Mehr Fragen als Antworten
Ratingdiskussion bei Geschlossenen Fonds
Ein Stern ist der Well Cuisine Himmel. Hier ist der Geschmack und der Eindruck geschulter Gaumen und Augen der entscheidende Faktor. Gourmets pilgern zu den Starköchen und den Weg weisen die Sterne, z.B. Michelin. Und die Feinschmecker sind i.d.R. mit der Leistung des Küchenkünstler zufrieden. Das Rating der Restaurantkritiker funktioniert. Rating hat auch in der Finanzwelt einen guten Namen. Investoren können bei Aktien und Investmentfonds daran die Bonität und die Qualität des Anlageproduktes erkennen. Oft hat eine Herabstufung einer Bank schmerzende Auswirkungen, weil sich die Aufnahme von Geldmitteln dadurch verteuert.
Nun wird seit rund einem Jahr intensiv über das Thema auch bei Geschlossenen Fonds diskutiert. Hierbei werden Fragen aufgeworfen, auf die es zur Zeit noch wenig Antworten gibt. Die Ansätze der Bewertung sind so unterschiedlich wie die Bewertungsmethoden.Die G.U.B. - nach eigenen Angaben älteste Ratingagentur für Geschlossene Fonds und eingebettet im Cash-Media Konzern - überprüft das betriebswirtschaftliche Konzept und die Historie des Anbieters. Dies kann jedoch nicht verhindern, dass bereits der eine oder andere Fonds trotz Bestnote „+++“ gescheitert ist. Die seit ca. 3 Jahren auf dem Markt agierende Fondscope stellt insbesondere die Prognosesicherheit in den Vordergrund und bewertet seit rund einem Jahr die Eintrittswahrscheinlichkeit mit Werten von AAA bis D-. Mittlerweile treten auch renommierte Ratinggesellschaften wie Moodys und Feri auf den Markt und wollen ein Stück vom Analysekuchen abhaben. Es wird offen diskutiert, woher die Analysehäuser die Kompetenz für den Beteiligungsmarkt nehmen werden. Moodys hat sich hier durch die Datenbank von Heinz Gerlach verstärkt und Feri hat gemeldet, mit Stefan Loipfinger zu kooperieren. Andere Quellen bestätigen diese Zusammenarbeit nicht.
Wenn man die Preise - es werden hier Summen von 5.000 EUR bis 100.000 EUR genannt - hört, fragen sich viele, wer die Zeche zahlt.
> Fazit
Es sind noch zahlreiche Fragen offen und Investoren und Finanzdienstleister, denen die Bewertungen eigentlich helfen sollten, sind eher verwirrt. Solange es keine klare einheitlichen Regeln gibt, ist die Flut an verschiedenen Ratings für die Qualitätsorientierung wenig hilfreich. Die Einzigen, die vielleicht davon profitieren, sind die Initiatoren: Sie haben eine weitere Urkunde zur Überzeugung ihres Vertriebs. Aber erstens haben Sie es selbst teuer bezahlt und zweitens stellt sich die Frage, ob es das Papier wert ist, worauf es steht.
(Edmund Pelikan)







