Interview mit René Berends
Qualität statt Quantität
René BerendsUnter dem Namen BARDO Vertriebs GmbH mit Sitz in Münster haben sich seit kurzem sieben namhafte Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche zusammengeschlossen: Dr. Maasjost & Collegen AG (Münster), Consensus Holding AG (Scheeßel), Conzepta Servicegesellschaft für Versicherungsvermittler mbH (Fuldatal), maxpool Servicegesellschaft für Finanzdienstleister mbH (Hamburg), Finanz-Zirkel GmbH (Bückeburg), BAV Beratungsgesellschaft für betriebliche Altersversorgung und Vermögensanlagen mbH (Herten) sowie die Value Experts Vermögensverwaltungs AG (Ahlen). finanzwelt sprach hierzu mit René Berends, Vorstand CONSENSUS Holding AG sowie Geschäftsführer der BARDO Vertriebs GmbH.
finanzwelt: Was waren die Hintergründe der Gründung?
Berends: Das Bedürfnis, gemeinsam Ziele zu erreichen und die Zukunft mit zu gestalten, ist bei allen Gesellschaftern ähnlich ausgeprägt. In einem sich verändernden Markt sehen wir durch die Zusammenarbeit bessere Chancen zu wachsen. Es geht darum, die Finanzdienstleister in ihrer täglichen Arbeit nachhaltig zu unterstützen, dies kann jeder mit seiner individuellen Stärke allein machen, oder er bringt seine Kernkompetenzen ein, die der Gemeinschaft helfen und somit auch den angeschlossenen Vertriebspartnern.
finanzwelt: Was sagen Sie den Kritikern, BARDO sei nur eine Einkaufsgemeinschaft?
Berends: Spannendes Thema! Wenn es um die Optimierung von Courtagen gehen würde, wäre der gewählte Weg viel zu schwer, dann könnten wir uns in einer lockeren Runde treffen und gemeinsam die Schraube nach oben drehen. In BARDO haben sich Unternehmen zusammengetan, die sich gesellschaftsrechtlich verbindlich erklärt haben, ein gemeinsames Leitbild geschaffen haben und den Markt nachhaltig mitgestalten wollen. Nehmen Sie das Beispiel des testierten Umsatzes – unsere offene, transparente Art, nach so kurzer Zeit schon gemeinsame Zahlen zu veröffentlichen, ist sicher ungewöhnlich für die Branche.
finanzwelt: Welche Ziele verfolgen Sie mit BARDO?
Berends: Unseren angeschlossenen Vermittlern nachhaltige Mehrwerte zu verschaffen. Zu unterstützen bei Themen wie Haftung, Recht, betriebswirtschaftliche Beratung, Vertriebunterstützung, Produktprüfung und -entwicklung, Nachfolgeregelung, technischer Support u. v. m. Wir haben den Anspruch, uns klar von dem derzeitigen Trend im Markt mit immer mehr Wachstum und höherer Provision abzuheben. Wir sind überzeugt, dass Qualität vor Quantität geht, und dass das Prinzip „größer, schöner, weiter“ in der Zukunft ein Auslaufmodell ist.
finanzwelt: Sie haben mit CONSENSUS laut Testat 44 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2008 gemacht. Rechnen Sie hierbei nicht auch Umsätze mit ein, die gar nicht unmittelbar getätigt wurden?
Berends: Unser Modell beruht darauf, dem Makler nach erfolgreichem Start eine Vereinbarung mit den Gesellschaften zu vermitteln, damit er seine unternehmerische Eigenständigkeit behält. Dass ein Vermittler durch CONSENSUS den Zugang zum Versicherer bekommt, ist eines von vielen Geschäftsmodellen im Markt. In regelmäßigen Abständen erhalten wir von unseren Partnern deren direkte Umsatzerlöse, diese werden nach Rücksprache mit einem Wirtschaftsprüfer veröffentlicht.
finanzwelt: Lässt sich denn Ihrer Meinung nach diese Umsatzzahl überhaupt vergleichen mit anderen Anbietern, die dies nicht hochrechnen?
Berends: Teilweise, es gibt Unternehmen im Markt, die ähnlich agieren wie wir, hier sei z. B. Conzepta genannt. Andererseits werden die Ranglisten noch zu oberflächlich dargestellt. Wir sind da auf dem gleichen Weg wie INVERS, die offene transparente Art der Leipziger sollte ein Vorbild für den einen oder anderen Marktteilnehmer sein.
(Das Gespräch führte Marc Oehme)







