Interview mit Klaus Dahmann
Regenbogen lösungsorientierter Produktentwicklungen
Klaus DahmannIn Krisenzeiten spielen Renommee und Weltgewandtheit eine große Rolle. Der Vermögensverwalter Legg Mason blickt auf eine hundertjährige Geschichte zurück, konnte umfassende Erfahrungen sammeln und verwaltet heute Vermögenswerte von über 612 Mrd. USD (30.09.2011) an den Aktien- und Rentenmärkten weltweit. finanzwelt interviewte Klaus Dahmann, Head of Sales Germany and Austria, zur Unternehmensphilosophie.
finanzwelt: Herr Dahmann, als einer der größten Vermögensverwalter weltweit decken Sie ein breites Spektrum an Investmentlösungen ab. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation auf den Kapitalmärkten?
Dahmann: Wir sehen zurzeit eine atemberaubende Volatilität im Markt, die sowohl die privaten wie auch die professionellen Investoren stark verunsichert. Dabei hängt die Marktentwicklung in bestimmendem Maße von anstehenden politischen Entscheidungen ab, die schwer zu greifen sind. Das erschwert die Situation. Aufgrund der Tochtergesellschaften-Struktur von Legg Mason vertreten wir keine eigene Hausmeinung zu den Kapitalmärkten. Insgesamt taktieren aber unsere Tochtergesellschaften mit großer Vorsicht in den Märkten. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir Risiken in der gesamten Breite zurückfahren. Wir sind nur viel selektiver bei der Auswahl der Risikopositionen. Auffällig ist, dass der Blick auf die Märkte in den USA weniger negativ zu sein scheint als in Europa. Von vielen Portfoliomanagern hören wir, dass die Gespräche mit den Unternehmensführungen ein deutlich positiveres Bild zeichnen, als die Schlagzeilen in der Tagespresse vermuten lassen.
finanzwelt: In diesem Jahr hat Ihr Haus die Vertriebsaktivitäten in Deutschland beachtlich ausgeweitet. Welche Rolle kommt dem hiesigen Markt zu?
Dahmann: Für die Ausweitung unseres globalen Geschäfts ist Europa und somit auch Deutschland von zentraler Bedeutung. Derzeit managen wir rund 35 Prozent der Kundengelder außerhalb unseres Heimatmarktes USA. Deutschland bildet für uns den wichtigsten Zielmarkt in Kontinentaleuropa. Der deutsche Fondsmarkt ist groß, und sein Wachstum wird durch strukturelle Komponenten wie die Sparfähigkeit der Bevölkerung sowie das Erfordernis zur Altersvorsorge bestärkt. Langfristig geht aber für den klugen Anleger kein Weg an breiter Diversifikation und letztlich Fondsanlagen vorbei. Aufgrund der Breite und Tiefe sowie der erprobten Qualität unserer Produkte besetzen wir eine attraktive Wettbewerbsposition in Deutschland. Somit sind wir in der Lage, weiter Marktanteile zu gewinnen. Die Größe unseres Hauses ermöglicht uns, auf nachhaltige Markttrends jederzeit mit Produktentwicklungen zu reagieren. Mit dem von uns gepflegten Spezialisten-Ansatz über eine Familie von Tochtergesellschaften heben wir uns in der Sicht unserer Kunden positiv von vielen Mitbewerbern ab.
finanzwelt: Welche konkreten Ziele, Stichwort Ausbau der Vertriebspartnerschaften im Wholesale Bereich, wollen Sie kurz- bis mittelfristig verwirklichen?
Dahmann: Unser Ziel ist es, unser Vertriebsnetzwerk in Deutschland weiter auszubauen. Hierbei verfolgen wir einen Multi Channel Ansatz, d. h. wir bieten unsere Produkte nicht nur Distributionspartnern, sondern auch institutionellen und quasi-institutionellen Investoren an. Zudem verfügen wir über gewachsene Partnerschaften mit großen internationalen Distributionspartnern – vor allem im Bankenbereich –, möchten aber mittelfristig die lokalen Kooperationspartnerschaften ausweiten und bestehende intensivieren. Bei Versicherungsgesellschaften und Maklerpools stehen vor allem jene Vertriebspartner im Fokus, die ihre Fondsauswahl zentral für ihre Vertriebsmitarbeiter und angeschlossene Makler tätigen.
(Das Gespräch führte Alexander Heftrich)







