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Interview mit Tjark Goldenstein

Pflichttermin in Sachen Nachhaltigkeit

Tjark GoldensteinTjark Goldenstein

Unter dem Motto „Jetzt Vertrauens-Offensive starten“ trafen sich am 27. und 28. April all jene, die in der ethisch-ökologischen Finanzszene Rang und Namen haben, zum 6. Sustainability Congress im World Conference Center in Bonn, ehemaliger Sitz des Deutschen Bundestages. finanzwelt sprach mit Tjark Goldenstein, stellvertretender Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Sustainability Gedankens e. V. und Ausrichter der Veranstaltung, über sein Resümee.

finanzwelt: Der 6. Sustainability Congress geht zu Ende. Wie sieht Ihr Fazit aus?

Goldenstein: Es ging vor allem um die Frage, „wie“ nachhaltige Werte in die einzelnen Produkt- und Servicebereiche der Finanz- und Versicherungswirtschaft integriert werden, und nicht mehr, „ob“ dies sinnvoll ist. Damit sind wir gegenüber den Anfängen des Kongresses vor 5 Jahren ein großes Stück weiter.

finanzwelt: Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem Motto „Jetzt Vertrauens- Offensive starten“ – was fordern Sie konkret von der Branche?

Goldenstein: Den konsequenten Blick auf die Bedürfnisse der Anleger und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

finanzwelt: Die Fondsbranche hat ein hartes Jahr hinter sich. Inwieweit hat dies auch den Bereich der Nachhaltigkeit getroffen?

Goldenstein:  Auch nachhaltige Produkte konnten sich von der Entwicklung nicht abkoppeln. Einzelne Assetklassen und Anlagethemen haben sich aber gegen den Trend behauptet, am deutlichsten die erneuerbaren Energien. Berater und Anleger verstehen inzwischen die Story, die hohe Sicherheit und die Renditechancen. Entsprechend war das Thema auch im Bereich geschlossener Fonds der Renner des Jahres 2009. Es wird wichtig, hier noch stärker zu differenzieren, denn das spannende Segment ist nach meiner Einschätzung die Windenergie und nicht die Photovoltaik.

finanzwelt: Das Thema Nachhaltigkeit wird beim Endverbraucher von Jahr zu Jahr verstärkt angenommen. Wie wird sich dieser Trend Ihrer Meinung nach entwickeln?

Goldenstein: Nachhaltige Werte, ob im Bereich der Immobilien, der Autoindustrie oder anderer Wirtschaftszweige, werden nach und nach zum Standard. Unternehmen, die hier nicht mitziehen, werden es zunehmend schwerer haben und in absehbarer Zeit ganz aus der Konkurrenz herausfallen.

(Das Gespräch führte Marc Oehme)


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