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das Statement

Optimismus überwiegt

Werner Rohmert ist als beratender Journalist und Immobilienspezialist u. a tätig für den „Platow Brief “und Herausgeber von „Der Immobilienbrief “

Vor fast eineinhalb Jahren sagte ich der Immobilienwirtschaft das tiefste Tal der deutschen Nachkriegsgeschichte voraus.

Steuerliche Veränderungen, konjunkturelle Verwerfungen, zurückhaltende Finanzierungspraxis der Banken, gleichzeitige Veränderungen der Nachfrage- und Bedarfsstruktur und des Immobilienlebenszyklus ’,eine inzwischen hohe Qualität des Immobilienkapitalstocks bei gleichzeitigem demographischen Gefahrenpotential und langfristig geändertes Bankenverhalten durch „Basel II “waren aus meiner damaligen Sicht zwar Veränderungen der Umwelt, mit der die Immobilienwirtschaft so oder ähnlich schon mehrfach konfrontiert wurde, jedoch hatte es noch niemals eine gleichzeitige Veränderung aller Rahmenbedingungen gegeben.

Verstärkt durch internationale Effekte und weitere Steuerdiskussionen im Gefolge der ahl ist diese Prognose für jeden erkennbar eingetroffen. Die großen Maklerhäuser melden Rückgänge bei der Bürovermietung in den Großstädten um bis zu 40 %,dramatisch steigende Leerstände und fallende Mieten.

Dennoch bin ich als antizyklischer Denker optimistisch. Die Gründe: Tiefer kann die Stimmung nicht sinken. Schlechte Stimmung ist ebenso wenig dauerhaft wie gute Stimmung. Steuer- und Wahlenttäuschung sind überwunden. Depression/Deflation bleiben aus. Die Entscheidung über den Irak-Krieg fällt in Kürze. Ob es Krieg gibt oder nicht, ist dabei völlig egal. Die Unsicherheit machte die Stimmung mies. Viele Firmen haben ihr „Entlassungs- pulver “verschossen. Gleichzeitig ist Dr. Otto Normalverbraucher volkswirtschaftlich wohlhabend. Der Kapitalstock ist gut.

Im dritten Quartal dürfte aus antizyklischer Sicht der konjunkturelle Tiefpunkt durchschritten werden. Die Ergebnisse im Vertrieb geschlossener Fonds stützen die These. Für die Immobilienwirtschaft bleiben durch Zeitverschiebung, Strukturveränderungen und Finanzierungskrise dennoch 18 magere Monate mit einer ende gegen Ende 2004 in Sicht.

Jedoch verhindern Struktureffekte eine Rückkehr der boomenden 90er Jahre mit der Vereinigung und den technologischen Entwicklungen als Sondereffekte. Nach einer Niveau- transformation werden zukünftige konjunkturelle Schwankungen auf niedrigerem Niveau stattfinden. Viele mittelständische Projektentwickler werden ausscheiden.

Aber es gibt in Deutschland weder eine Blase noch dramatische Verwerfungen noch ein finales Aussterben der Bevölkerung. Enttäuschend ist lediglich, dass der erneute Einstieg in den Schweinezyklus sehr viel stärker ausfällt, als dies vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren propagierten Professionalisierung im Immobilien- und im Bankenbereich erwarten gewesen wäre. Und es wird –bis zur nächsten einschneidenden Veränderung, die heute noch niemand kennt –weniger Geld verdient werden. Aber das ist eher nützlich.

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