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Datum: 27.10.2011

Qualitätsstandards für ETFs

Lyxor hat als erster Anbieter von Indexfonds (ETF) Qualitätsstandards präsentiert. Die zugrundegelegten Standards für Transparenz, Effizienz und Liquidität sind in einer entsprechenden ETF-Charta zusammengefasst. finanzwelt fragte bei Simon Klein, dem European Head of ETFs bei Société Générale, nach.

finanzwelt: Was hat Sie bewogen, Qualitätsstandards für ihre Produkte vorzulegen?

Simon Klein: Lyxor liefert schon immer qualitativ hochwertige Produkte im Segment der synthetischen ETFs. Allerdings sehen sich die ETF-Anbieter in den letzten Monaten einer enormen Kritikwelle gegenüber: Produkte seien nicht transparent genug, teilweise werden gerade ETFs, die Swaps verwenden, als weniger sicher dargestellt. Das ist objektiv betrachtet eine falsche Aussage.

Dennoch haben wir und die gesamte Branche es noch nicht geschafft, solche Botschaften in eine sachliche Diskussion zu überführen. Wir haben es bis jetzt versäumt, ETF-Produkte transparenter zu gestalten, vor allem aber einfacher und verständlicher zu kommunizieren. Jetzt Qualitätsstandards einzuführen, ist eine Maßnahme, um dem Markt und unseren Kunden das verloren gegangene Vertrauen in ETFs wiederzugeben. Unsere Produkte haben eine hohe Qualität und mit unseren Standards geben wir unseren Kunden das schriftlich in die Hand – im Sinne einer Qualitätsgarantie.

 

finanzwelt: Andere ETF-Anbieter scheinen diesbezüglich zurückhaltender zu sein. Warum dieser Alleingang?

Simon Klein: Auch andere ETF-Anbieter fordern mehr Transparenz von der Branche – wir gehen eine Schritt weiter: wir handeln und setzen um.

Und das machen wir zu allererst für unsere Kunden, um sie dort abzuholen, wo sie derzeit stehen: viele sind durch die ETF-Diskussion verunsichert. Wir sehen es als unsere Pflicht an, hier Klarheiten zu schaffen. Dazu führen wir schon immer aktiv Gespräche mit anderen ETF-Anbietern. Bis jetzt gab es allerdings noch keinen gemeinsamen Konsens, beispielsweise einen eigenen ETF-Verband zu gründen. Deswegen können wir aber nicht den Kopf in den Sand stecken. Ganz im Gegenteil: mit den Qualitätsstandards sind wir ein aktiver Treiber und Umsetzer für mehr Transparenz, Effizienz und Liquidität in der Branche.

 

finanzwelt: Sehen Sie eine Entwicklung, dass Privatinvestoren vermehrt ETFs als Anlageklasse in Erwägung ziehen?

Simon Klein: Unser Businessmodell umfasst sowohl den Publikumsbereich als auch das institutionelle Geschäft. In der Vergangenheit haben verstärkt die institutionellen Anleger ETFs eingesetzt. Mittlerweile steigt der Retail-Anteil am ETF-Geschäft aber deutlich an. Lag dieser in den letzten Jahren bei rund fünf Prozent, erleben wir bei Lyxor einen Anstieg auf zwischen zehn bis fünfzehn Prozent.

 Privatanleger, die sich für ETFs entscheiden, sind so genannte Selbstentscheider, die in der Regel keine Beratung in Anspruch nehmen. Sie sind an Finanzenthemen interessiert und engagierte, aktive Anleger.

Darüber hinaus steigen auch die Volumina bei den ETF-Sparplänen an. Das zeigt uns die hohe Akzeptanz der ETFs beispielsweise als Investmentvehikel für eine langfristige Altersvorsorge. Dabei haben die Anleger zwei wesentliche Aspekte verstanden: Zum einen erzielen ETFs oftmals bessere Ergebnisse als viele aktiv gemanagte Fonds. Zum anderen wirken sich offene Kosten oder versteckte Provisionen oftmals negativ auf die Performance aus. Performance und günstige Kostenstruktur sind und bleiben auch künftig Gründe für das Wachstum im ETF-Bereich.

 

Das Gespräch führte Alexander Heftrich


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