Den Mutigen gehört der Gewinn
Private Equity Fonds deutlich im Kommen
Private Equity, nicht börsennotierte Unternehmensbeteiligungen, bieten zweistellige Renditechancen – das zeigen die Ergebnisse in den USA, wo Private Equity eine lange Tradition hat. Auch in Deutschland wächst das Interesse, ohne dass schon von einer echten Aufbruchstimmung die Rede sein kann. Anders als in den USA fehlt in Deutschland der überzeugende Track Record, weil...
die ersten Publikumsfonds erst 1998 aufgelegt wurden. Das Gründungsfieber, das sich die Private Equity Branche von den Unternehmen erhofft, in die sie investieren möchte, hat die Initiatoren von Private Equity Fonds längst erfasst. Fast alle am Markt befindlichen Fonds wurden seit Anfang 2004 aufgelegt. Auch wenn diese in der Regel ältere Produkte ersetzen, bestätigt dies doch die deutliche Stimmungsbesserung für Private Equity, denn neue Fonds werden nur angeboten, wenn die Altfonds platziert sind. Und mit Alcas, hinter der die Allianz als Fondsmanager steht, ist ein neuer Anbieter von Private Equity Fonds auf den Markt gekommen.Die Platzierungszahlen der geschlossenen Fonds, die Stefan Loipfinger – Herausgeber des Fondstelegramms – für 2004 ermittelt hat, bestätigen, dass Private Equity von den Anlegern wiederentdeckt wird. Mit 700 Mio. Euro Eigenkapital gab es einen neuen Zeichnungsrekord für Private Equity Fonds und der bisherige Höchststand von 660 Mio. Euro, der mit dem Hype am Aktienmarkt und den Rekordbörsengängen im Jahr 2000 zusammenfiel, wurde glatt übertroffen. Aber gleichwohl ist Private Equity im Vergleich zu den anderen geschlossenen Fonds ein Emerging Market und Venture Capital eine Wüste. Zum Vergleich: 2,21 Milliarden flossen den deutschen geschlossenen Immobilienfonds zu, 2,91 Milliarden sammelten die Schiffsfonds ein.
Die History von Private Equity
Private Equity Fonds wurden dem privaten Anleger, der nicht gleich Millionenbeträge investieren konnte oder wollte, erst sehr spät – durch geschlossene Fonds – erschlossen. Die Loipfinger-Statistik erfasst Private Equity zum ersten Mal im Jahr 2000 für die Jahre 1998 und 1999, mit anfänglich spärlichem Eigenkapitalvolumen von 173,6 und 275 Millionen Mark. Die Intiatoren der ersten Stunde: GUB Glasauer, Wellington Finanz und BVT. Die Aktieneuphorie gegen Ende der neunziger Jahre des letzen Jahrhunderts hat der Idee der Beteiligung an nicht börsennotierten Unternehmen zunächst erheblichen Auftrieb gegeben, wie die Platzierungszahlen zeigen. Die spektakulären Kursgewinne der Neuemissionen führten vielen Menschen vor Augen, welche Gewinne möglich sind, wenn man sich in einem frühen Stadium an Unternehmen beteiligt, die noch nicht börsennotiert sind. „Eine gute Börsenstimmung würde der Idee, in Private Equity zu investieren, Schubkraft verleihen”, glaubt Robert List, Geschäftsführer von BVT und zuständig für Private Equity Fonds. Auch wenn immer wieder von den Experten beschworen wird, dass der Exit Börse für den Erfolg von Private Equity nicht zwingend erforderlich ist.
Erfolge trotz fehlendem Track Record
Ein guter Track Record wäre eine weitere Möglichkeit, den deutschen Anleger von Private Equity zu überzeugen. Aber daran fehlt es verständlicherweise. „Die meisten Private Equity Engagements haben den Fondszyklus von zehn Jahren noch nicht durchlaufen”, konstatiert Dr. Dieter Brender, Vorstand der Global Vision AG Private Equity Partners, die die Private Equity Fonds von MPC managt. Viele in den Vorjahren aufgelegte Private Equity Fonds befinden sich derzeit noch in der Investitionsphase, die rund vier Jahre dauern kann, oder haben ihre Exitphase erst begonnen. Dennoch können diese bereits teilweise erstaunliche Zwischenerfolge melden.
„Unser erster Fonds, der SVF Private Equity Trust 1, brauchte nur 72 Prozent des Zeichnungsbetrages abzurufen”, erläutert Reiner Hambrecht, Vorstand der SVF AG, „den Rest auf 100 Prozent haben wir durch erste Rückflüsse auffüllen können.” Ähnliches weiß der BVT-CAM Private Equity Global Fund 1 zu berichten. „Der Zeichner hat faktisch nur 75 Prozent eingezahlt, ist aber zu 100 Prozent beteiligt”, konstatiert List weiter. „Wirkönnen zumindest auf die überzeugende Performance unserer Zielfonds verweisen. Dabei sind wir nicht mehr nur auf Vergangenheitswerte bereits abgewickelter Fonds angewiesen“, meint Horst Güdel, Vorstand der RWB AG – dem Marktführer unter den Initiatoren von Private Equity Publikumsfonds in Deutschland – zum fehlenden Track Record der Publikumsfonds.
„Die Londoner Agentur PEI Ltd., ein auf Performancemessung im Private Equity spezialisiertes Analystenteam, hat in der Märzausgabe ihres Analysebriefes die TOP 5 unter den 41 US-Buyout Fonds des Jahrgangs 2000 ermittelt. Den Siegerfonds Apollo V finden Sie im Portfolio der RWB AG“, so Güdel weiter. Zu den Fonds, die in der Vergangenheit nachweislich zweistellige Renditen erzielt haben, gehören die Produkte von Apollo und Carlyle, in die der Private Capital Fonds International I investiert. Allerdings haben diese ihre Ergebnisse im Ausland, vor allem in den USA erwirtschaftet.
Aber auch in Deutschland waren mit Private Equity zweistellige Renditen zu erzielen. Bis vor wenigen Jahren war diese Asset Klasse institutionellen und privaten Großanlegern vorbehalten. Erfolge wurden meist nicht an die große Glocke gehängt, Verschwiegenheit und Diskretion sind hier Trumpf. Die Öffentlichkeit erfährt wenig über die hohen Renditen, die dort erzielt wurden. „Aber wir kennen diese natürlich”, versichert Global Vision Vorstand Brender.
Einen ganz eigenen Weg, Private Equity und vor allem Venture Capital den Anlegern näher zu bringen, geht Alfred Wieder – der Spiritus Rector der MIG Fonds. Weil die Geschäftsideen und die Produkte so überzeugend sind, lässt er die Chefs seiner Zielunternehmen in Road Shows vor interessierten Anlegern und Vermitteln auftreten. „Venture Capital zum Anfassen“ nennt es Wieder (s. auch Interview). Eines seiner Vorzeigeunternehmen, die Antisense Pharma, wurde im letzten Jahr mit dem Deutschen Gründerpreis 2004 und dem Bayerischen Innovationspreis ausgezeichnet.
Der Dachfonds macht es möglich
Mit dem Dachfondskonzept wurden außerbörsliche Beteiligungen auch fürden Privatanleger erschwinglich. Hier war es möglich, Anleger mit Mindestzeichnungsbeträgen von in der Regel 10.000 bis 20.000 Euro an 100 bis 200 Unternehmen zu beteiligen. Als Nachteil wird vielfach die doppelte Kostenstruktur (beim Dachfonds und beim Zielfonds) gesehen. „Die zusätzlichen Kosten werden überschätzt”, meint Global Vision Vorstand Brender. Vom Agio abgesehen. Sie machen maximal 1,3 bis 1,8 Prozent jährlich aus, und sind zweifellos zu verschmerzen, wenn wirklich Renditen von 20 Prozent und mehr erreicht werden. „Zudem werden mit Hilfe des Dachfondskonzepts die hohen Einstiegshürden bei den Top-Fonds von fünf und mehr Millionen Euro überwunden”, bemerkt SVF Vorstand Hambrecht.
Anlegen wie die Profis, so und ähnlich trommeln Alcas, BVT und SVF für ihre Fonds. In die Top-Fonds hereinzukommen wäre selbst für die meisten Dachfonds kaum möglich, meint Dr. Rolf Wickenkamp, Chef der CAM Private Equity Consulting & Verwaltungs- GmbH, der die BVT-Cam-Fonds verwaltet. Weil er auch über die Gelder großer institutioneller Anleger disponiert, kommen über CAM auch die BVT-Fonds in deren Anlageprogramme. „Wir nehmen die BVT-Anleger Huckepack”, beschreibt Wickenkamp anschaulich die Vorteile.
Huckepack genommen werden auch die Zeichner des Alcas Europa Plus I und des SVF Private Equity Select II. Der Alcas Fonds wird von den Allianz Private Equity Partners gemanagt, die auch über die außerbörslichen Beteiligungen der Allianz-Gruppe entscheiden. Auch der SVF Private Equity Select II, der in Wahrheit schon der dritte Publikumsfonds von SVF ist, fährt auf dem Ticket der Großen mit. „Es handelt sich hier um einen Co- oder Parallelfonds zum Feri Private Equity Fonds, der von Feri Trust für die Großanleger verwaltet wird”, erläutert Hambrecht weiter. Hier müssen Interessenten mindestens fünf Millionen auf den Tisch legen.
Buy out Fonds Mit einem anderen Alleinstellungsmerkmal kann der Nordcapital Private Equity Fonds IV aufwarten. Private Equity Fonds sind üblicherweise Blind Pools, aber beim neuen Fonds von Nordcapital liegen die Investments schon fest. Der Initiator ist in Vorleistung getreten und hat mit 9,4 Millionen Euro (Kommanditkapital zehn Millionen) drei Engagements in den Zielfonds Doughty Hanson IV, Carlyle Europe Partners II und Hicks, Muse, Tate & Furst Europe Fund II finanziert. Das Kommanditkapital kann allerdings auf 15 Millionen erhöht werden, dann würde ein weiterer Zielfonds hinzukommen.
Bei den bisher eingegangenen Engagements handelt es sich ausschließlich um Buy out Fonds. Diese bilden auch den Anlageschwerpunkt bei allen anderen Publikumsdachfonds. 60 bis 70 Prozent des Fondsvermögens sollen am Ende bei den Dachfonds in Buy outs investiert sein. Auch der aktuelle MPCFonds Global Equity VI strebt einenBuy out Anteil von 70 Prozent an, obwohl die PE-Uhr aus dem eigenen Hause für Venture Capital den optimalen Investitionszeitpunkt anzeigt. Dies sei jedoch kein Widerspruch, meint Brender. „Derzeit gewichten wir Venture Capital Engagements etwas über, ohne am Ende aber die angestrebten Relationen zwischen Buy out und Venture Capital zu verändern”, erläutert der Global Vision Vorstand.
„Für Venture Capital ist der Einstiegszeitpunkt sehr gut”, konstatiert auch Professor Dr. Stefan Jugel von der Fachhochschule Wiesbaden, der über breite Erfahrung in der Beratung sowie in Aufsichts- und Beiratsmandaten von Start-up-Unternehmen verfügt. „Aber es gibt in Europa keine Exitperspektiven über die Börse”, fügt er hinzu. Die VC-Branche stecke noch in den Kinderschuhen und in Europa fehle eine Nasdaq – eine Börse für junge Unternehmen, die schon 1971 gegründet wurde. Auf der anderen Seite werden Engagements, die heute eingegangen werden, frühestens in vier Jahren die Börsenreife erreicht haben. Dann aber ist es für den Einstieg in Venture Capital zu spät, dann muss man investiert sein. Und dann sieht die deutsche Börsenwelt möglicherweise wieder ganz anders aus.
Das Potenzial liegt vor der Haustür – das ist eine These aus der Venture Capital Studie von Mackewicz & Partner. Sie könnte auch von Alfred Wieder stammen, der sie jedenfalls in die Tat umsetzt. Er hat sich die Finanzierung von innovativen Unternehmen aus Deutschland und dem deutschsprachigen Raum auf die Fahne geschrieben. Im vorigen Jahr konnte sein Unternehmen – die Alfred Wieder AG – 100 Millionen Euro für die Venture Capital Fonds Global Chance und Global Asset einsammeln.
FINANZWELT sprach mit Alfred Wieder, Gründer und Vorstand der Alfred Wieder AG.
FINANZWELT: 100 Millionen Euro, ist das in Anbetracht des notwendigen Eigenkapitals nicht ein Tropfen auf dem heißen Stein?
WIEDER: Natürlich, aber das war erst der Anfang. Ich bin der Überzeugung, dass wir in wenigen Jahren jährlich eine halbe Milliarde platzieren. In der Tat: Unser Mittelstand würde jährlich zehn Milliarden benötigen, um alle seine Innovationen zu realisieren.
FINANZWELT: Worin sehen Sie den wesentlichen Unterschied zwischen den von Ihnen angebotenen MIG Fonds zu den übrigen Private Equity Beteiligungsangeboten?
WIEDER: Der MIG Fonds investiert direkt in innovative Unternehmen und bringt dort Kapital ein. Die großen Private Equity Fonds investieren dagegen in diverse Zielfonds, deren Investitionen im Wesentlichen den Anlegern verborgen bleiben, es handelt sich um „blind pools“ im wahrsten Sinne des Wortes.
FINANZWELT: Mit Vergangenheitserfolgen kann die VC-Branche in Deutschland kaum aufwarten. Wie kann ein direkt anlegender Fonds die Anleger überzeugen?
WIEDER: Auf Investorenveranstaltungen, zu denen die Berater interessierte Anleger mitbringen können. Hier treten die leitenden Personen der Zielunternehmen auf und stellen ihr Geschäftsmodell vor. Die Interessenten erhalten einen unmittelbaren Eindruck von den handelnden Personen und ihren Ideen.
FINANZWELT: Sie wählen bewusst das Konzept des vermögensverwaltenden Fonds ohne Verluste in der Investitionsphase, aber dafür mit steuerfreien Erträgen in der Erntephase. Damit heben sich Ihre Angebote von anderen Mittelstandsfonds ab. Welche Überlegung steht dahinter?
WIEDER: Bei den hohen Renditen, die mit Private Equity möglich sind, wäre es wenig sinnvoll, den späteren Ertrag mit dem Fiskus zu teilen, um im Anfang steuerliche Verluste geltend machen zu können.
FINANZWELT: Die Investitionsschwerpunkte Ihrer Fonds liegen bei Biotech, Medizin und Medizintechnik. Sehen Sie dort die größten Chancen?
WIEDER: Medizintechnik und Biotechnologie sind nach Meinung vieler Fachleute die Wachstumsmärkte von morgen. Außerdem hat unser Team hier hervorragende Kompetenz aufgebaut, um Geschäftsmodelle beurteilen zu können.
FINANZWELT: Großen Chance stehen auch große Risiken gegenüber. Dachfonds legen in weit über 100 Zielunternehmen an und streuen damit die Risiken. Wie begrenzen Sie die Risiken?
WIEDER: Durch eine sorgfältige Auswahl, die mit viel Sachverstand und Kompetenz durchgeführt wird. Vor einem Engagement haben wir 200 mögliche Investments näher unter die Lupe genommen. Die fortlaufende Betreuung und Überwachung, die ein Dachfonds nicht bieten kann, mindert gleichfalls die Risiken.
FINANZWELT: Ihnen ist es gelungen, bedeutende Lead-Investoren zu gewinnen. Welche Bedeutung haben diese?
WIEDER: Lead-Investoren bieten unseren Anlegern zusätzliche Sicherheit. Diese haben nämlich das Geschäftsmodell genauestens geprüft und für gut befunden. Zudem leisten sie den Beteiligungsunternehmen in betriebswirtschaftlichen Fragen Hilfestellung und sorgen für ein umfangreiches Kontaktnetzwerk.
Marktführer mit klarer Anlagestrategie
Einen schwierigeren Zeitpunkt, einen Private Equity Fonds in Deutschland einzuführen, hätte sich die RWB RenditeWertBeteiligungen AG kaum aussuchen können. Deutschland litt zu Anfang des Jahrtausendwechsels unter der Katerstimmung des Neuen Marktes. Private Equity wurde mit der Finanzierung unausgereifter Geschäftsideen mit dem Ziel, per schnellem Börsengang Kasse zu machen, gleichgesetzt. Die Oberhachinger
RWB hat sich dennoch nicht von ihrem ambitionierten Vorhaben abbringen lassen, richtete eine eigene Ausbildungs- Akademie ein – und es vergeht wohl kaum ein Tag, an dem Vorstand Horst Güdel nicht über die Grundlagen und vielerlei interessante Hintergründe der Anlageklasse Private Equity referiert. Das Resultat lautet: Marktführerschaft in Deutschland. RWB investiert als Dachfonds in ein zielgerichtet gestreutes Portfolio renommierter Private Equity Fonds und achtet bei der Portfoliodiversifikation auf eine ausgewogene Streuung hinsichtlich der Finanzierungsanlässe (Mezzanine, Lower Mid- Cap bis LargeCap Buy out, Venture Capital), Auflegungsjahre der Fonds und Regionen. Wichtig ist es den RWB-Vorständen Horst Güdel und Norman Lemke dabei, mit Hilfe eines strukturierten Investitionsprozesses die Sicherheitsvorteile eines Dachfonds mit den hohen Renditechancen der Anlageklasse zu verbinden.
„Aus dem Universum von ca. 500 Zielfonds jährlich die 6-8 Zielfonds herauszupicken, die mit ihrer überdurchschnittlichen Performance für eine hohe Rendite des Dachfonds sorgen, ist nur durch eine Kombination aus richtiger Prognose der mittel- und langfristig interessantesten Teilmärkte und der Auswahl der erfahrensten Manager in dem jeweiligen Segment möglich.“ Nur wenn bei den Zielfonds „gutes Management und guter Markt“ zusammenkommen sind nach Aussage von Güdel Spitzenrenditen von 30 % und mehr möglich.
Unterstützt wird die RWB bei der Fondsauswahl von Capvent. RWB und Capvent legen in halbjährlich stattfindenden Strategiemeetings fest, welche Teilsegmente des Private Equity voraussichtlich für die nächsten vier bis fünf Jahre die besten Aussichten haben. Anschließend filtert Capvent in aufwendigen Auswahlprozessen die aussichtsreichsten Zielfonds mit den erfahrensten Managern heraus. Für die externe Bewertung dieser Tätigkeit hat sich Capvent als erster „Fondspicker“ in Deutschland dem so genannten Provider Rating von Scope unterzogen (Ergebnis Note A). Scope in einer Pressemitteilung wörtlich: „Das Ratingergebnis ist Ausdruck der hohen Qualität der Gesellschaft über alle drei Ratingbereiche ‚Unternehmen’, ‚Management` und ‚Risikokontrolle’ hinweg.“
Die aktuelle Entwicklung bestätigt das Vorgehen. Der vom 2002 geschlossenen ersten RWB Dachfonds für das Segment Buyout-Fonds mit Investitionsschwerpunkt USA ausgewählte Fonds Apollo V ist nach einer in der Märzausgabe des Londoner PE Spotlight veröffentlichten Performance- Analyse der Nr. 1 Fonds von 41 untersuchten US Buy out Fonds des Jahrgangs 2000. Mit einem gemessenen aktuellen IRR von 24 % wurde die Durchschnittsrendite dieses Segments um 21,6 % übertroffen.
Doch auch mit Entscheidungen im Venture Capital Bereich lagen die RWB Zielfonds bisher richtig. Mit ihrer 2 Millionen-Beteiligung an Alta Berkeley VI war RWB Kofinanzierer von Camero Incorporation, die von dem renommierten Wissenschaftsmagazin Scientific American als führendes Unternehmen im Bereich Bildverarbeitung ausgezeichnet wurde. Dank ihrer weiteren 3 Millionen-Beteiligung an Apex Investment Fund V partizipieren die RWB-Anleger an der Entwicklung von CombineNet. Siemens Procurement & Logistics Services setzt seit Anfang 2004 auf ein gemeinsam mit CombineNet entwickeltes Entscheidungs-Steuerungs-System. Nach positiven Erfahrungen in den USA führt Siemens das System auch in Deutschland ein.
Ist Private Equity als Asset-Klasse wieder im Kommen? Die RWB hat zumindest gezeigt, dass man Durchhaltevermögen braucht. Und der Erfolg gibt ihr Recht.
Private Equity Palette
Private Equity ist der Sammelbegriff für nicht börsennotierte Unternehmensbeteiligungen. Dabei wird unterschieden zwischen Finanzierung von etablierten Unternehmen (Buy outs) und jungen Unternehmen (Venture Capital oder Wagnisfinanzierung). Wesentlich bei Private Equity ist eigentlich, dass dem Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung gestellt wird. In jüngster Zeit haben auch die so genannten Mezzaninefinanzierungen an Bedeutung gewonnen. Hier handelt es sich um eine Art Zwischenfinanzierung, die eine Mischform aus Eigenkapital und Fremdkapital darstellt. Das zur Verfügung gestellte Kapital wird in der Regel aus dem Cash flow zurückgezahlt.
Beim klassischen Private Equity fließt das Kapital durch Trade Sales oder durch den Börsengang an den Geldgeber zurück. Käufer im Rahmen von Trade Sales sind im allgemeinen strategische Investoren. Gehen die Beteiligungen an einen anderen Private Equity Fonds, handelt es sich um Secondaries. Darauf hat sich der Blue Capital Fonds spezialisiert. Sehr häufig kommt es zu Buy Out Finanzierungen, wenn das bisher angestellte Management ein Unternehmen übernimmt, ohne über das notwendige Eigenkapital zu verfügen. Dieses stellt ein Private Equity Fonds zur Verfügung. Bei der Start-up-Finanzierung ist zu unterscheiden zwischen Frühphasen- und Spätphasenfinanzierung. Der Begriff Mittelstand ist in dieser Hinsicht ungenau. Die MIG-Fonds nehmen Frühphasenfinanzierungen vor, der Partnerfonds Kapital für den Mittelstand und der Midas Mittelstandsfonds stellt etablierten Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung. Üblicherweise sind Private Equity Fonds vermögensverwaltend konzipiert, die Erträge kann der Anleger steuerfrei vereinnahmen. Die Kriterien für vermögensverwaltende Fonds sind verhältnismäßig klar im Erlass von Dezember 2003 geregelt.
(Dr.Leo Fischer)







