im Alter. Allerdings weiß über die Hälfte nicht genau, wie viel sie bei Ablauf der Versicherung ausgezahlt bekommt. Das ergab eine Umfrage der Finanzdienstleistungsgruppe Delta Lloyd in Zusammenarbeit mit NFO Infratest. Für viele von ihnen kann es bei Ablauf ein böses Erwachen geben. Denn häufig ist der eingezahlte Betrag zu niedrig, um mit der Auszahlung den gewohnten Lebensstandard im Alter halten zu können. Geht es darum, das angesparte Geld wieder anzulegen, ist vor allem die Sicherheit der Geldanlage wichtig. FINANZWELT sprach mit Adriaan C. Rijken, Vertriebsvorstand Delta Lloyd.
Rijken: In den nächsten Jahren werden Milliarden von Euro aus ablaufenden Lebensversicherungen frei. Allerdings wird das Wiederanlagemanagement generell von den Lebensversicherern oft vernachlässigt. Delta Lloyd sieht hier ein großes Marktpotential. Deshalb wollten wir zunächst wissen, wie groß dieser Markt ist, wie gut die Versicherten informiert sind und welche Kriterien für sie bei der Wiederanlage von Ablaufleistungen wichtig sind.
FINANZWELT: Hilft das Ergebnis im Vertrieb, wenn ja wie?
Rijken: Ein Ergebnis der Untersuchung ist ja, dass viele Versicherte gar nicht wissen, was sie später an Ablaufleistungen ausgezahlt bekommen. Das kann bedeuten, dass sie sich in falscher Sicherheit wiegen. Denn andere Studien zeigen, dass insgesamt zu wenig in die private und berufliche Altersvorsorge eingezahlt wird. Damit es nachher kein böses Erwachen gibt, sind unsere Vertriebspartner gefordert: Sie können die Ergebnisse nutzen, um die Kunden gezielter zu beraten und zum Beispiel die Höhe der eingezahlten Beiträge zu überprüfen. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass es den Kunden bei der Wiederanlage vor allem auf Sicherheit und Absicherung der Angehörigen ankommt. Flexibilität und Rendite der Anlageform spielen eine untergeordnete Rolle. Diese Erkenntnisse können unsere Vertriebspartner bei der Beratung nutzen.
FINANZWELT: Kann der unbefriedigenden Situation einer nicht ausreichenden Absicherung im Alter entgegen gewirkt werden?
Rijken: Untersuchungen stellen immer wieder fest, dass die Sensibilität für die Notwendigkeit privater Vorsorge zwar vorhanden ist, aber häufig noch eine gewisse Gleichgültigkeit vorherrscht. Zudem besteht gerade im Bereich betriebliche Altersvorsorge ein erheblicher Informationsbedarf bei den Arbeitnehmern, das haben wir zusammen mit dem F.A.Z.-Institut in einer aktuellen Studie ermittelt. Dies ist eine große Herausforderung an den Vertrieb, nicht nur die Notwendigkeit der privaten und beruflichen Altersvorsorge zu betonen, sondern auch die Kundenbedürfnisse zu erkennen und individuelle Lösungen anzubieten.
FINANZWELT: Welche Schlüsse haben Sie für Ihr Unternehmen hieraus gezogen, oder wurden Sie in Ihrer bisherigen Strategie bestätigt?
Rijken: Delta Lloyd sieht sich als integrierter Finanzdienstleister für das Wiederanlagemanagement hervorragend aufgestellt. Denn wir bieten alle möglichen Formen der Wiederanlage an, seien es Fondsversicherungen oder Bankprodukte, aber auch eine Kombination daraus. So haben wir Koppel-Produkte entwickelt, die sich besonders für die Wiederanlage von Lebensversicherungsprodukten eignen, wie z.B. unser Fondssparen „Delta Lloyd Investment Extra“ mit Risikopuffer und Todesfallschutz. Bei unseren neuen Fondspolicen „InvestRentConcept“ und „InvestLifeConcept“ bieten wir ein kostenloses Ablaufmanagement, bei dem sich die Kunden ihren über die Jahre erzielten Anlageerfolg rechtzeitig vor dem Ablauf der Versicherung gegen Kursschwankungen absichern können.







