Riester-Rente
Positive Bilanz!
Es gibt nicht viele Produkte, die auch im Krisenjahr 2009 populär blieben – aber die Riester-Rente gehörte definitiv dazu! finanzwelt gibt einen Überblick, welche Riester-Produkte besonders beliebt waren.
Trotz der Möglichkeiten, die das Internet heutzutage mit seinem grenzübergreifenden Informationsaustausch und schillernden Werbeversprechen bietet, wird in vielen deutschen Haushalten der Aspekt „Sicherheit“ groß geschrieben. Dies gilt in Zeiten von drohendem Personalabbau oder Firmenpleiten auch für Geldanlagen. So sind sichere Geldanlageformen, auch wenn sie auf dem ersten Blick eine geringere Rendite haben, immer eine Alternative. Daher wundert es nicht, dass ein Produkt schon seit einigen Jahren großen Zuspruch erhält: Die Riester-Rente! So stieg die Zahl der Riester-Verträge laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im 3. Quartal um rund 250.000 auf nunmehr fast 12,9 Millionen. Die Riester-Rente ist somit weiter auf Wachstumskurs, wobei der Boom der vergangenen Jahre natürlich nicht erreicht werden konnte.
Spitzenreiter stellen immer noch die Versicherungsverträge dar. Knapp 50 % der Riester-Neuzugänge (123.000 Policen) haben sich für eine Riester geförderte Rentenversicherung entschieden. Nimmt man die Neuzugänge der ersten neun Monate, sind es sogar ca. 60 %. Der Trend nach Riester-Investmentfondsverträgen scheint dagegen zunächst einmal gestoppt. Dennoch war auch hier ein Wachstum von 59.000 Verträgen im 3. Quartal feststellbar. Immer noch ein Lückenfüller scheinen dagegen die Banksparverträge zu sein. Trotz eines kleinen Zuwachses von 15.000 Verträgen ist diese Variante der Riester-Rente mit insgesamt 601.000 Banksparverträgen sicher nicht das Zugpferd. Die Zahl der Wohn-Riester-Verträge hat sich im 2. Quartal fast verdoppelt und im 3. Quartal kamen dann nochmals 53.000 Zugänge hinzu, die die Bausparfüchse und Co. begrüßen konnten. Somit kommen die Bausparkassen aktuell auf 119.000 Verträge – mit viel Luft nach oben.
Bemerkenswert ist laut BMAS zudem:
Bei den verzeichneten Zuwächsen handelt es sich um Nettozuwächse, bei denen etwaige Vertragsabgänge bereits berücksichtigt sind. Entgegen anderslautender Meldungen steigt die Bereitschaft zum Abschluss einer zusätzlichen Altersvorsorge also weiterhin.
Und auch zukünftig wird die Riester- Rente attraktiv bleiben: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Regelung für ungültig erklärt, nach der Rentner und Arbeitnehmer ihre Förderung zurückzahlen müssen, wenn sie ihren Wohnsitz ins europäische Ausland verlagern. Laut EuGH verstößt dies gegen das Prinzip der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union. Die Rückzahlungspflicht schreckte viele Arbeitnehmer ab, die im Rentenalter ins europäische Ausland ziehen wollten. Auch sei es nicht mit europäischem Recht vereinbar, dass EU-Bürger, die zur Arbeit nach Deutschland pendeln, keine Riester- Förderung erhalten. Wer als Grenzgänger bisher in Deutschland arbeitete und seine Sozialversicherungsbeiträge zahlte, aber im Ausland wohnte und wegen eines Doppelbesteuerungsabkommens nur dort Einkommensteuer zahlte, war von der staatlichen Riester-Förderung ausgeschlossen. Dies ändert sich nach dem Inkrafttreten des EuGH-Urteils und der Umsetzung in ein Gesetz für rund 67.000 Erwerbstätige. Die Richter des EuGH haben schließlich die Regelungen für die Riester-Förderung von Bausparverträgen, das so genannte „Wohn- Riester“, bemängelt. Gefördert wird nach den aktuellen Bestimmungen nur der Kauf einer Wohnung in Deutschland, nicht aber in einem anderen EU-Land. Dies ist nach Ansicht des Gerichts eine indirekte Diskriminierung aufgrund der Staatsangehörigkeit, da Arbeitnehmer ohne deutschen Pass häufiger an einem Immobilienerwerb im Ausland interessiert seien. Deutschland wurde nun aufgefordert, die Riester-Rente zu modifizieren. Die Bundesregierung will die EU-Vorgaben laut Angaben von Nachrichtenagenturen „möglichst zeitnah“ umsetzen. Insgesamt dürfte die Riester-Rentedurch die größere Flexibilität bestimmt nochmals an Attraktivität gewinnen.
Peter Ulrich - Vorstandssprecher Bausparkasse Mainz (BKM)
„Insgesamt können wir eine positive Bilanz ziehen. Seit Einführung des Wohn-Riesters werden bei der BKM nahezu 1.000 Wohn-Riester-Konten pro Monat eröffnet. Trotz Krise sind nachhaltige Riester-Produkte für unsere Kunden nach wie vor der erste Sicherungsbaustein für die zusätzliche spätere Altersvorsorge. Besonders interessant ist dabei die hohe Flexibilität dieser Altervorsorge.”
Jörg Braun - Direktor Maklervertrieb Allianz Leben und Vorstand Allianz Pensionskasse AG
„Wir konnten im 1. Halbjahr 2009 insgesamt 64.525 Verträge vermitteln. Damit hat Allianz Leben ihren ohne hin hohen Marktanteil (einschließlich Fonds-Riester-Renten) im Riestergeschäft erhöht. Zum 1. Halbjahr letzten Jahres betrug dieser 9,5 % und zum 1. Halbjahr dieses Jahres 11,3 %, so dass wir durchschnittlich mehr Verträge als der Markt abgeschlossen haben.“
Frank Breiting - Leiter private Altersvorsorge bei der DWS
„Bei der DWS spürt man im Vorsorgebereich nicht viel von der Finanzkrise. Das 2. Quartal war sogar besser als der gleiche Vorjahreszeitraum. Wir konnten 35.000 neue DWS Riester-Kunden gewinnen. Die Produktreihen unserer strategischen Partner Zürich und Aachen Münchener, beide bestückt mit DWS Investment-Expertise, haben zusammen 65.000 Kunden gewonnen. Die Ferienzeit Q3 ist mit 31.000, respektive 60.000 neuen Kunden auch sehr erfreulich gewesen.“
Wolfram Erling - Leiter Zukunftsvorsorge bei Union Investment
„Im 2. Quartal 2009 konnten wir über 25.000 neue UniProfiRente-Verträge dazugewinnen. Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise, die viele An leger auch in Sachen Altersvorsorge verunsichert hat, und der zunehmenden Marktausschöpfung durch die Riester-Anbieter sind wir mit diesem Ergebnis zufrieden. Im 3. und insbesondere im 4. Quartal ist ein steigendes Interesse an der UniProfiRente zu erkennen.“
(Marc Oehme)







