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Portfolio-Optimierung bei Lebensversicherungs-Fonds

Der Auswahl der von am amerikanischen Lebensversicherungs-Zweitmarkt angebotenen Policen kommt beim Aufbau eines Fonds sehr große Bedeutung zu. Sie entscheidet über das Chancen-Risiko-Profil dieser Assetklasse.

> Mathematische Modelle und Optimierung
Die Portfoliotheorie und -optimierung nach dem amerikanischen Nobelpreisträger Harry Markowitz beschreibt die mathematischen Aspekte für die Zusammenstellung von einzelnen Assets, so auch von einzelnen Lebensversicherungspolicen zu Portfolios. Die Entwicklung eines Verfahrens zur Berechnung risikoeffizienter Portfolios ist das Kernstück der Theorie von Markowitz – das wichtigste Konzept ist das der Korrelation.

> Lebenserwartung und Bewertung des Risikos
Der Begriff des Risikos ist keineswegs so klar, wie es den Anschein hat. Denn Abweichungen vom Erwartungswert der erzielten Renditen nach oben sind von jedem Anleger gern gesehen, wohingegen die Abweichungen nach unten gerade das zu vermeidende Risiko darstellt. Zudem ist die Annahme der Normalverteilung der Renditen in der Praxis nicht zu halten. Die Ursache dieses Sachverhaltes zeigt sich am deutlichsten bei der Abhängigkeit der Sterbe- oder Überlebenswahrscheinlichkeit von Policenbesitzern, wenn deren Lebenserwartung durch medizinische Gutachter geschätzt wird. Die sich ergebenden Kurven sind statistisch schiefe Verteilungen mit einem Maximum bei kleineren Lebenserwartungen.

> Muster und Diversifikation
Das Hauptaugenmerk einer korrekten Modellierung muss auf die zugrunde liegenden Verteilungsannahmen gelegt werden. Die Werte für Rendite und Risiko des Fonds reagieren auf Änderungen der Eigenschaften einer Einzelpolice. Außerdem sind die Korrelationen zwischen den Policen wegen fehlenden Datenmaterials nicht bekannt. Vielmehr kommen an dieser Stelle u. a. Methoden der Mustererkennung zum Einsatz. Ein einfaches Muster besteht z. B. in der Erkenntnis, welcher medizinische Gutachter systematisch bei bestimmten Krankheiten zu hohe und damit aus Fondsperspektive günstigere, weil konservativere Schätzungen abgibt. Weitere Diversifikationsmöglichkeiten zur Minimierung des Fondsrisikos bestehen z. B. in der korrekten Auswahl nach Alter, Lebenserwartungen, Versicherungsgesellschaften, Policenlaufzeiten und Krankheiten der Versicherten. Aus diesen Gründen ist die Strategie entscheidend, mit der die „richtigen“ Policen aus der Menge der Angebote herausgefiltert werden. Die bestmögliche Auswahl hängt selbstverständlich von den beteiligten Partnern ab. Optimal umgesetzt, weil mit einem amerikanischen Team in den USA vor Ort, werden die beschriebenen Anforderungen für den Aufbau des neuen Fonds „Life Trust One“ von der Berlin Atlantic Capital AG.

(Prof. Dr. Frank Brand)


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