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Mediation

Reden statt klagen!

© Foto: mibPhoto - Fotolia.com

Mediation, also die „Konfliktlösung ohne Gericht“, bietet oft eine sinnvolle Alternative zum üblichen langwierigen und teureren Prozessieren.

Am Ende hat sich der Kampf durch alle Instanzen für die Kassiererin Emmely gelohnt. Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat im Juni dieses Jahres die Kündigung wegen der Unterschlagung von zwei Leergutbons in Höhe von 1,30 Euro aufgehoben. Die Entlassung sei nicht gerechtfertigt, weil nur eine „erhebliche Pflichtwidrigkeit" vorliege, hieß es zur Begründung. Wie hoch die Prozess- und Anwaltskosten am Ende waren – wir können es nur erahnen. Dieses Beispiel und der Hinweis der Rechtsschutzversicherer, wonach es in 2009 einen Zuwachs um 13 % an Arbeitsrechtsschutzfällen (642.000) gegeben hat, zeigen, wie wichtig in Krisenzeiten mit angespannter Arbeitsmarktlage eine gute Rechtsschutzversicherung ist. So tritt ein Streitfall häufig unerwartet ein und kann unkalkulierbare Kosten mit sich bringen.

Mediation als Baustein der Rechtsschutzversicherung. Die Frage ist ja, ob man wie Emmely mehr als zwei Jahre vor Gericht kämpfen kann und will. Und so ist die Mediation als eine Art Schlichtungsverfahren in vielen Fällen eine sinnvolle Alternative zum üblichen Prozessieren und jahrelangen Klagen! „Mediation kann als führende Alternative der klassischen Rechtsdurchsetzung nach mehr als 2.000 Jahren des römischen Rechts entscheidend zu einer neuen Rechtskultur beitragen“, so Gerhard Horrion, Vorstandsvorsitzender der ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG. Ursächlich hierfür sind nicht nur – angesichts von mehr als 3,9 Mio. Verfahren – überlastete Gerichte sowie hohe Kosten der staatlichen Rechtspflege, sondern auch ein Megatrend, der sich unter dem Stichwort „Nachhaltigkeit" subsumieren lässt. Mehr und mehr ist der Bürger an einer nachhaltigen Konfliktlösung interessiert. Das zeigt auch eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von ROLAND. 68 % der Befragten sehen in einem Kompromiss klare Vorteile für beide Seiten.

Auch aus diesem Grund bieten die ARAG, KS/AUXILIA oder auch ROLAND im Rahmen ihrer Tarife die Mediation als Leistungsbaustein an. Einen Schritt weiter geht noch die Wiesbadener DEURAG AG, die als erster Rechtsschutzversicherer einen auf Mediation zugeschnittenen Tarif (M-Aktiv) zum 01.10.2009 auf den Markt brachte. So erhalten die potenziellen Kläger beim kostengünstigen M-Aktiv-Tarif innerhalb von nur zwei Stunden ihren zum Mediator ausgebildeten Juristen der DEURAG. Die Aufgaben eines Mediators sind hierbei, die beteiligten Partner einer gemeinsamen Lösung zuzuführen. Vorab müssen die Konfliktpotenziale aufgenommen und wertneutrale Lösungsvorschläge erarbeitet werden.

Mediatoren bilden quasi die Schnittstelle zwischen beiden Parteien und verhelfen so einem indirekten Austausch. Wichtig ist: Bei der Mediation tragen beide Parteien zur Lösung des Problems bei. Hierzu folgt die Mediation bestimmten Prinzipien: dem Prinzip der Freiwilligkeit, der Verschwiegenheit, der Ergebnis-Offenheit und der so genannten Allparteilichkeit. Im Ergebnis bedeutet bspw. der neue Tarif für die Kunden der DEURAG, dass 40 % Konflikte innerhalb von 48 Stunden und 60 % innerhalb von 1 Woche durch eine Mediation gelöst wurden. Insgesamt konnte das Mediationsverfahren 81 % der letzten 1.000 Fälle zur Zufriedenheit aller Seiten lösen. Den Grund für diesen Erfolg erklärt DEURAG-Vorstand Christian Appelkamp recht simpel: „Die Menschen wollen eigentlich nicht prozessieren. Oft haben sie überhaupt kein Rechtsproblem, sondern ein Kommunikationsproblem.“

Die Mediation hat dort ihre Stärken, wo Konflikte das bestehende private oder berufliche Beziehungsnetzwerk zerstören würden. Familie, Nachbarn, Geschäfts- und Vertragspartner – überall dort können rechtliche Probleme entstehen, die nach einer tragfähigen Lösung verlangen. So erklärt Hanno Petersen, Vorstandsmitglied der ARAG Rechtsschutz: „Im Kern geht es darum, den Konflikt zu lösen und sich danach noch in die Augen schauen zu können, weil sich beide Parteien ohnehin praktisch täglich begegnen. Darüber hinaus lässt sich durch eine Mediation ein Streit in wenigen Tagen beilegen – vor Gericht kann sich der Konflikt über Monate hinziehen. Natürlich spielt es auch eine Rolle, dass eine Mediation nicht in der Öffentlichkeit stattfindet. Das hilft ungemein, sich schnell zu einigen.“ So schön sich die Mediation auch anhört, erörtert Christian Deißner, Betriebswirt (BA) Leiter Marketing KS/AUXILIA, die Mediation sei „ein freiwilliges Verfahren zur Konfliktlösung. Wenn eine Partei dazu nicht bereit ist, bleibt lediglich das gerichtliche Verfahren.“ Ohne Gericht wird es daher auch zukünftig nicht gehen. Und somit wird es die Fälle, wie den der heldenhaft kämpfenden Kassiererin Emmely, auch weiterhin geben.

(Marc Oehme)


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