Renditechancen mit Immobilienhandel
Prof. Dr. h.c. (Univ. del Golfo) Frank André Audilet ist Geschäftsführer der Global Investment Group. Sein Unternehmen hat einen kurzlaufenden Immobilienfonds im Vertrieb, der Eigentumswohnungen aus Zwangssituationen erwirbt, optimiert und wieder veräußert...
FINANZWELT: Bislang ist Ihre Unternehmensgruppe dadurch bekannt, weil Sie mit Ihrer Tochtergesellschaft GRE Global Real Estate AG Sozialimmobilien umsetzen. Warum der Wechsel zum Immobilienhandel?PROF. AUDILET: Das eine zu tun ohne das andere zu lassen, könnte man hierauf sagen. Selbstverständlich sind wir auch weiterhin aktiv in der Entwicklung von Pflegeheimen. In diesem Zusammenhang führt man viele Gespräche mit Kommunen und Banken. In einem dieser Termine kam die Frage auf, ob wir nicht Interesse an der Vermarktung von Eigentumswohnungen aus finanziellen Notlagen haben.
FINANZWELT: Besteht also die Chance in dem Zugang zu interessanten Objekten?
PROF. AUDILET: Nahezu jede Bank in Deutschland sitzt auf problembehafteten Immobilien und sucht nach einer Möglichkeit, deren Finanzierung aus den eigenen Büchern zu bekommen. Neben dem ausreichenden Kapital sind es dabei die Vertrauenswürdigkeit und die Erfahrung, die der neue Investor mitbringen muss.
FINANZWELT: Welche Potenziale liegen denn im Immobilienhandel?
PROF. AUDILET: Wir erwerben Eigentumswohnungen deutlich unter dem Verkehrswert, beispielsweise zu dreißig Prozent. Zudem wird das Darlehen für die Immobilie auf Null gestellt und alle Verbindlichkeiten werden abgelöst. Die nun schuldenfreie Immobilie wird von unseren Fachleuten auf die Mieterqualität hin überprüft und kann – nach entsprechender Aufbereitung – mit einer Mietrendite zwischen sieben und neun Prozent in den Markt gegeben werden. Da es sich um hochwertige Objekte handelt, haben wir, was den Abverkauf betrifft, keinerlei Schwierigkeiten.
FINANZWELT: Woran verdienen die Fondsgesellschafter und warum machen die Banken das Geschäft nicht selbst?
PROF. AUDILET: Die Fondsgesellschafter verdienen an der Marge, die sich der Fonds nimmt, um das Eigenkapital zur Verfügung zu stellen. Außerdem an den Gewinnen, die sich aus dem Verkauf der Wohnungen ergeben. Die Banken forcieren die Abwicklung von Immobilien im eigenen Haus zum einen deshalb nicht, weil die Zusammenarbeit mit unabhängigen Dritten der „sauberste Weg“ ist. Man könnte ihnen ja sonst vorhalten, sie hätten das Finanzierungsdebakel bewusst herbei geführt, was natürlich nicht stimmt. Zum anderen fehlt es zumeist an den nötigen Kapazitäten und Marktzugängen, die man braucht, um die Immobilie schnell abzuverkaufen.







