Interview mi Horst Güdel
Private Equtiy - Chancen der Anlageklasse
Seit September diesen Jahres befindet sich der RWB Private Capital Fonds II in der Platzierung. FINANZWELT sprach mit Horst Güdel, Vorstand der RWB AG, dessen Unternehmen innerhalb von drei Jahren zum Marktführer avancierte, über Trends im Private Equity.
Kontakt: www.rwb-ag.de
Güdel: Durch einen, auch für uns, unerwartet starken Schlußspurt – in den letzten beiden Zeichnungsmonaten wurden über 12 Mio. Euro gezeichnet – konnten wir das ehrgeizige Ziel von 75 Mio. Euro erreichen. Für viele Anleger gab das bei Platzierungsende nahezu feststehende Portfolio erstklassiger Fonds den Ausschlag. Der neue Fonds, den wir nun an die aktuelle Steuergesetzgebung angepasst haben, verfolgt die zugrundeliegende Portfoliostrategie („Balanced Portfolio Konzept “)konsequent weiter. Aktuell verzeichnen wir bereits ein Volumen von 5 Mio. Euro.
FINANZWELT: Sie betonen immer wieder die Renditestärke von Private Equity. Glauben Sie, dass Renditen von ca.16%nach wie vor realistisch sind?
Güdel: Mehr denn je. Aufgrund der Quartalsberichte, die wir periodisch von unseren Zielfonds erhalten, sind wir laufend umfassend über den aktuellen Status quo des jeweiligen Portfolios informiert. Diese Informationen deuten auf einen planmäßigen Investitionsverlauf hin und bestärken uns in unserer Erwartung, dass die angestrebten Renditen erreicht werden.
FINANZWELT: Trotz der aktuell schwachen Konjunktur?
Güdel: Private Equity ist eine langfristige Anlageklasse. Konjunkturschwankungen bieten da eher Chancen, den Einstieg in Unternehmen oder den Exit zu optimieren. Wir schätzen die Wertentwicklung aktueller Fonds gerade deshalb als überdurchschnittlich positiv ein, weil sich deren Portfolio überwiegend aus Zielfonds „guter Jahrgänge “zusammensetzen – aus Fonds, die in den konjunkturschwachen Jahren 2001 und 2002 aufgelegt worden sind.
FINANZWELT: Ihrer aktuellen Leistungsbilanz ist zu entnehmen, dass Sie planen, verstärkt in Mezzanine-Fonds zu investieren. Warum?
Güdel: Zum Einen sind Mezzaninefonds durch stabile Renditeerwartungen und laufende Erträge gekennzeichnet. In erster Linie versucht die RWB jedoch mit dieser Entscheidung wiederum aktuellen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Insbesondere mittelständische Unternehmen sind zunehmend auf alternative Finanzierungsformen wie Mezzanine Finanzierungen angewiesen, wenn ihnen der Zu gang zum herkömmlichen Bankkredit versperrt wird.
FINANZWELT: Heißt das im Umkehrschluss, dass Private Equity Fonds in Zukunft verstärkt einen Teil traditioneller Bankfunktionen übernehmen werden?
Güdel: Der schrittweise Rückzug der Kreditinstitute aus der fremdkapitalbasierten Unternehmensfinanzierung ist einer der zwei Megatrends, der für die wachsende Bedeutung von Private Equity in der Unternehmensfinanzierung verantwortlich ist. Zwischen privatem Anleger- und kapitalsuchendem Unternehmen etablieren sich Private Equity Dachfonds als Finanzintermediäre und übernehmen klassische Transformationsfunktionen der Kreditinstitute wie die Losgrößen, Fristen- oder Risikotransformation. Ein weiterer Trend ist unbestritten die Zunahme des privaten Vorsorgesparens. Diese bei den Trends sind entscheidend für die wachsende Bedeutung von Private Equity.
FINANZWELT: Bestätigen dies konkrete Zahlen und wie sehen Sie die Rolle im Finanzvertrieb?
Güdel: Das in außerbörsliche Unternehmen investierte Kapital belief sich im Jahr 2001 in Europa auf rund 25 Mrd. Euro. Bis zum Jahr 2010 wird mit einem Wachstum von rund 150 Mrd. Euro gerechnet. Dies würde einem jährlichen Wachstum von 20% entsprechen und verdeutlicht, welches Potential in dieser einst elitären Anlageklasse steckt, wovon nicht nur private Anleger sondern nicht zuletzt auch Finanzberater profitieren werden. Private Equity stellt ein spannendes Thema dar und bietet dem Berater als professionelle und zugleich sichere Anlageklasse zahlreiche Anknüpfungspunkte –auch in der aktuellen Marktsituation: Viele private Anleger versuchen, sich aus dem extrevolatilen Aktienmarkt zurück zuziehen. Deshalb suchen sie gerade jetzt nach alter nativen Investitionsmöglichkeiten und zeigen reges Interesse an Private Equity. Die von unseren Partnern bei der Trainforce Akademie AG entwickelten Konzepte für eine systematische und stetige Neukundengewinnung entsprechen diesem regen Interesse.
(Jens Reichel)







