Beitragsstabilität fördert Kundenzufriedenheit
PKV-Tarife
Ein Blick in die Vergangenheit der Beitragsentwicklung kann entscheidendes Auswahlkriterium einer Privaten Krankenversicherung sein.
Preistreiber. Gründe für die Beitragsanpassung sind vielfältig, Hauptursache sind die steigenden Gesundheitskosten. Diese können aus teuren Behandlungsmöglichkeiten der neuen Medizintechnik resultieren. Auch eine schlechte bilanzielle Solidität der Gesellschaft sowie die Vergreisung des Kollektivs können zu Beitragsanpassungen führen.
Beitragsstabilitäts-Rating. Das Analysehaus MORGEN & MORGEN hat die Beitragsstabilität von über 200 Tarif- Kombinationen über einen Zeitraum von 10 Jahren analysiert und eine Bandbreite der relativen Beitragssteigerung von 2 % bis hin zu 8 % festgestellt. Sind die Beiträge um weniger als 3 % gestiegen, so wurden die Tarife mit fünf Sternen ausgezeichnet und gehören zu den Favoriten. Die schlechteste Bewertung von einem Stern erhielten Tarife, die eine Beitragsanpassung von mehr als 6,5 % vornahmen. Neben der relativen Beitragssteigerung in Prozent wurde auch die absolute Beitragssteigerung in Euro analysiert. An die Spitze schafften es für Männer nur zwei Tarife, für Frauen sind es immerhin elf. Im Durchschnitt stiegen die Tarife für Männer um 4,59 %, für Frauen um 3,73 %. Auch wenn es sich bei dieser Betrachtung um eine vergangenheitsorientierte handelt, kann die Beitragsstabilität als Indikator für die Zukunft gesehen werden. Vorsicht ist jedoch auch dann geboten, wenn Gesellschaften über Jahre nicht oder kaum anpassen und sich dann mit einem abrupten Beitragsanstieg retten müssen. Für die Bewertung im MORGEN & MORGEN Rating sind daher zwei Indikatoren von besonderer Wichtigkeit: Die durchschnittliche Beitragssteigerung und die Streuung der Anpassungshöhe über die Jahre verteilt. Eine geringe und stetige Steigerung zeichnet also die Top-Tarife aus. Die MORGEN & MORGEN Analyse- und Vergleichssoftware KV-WIN wird in Kürze auch mit diesem Kriterium Private Krankenversicherungstarife beurteilen. Bisher ist nur die Beitragsentwicklung zu verfolgen, jedoch noch nicht die Beitragsstabilität als Rating erfasst. Für den Makler ist es also wichtig, seinem Kunden neben den individuellen Leistungswünschen auch genau die Tarife mit hoher Stabilität heraus zu filtern.
Ungleichbehandlung. Auch wenn die Beiträge bei Frauen in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt nur um 3,73 % im Gegensatz zu 4,59 % bei den Männern stiegen, zahlen Frauen im Durchschnitt mehr für ihre Krankenversicherung. 1996 waren die durchschnittlichen Frauen-Tarife bereits um 1.142 Euro teurer als die vergleichbaren Männer-Tarife pro Jahr. Auch die Beiträge stiegen in den letzten 10 Jahren mit einem Unterschied von 139 Euro. Im Durchschnitt zahlt ein Mann heute 4.829 Euro für seine private Absicherung, während eine Frau mit 6.110 Euro rechnen muss. Der Unterschied beträgt heute also 1.281 Euro.
Alt und Neu zahlt. Beitragserhöhungen spielen sowohl für Neukunden als auch für Bestandskunden eine enorm wichtige Rolle, da beide diese Anpassungen zu zahlen haben. Bei der Neuauswahl eines Versicherers kann das Beachten der Beitragsstabilität vor Überraschungen in den Folgejahren schützen. Auch Bestandskunden sollten sich nicht blind auf ihren Tarif verlassen, sondern immer wieder prüfen, ob es nicht günstigere Alternativen gibt. Dies ist allerdings meist nur innerhalb der Gesellschaft möglich. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten. Wichtige Leistungen sollen trotz niedrigerem Beitrag nicht verloren gehen. Eine genaue Betrachtung des alten Tarifs mit seinen Bedingungen und Leistungen sowie des neuen sind von enormer Wichtigkeit. Um eine langfristig günstige PKV zu finden ist es ratsam, neben den Leistungen auch die Solidität sowie die Entwicklung der Beiträge in der Vergangenheit zu beachten. In der PKV sind auch weitere Beitragsanpassungen unumgänglich. Daher ist ein sensibler und aufmerksamer Umgang mit dem Thema Beitragsstabilität auch in Zukunft wichtig. Wird bei einem Beratungsgespräch auf die Beitragsstabilität als Auswahlkriterium eingegangen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Versicherungsnehmer auf Dauer mit seinem Tarif zufrieden ist und den Makler nicht für eine eventuelle Beitragsanpassung verantwortlich machen will. Als Stütze kann hierzu bald das MORGEN & MORGEN Beitragsstabilitäts- Rating in KV-WIN hinzugezogen werden.
(Joachim Geiberger / Dr. Martin Zsohar)







