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Die Essenz der Führung

Reduced to the max

Erfolgreicher Vertrieb heißt immer: erfolgreiche Führung. Erfolgreiche Verhandlungs-Führung, erfolgreiche Kunden-Führung, erfolgreiche Mitarbeiter-Führung – und zuerst: erfolgreiche Selbst-Führung.

Und das ist eine wichtige Aufgabe, sieht man sich den offenbar rapiden Werteverfall der so genannten Leistungselite an: Massenentlassungen bei Rekordgewinnen, Steuerhinterziehungen bei Megagehältern, dramatische Führungsfehler von Riesen-Egos.

Menschenführung nach den Prinzipien der Wesentlichkeit. WESENtliche Autorität und vorgelebte Werte, nicht zugewiesene Macht begeistert Menschen! ©lean leadership wird daher das Motto der Zukunft lauten. ©lean leadership, das ist mehr als nur saubere und klare Führung, es bedeutet: Menschenführung nach den Prinzipien der Wesentlichkeit. Reduziert auf das Essenzielle. Reduced to the max. Keine modischen Modelle, kein kauderwelschiger Schnickschnack. Sondern Authentizität und Wert-Haltigkeit.
  • Dann kommt man auf den Kern.

  • Dann erhält man die Essenz.

  • Wer sich verzettelt, verliert.

  • Wer sich fokussiert, gewinnt.
WESENtlichkeit ist das Gesetz der herausragenden Führung, der ©lean leadership, auf allen vier Ebenen der Führung: Der Selbstführung, der Führung eines anderen Menschen (eins-zu-eins), der Teamführung, der Unternehmensführung.

Die Essenz – von Selbstführung bis Unternehmensführung. Natürlich gibt es Beispiele für ©lean leadership: Führungspersönlichkeiten, die sich total auf die Essenz fokussiert haben und mit großer Einfachheit und großen Ideen führ(t)en. Im politischen Bereich denken wir etwa an Mahatma Ghandi, oder auch an Nelson Mandela. In der Wirtschaft an Friedensnobelpreisträger Mohammed Yunus, der u. a. als Begründer der Mikrokredite vergebenden Grameen Bank eine kleine, positive Wirtschaftsrevolution ausgelöst hat. Ein Beispiel, das uns noch näher liegt: Die Führungskultur eines Wendelin Wiedeking bei Porsche. Als Wiedeking 1992 sein Amt bei Porsche antrat, galt der Autobauer als Sanierungsfall. Knapp über 14.000 Wagen wurden verkauft. Heute sprechen über 97.500 verkaufte Sportwagen im Jahr (Geschäftsjahr 2006/07) mit einem Umsatz von 7,4 Mrd. Euro und einer Umsatzrendite von gut 17 % eine klare Sprache. Und die Erfolgsgeschichte der Umsatz-Maschine scheint nicht abzureißen: In den ersten 4 Monaten des laufenden Geschäftsjahres 07/08 legte der Porsche-Umsatz um 14,7 % auf 2,36 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Wiedekings reformerisches Werk bei Porsche ist auch durch klare Besinnung auf das Wesentliche bestimmt: So baute er die Hierarchie in der Firmenstruktur von 6 auf 4 Stufen ab. Interne Arbeitsgänge, die nicht zum Kern gehörten, wurden ausgelagert. Die Anzahl der Manager reduzierte er um mehr als ein Drittel. Ja, damit waren auch harte Einschnitte verbunden, rund 3.000 Mitarbeiter mussten gehen. Doch nun ist Porsche der profitabelste Autobauer international.

Werte sind die Grundlage der Erkenntnis. Auf das Wesentliche reduzieren ist ein harter Prozess. Es bedeutet aber nicht, sich zugunsten des Shareholder Values einfach von Hunderten oder Tausenden von Mitarbeitern zu trennen, ganze Abteilungen stillzulegen, ganze Produktionsstätten zu verkaufen. Denn das Wesentliche, das liegt immer im Sinn. Im Sinn des unternehmerischen Angebotes. Im Sinn, den das Unternehmen schafft und dem Markt anbietet. Und Sinn – der beruht immer auf Werten. Werte letztlich weisen dem Leader den Weg, was wirklich wichtig ist – und von welchen Optionen man sich besser verabschiedet. Wesentliche Entscheidungen im unternehmerischen Handeln treffen: Das kann gnadenlos scheinen. Aber zu viel Ballast herumtragen, sich auf verschiedenen Märkten verzetteln, versuchen, es jedem (Kunden) recht zu machen, sich nicht entschlossen von dem zu trennen, was nicht weiterbringt: Das kann noch gnadenloser sein. Das zerstört den eigentlichen Kern. Das macht verwechselbar. Das vernichtet Sinn. Und das kann somit geradewegs zum Ruin führen. Menschen, die als ©lean leader richtig entscheiden können, die schnell spüren, welcher Weg zum Ziel führt, auf welchen Rat zu hören und von wem oder was sich zu trennen ist, haben diese Fähigkeit nach meiner Untersuchung signifikant oft auch im privaten Leben kultiviert. Exemplarisch dafür wieder Wendelin Wiedeking im Interview: „Ich habe mich nur um das gekümmert, was mich nach vorne brachte“, und „Das habe ich auch umgesetzt – ohne Rücksicht auf die Bedenkenträger. Und das von Jugend an.“

„Das Richtige“ beruht auf Werten. Führung beruht auf Werten. Solche Werte sind immer emotionale Motoren, sie sind immer grundlegend und sie sind immer WESENtlich. Sie finden und einsetzen kann nur die ethisch und moralisch legitimierte Führungspersönlichkeit, der ©lean leader, der:
  • auf der ersten Ebene der Führung als Vorbild fungiert

  • auf der Ebene der Menschenführung authentisch und menschenorientiert Entscheidungen fällt, begründet und durchsetzt

  • auf der Team-Ebene dafür sorgt, dass 2 plus 2 immer 5 sind

  • das Große und Ganze der Unternehmensführung im Auge behält.
©lean leadership: Der Mensch als Maß aller Dinge. Wer das Neue will, muss auch immer zerstören. Aber nur, um neu aufzubauen und aus den unendlichen Möglichkeiten, die die Zukunft bietet, die richtige zu wählen. Dabei ist der Mensch, nicht irgendein Managementsystem, sondern das Maß aller Dinge. In der Führung von Menschen geht es am Ende immer um bestmögliche Ergebnisse, es geht um die richtigen Rahmenbedingungen, die Menschen benötigen, um Leistung motiviert zu erbringen.

(Andreas Buhr)


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