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Abwehr gegen die Rentenlücke!

Rürup und Riester

Während der Europameisterschaft freuten sich die Gastronomen und die Fanartikelhersteller über das „weite Kommen“ der deutschen Nationalmannschaft. Jedes weitere Spiel der Jungs von Jogi Löw spülte auch weitere Einnahmen in die Kassen der Wirte und Händler.

Die EM ist aber jetzt vorbei und somit auch die Zeit des Geldausgebens. Denn der Deutsche spart wieder mehr!

Die Aktienakzeptanz in Deutschland ist jedoch laut Informationen der Internationalen Anlegermesse (IAM) verglichen mit anderen Ländern nicht sehr ausgeprägt. Im Durchschnitt besaßen im vergangenen Jahr 10 Mio. Anleger Aktien oder Aktienfondsanteile, also 15,6 % der Bevölkerung. „In der Schweiz sind es über 20 %, in den USA über 25 %“, berichtet Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank. Doch was ist der Grund für die Zurückhaltung der Deutschen beim Aktienkauf? „Ein negatives Image“, antworten die Experten. „Die Aktie gilt hierzulande als gefährlich, weil man mit ihr auch Geld verlieren kann. Sie gilt zudem als zeitaufwändig. Viele glauben, man müsse permanent die Börsennachrichten verfolgen, um schnellstens reagieren zu können. Und die Aktie wird im Hinblick auf ihre Renditechance tendenziell unterschätzt“, erklärt Prof. Dr. Rüdiger von Rosen, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Aktieninstituts in Frankfurt. Meist hätten die Anleger laut Experten nur das Risiko im Kopf.

Die Deutschen vertrauen eher schon den fondsgebundenen Lösungen der Versicherer. „In unserem Neugeschäft 2007 war fast jede dritte Riester-Rente und etwa jede zweite Basis-Rente eine Fondspolice. Nach unserer Erfahrung ist bei den meisten Kunden trotz der gewachsenen Renditeerwartungen aber auch ein hohes Sicherheitsbedürfnis vorhanden. Wir entwickeln deshalb verstärkt fondsgebundene und indexorientierte Versicherungen, die einen Rettungsanker gegen Kapitalverluste haben. Mit der Allianz Rente IndexSelect bieten wir seit Juli 2007 ein Produkt an, das attraktive Renditechancen mit umfassenden Garantien verbindet“, so Jörg Braun, Leiter Maklervertrieb Allianz Leben und Vorstand Allianz Pensionskasse. Und WWK Vertriebsvorstand Rainer Gebhart ergänzt: „Wir beobachten seit etlichen Jahren einen stetig wachsenden Anteil bei fondsgebundenen Lebensversicherungen. Der Schwerpunkt bei den neu abgeschlossenen Fondspolicen entwickelt sich seit dem Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes zudem eindeutig in Richtung fondsgebundene Rentenversicherung.“ Fondsgebundene Lösungen bieten durch ihren Aktienanteil insbesondere bei langfristigen Ansparvorgängen (typische Laufzeiten von Fondspolicen: 25 Jahre und länger) ein deutlich höheres Ertragspotenzial und damit in der Regel wesentlich höhere Ablaufleistungen als klassische Kapitallebensversicherungen. „Vor dem Hintergrund der derzeit sehr niedrigen Kapitalmarktzinsen und der bestehenden Versorgungslücke bei weiten Teilen der Bevölkerung wird dieser Aspekt immer wichtiger“, erörtert Gebhart.

Unterstrichen wird der Run auf fondsgebundene Lösungen durch eine Untersuchung vom Geschäftsbereich Tillinghast des Beratungsunternehmens Towers Perrin. Tillinghast untersuchte in ihrem „FLVUpdate 2007“ bereits zum 14. Mal die Gesamtentwicklung fondsgebundener Lebensversicherungen (FLV) sowie fondsgebundener Rentenversicherungen (FRV) in Deutschland, inklusive Riester- und Basis-Rentenprodukten. Ergebnis: Das Neugeschäft mit fondsgebundenen Vorsorgeprodukten wuchs 2007 deutlich stärker als der Gesamtmarkt für Lebensversicherungen mit 2,5 %. Erstmalig überstieg das fondsgebundene Geschäft gegen Einmalbeitrag (2,1 Mrd. Euro) dabei das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag (1,7 Mrd. Euro). „Mittlerweile wird beinahe jeder dritte Euro für die Altersvorsorge in fondsgebundene Produkte investiert. Es wird deutlich, dass die Lebensversicherer auf diese Anpassung reagiert haben und verstärkt auf den Vertrieb fondsgebundener Produkte setzen“, erklärt Marcel Schmitz, Principal bei Towers Perrin.

Größte Gewinner der fondsgebundenen Versicherungsprodukte waren im Jahr 2007 die staatlich geförderten Riester- und Rürup-Rentenprodukte mit einem Anteil von 41,3 %. Eine beeindruckende Zahl, wobei die Rürup-Produkte einen erheblichen Satz machten – ihr Volumen konnte sich mehr als verdoppeln und erreicht somit einen Marktanteil von 6 %! Auch die fondsgebundenen Riester-Lösungen zogen nochmals deutlich an und besitzen laut Studie nunmehr einem Marktanteil von 8,5 % in Bezug auf laufende Beiträge. Die Riester-Rente verzeichnet allgemein eine sehr starke Nachfrage – haben doch bereits mehr als elf Millionen Sparer eine solche Abdeckung gegen spätere Rentenlücken abgeschlossen. Die Riester-Rente wird durch Zulagen und Steuerersparnisse gefördert. Maximal bekommen Sparer in diesem Jahr eine Grundzulage von 154 Euro, wenn mindestens 4 % ihres Gehaltes auf das Vorsorgekonto fließt. Außerdem erhalten Familien mit Kindern eine Kinderzulage. Seit Jahresanfang beträgt sie 185 Euro, für alle nach 2007 geborenen Kinder 300 Euro.

Die staatliche Förderung bekommen Sparer allerdings nur auf Antrag. Wer den nicht ausfüllt, verschenkt das Geld. Millionen Sparer haben dies noch nicht getan – somit eine große Chance für den Vertrieb, entsprechend beim Kunden anzufragen! „Die staatlichen Förderungen bei der Riester-Rente sollte wirklich keiner verschenken. Um seinen gewohnten Lebensstandard auch im Alter aufrecht zu halten, führt allerdings kein Weg an einer zusätzlichen Vorsorge vorbei. Die Rürup- oder Basis- Rente ist da eine gute Lösung, vor allem für Selbstständige und Besserverdienende“, stellt Christian Schröder, Produktmanager für Lebens- und Rentenversicherungen der VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a. G., dar. Inwieweit für den Kunden ein Riester- oder ein Rürup-Produkt interessanter ist, hängt von seiner persönlichen Situation ab: „Für diese Entscheidung müssen verschiedene Faktoren beachtet werden. Ist der Kunde selbstständig oder angestellt? Wie viel Geld möchte er in den Vertrag investieren? Wie flexibel möchte der Kunde bei der Finanzierung seines Vertrages sein? Die Entscheidung, ob Riester oder Rürup oder vielleicht sogar beide Produkte, wird der Kunde also erst nach Analyse seiner persönlichen Situation mit seinem Berater treffen. Daher ist aus vertrieblicher Sicht ausschließlich auf die Bedürfnisse des Kunden abzustellen“, erklärt Andrea Schölermann, Abteilungsleiterin Marketing der Condor Lebensversicherung AG. Hierzu stellt der Hamburger Versicherer seinem Vertrieb qualitativ hochwertige, preisgerechte und innovative Produkte zur Verfügung. „Bei den fondsgebundenen Produkten mit Indexfonds bieten wir beispielsweise einen hohen garantierten Rentenfaktor, eine enorme Flexibilität und sehr günstige Kostenquoten, bei den Basis-Renten wurde unser BUZ-Retter integriert und die BUZ leistet bereits nach 6-monatiger Arbeitsunfähigkeit“, erklärt Schölermann.

Laut Frank Kettnaker, Vertriebsvorstand ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung a. G. „richtet sich die Riester- und Rürup-Rente an unterschiedliche Zielgruppen“. Während sich die Riester-Rente eher für Angestellte mit hoher Steuerbelastung oder Familien mit Kindern eignet, profitieren Selbstständige nur von der Rürup-Rente. Zu beachten ist, dass Angestellte, die nach 2040 in Rente gehen, die private Vorsorge sowohl aus Schicht 1 als auch aus Schicht 2 zu 100 % versteuern müssen. „In diesen Fällen kann es daher sinnvoll sein, eine Riester-Rente abzuschließen, da die Beiträge bereits heute zu 100 % abzugsfähig sind. Die Beiträge zur Basis-Rente können in 2008 hingegen nur zu 66 % berücksichtigt werden. Die Best Ager (55 +) profitieren in der Basis-Rente von der steuerlichen Übergangsfrist, denn sie können im Schnitt mehr absetzen, als sie später versteuern müssen. Interessant ist das Modell `steueroptimierter Berufsunfähigkeitsschutz ´ im Rahmen der Rürup-Rente. Hierbei kann der Beitrag zur BUZ unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich berücksichtigt werden. Man sieht: Beide Vorsorgekonzepte haben ihre Berechtigung für den Endkunden und damit auch für den Vertrieb“, beschreibt Kettnaker.

Auch Banken und Investmentgesellschaften sind aufgrund der Nachfrage nach Riester nun auch ins Rürup-Geschäft mit eingestiegen. Seit 2007 dürfen sie Rürup-Produkte anbieten. Dies bedeutet mehr Wettbewerb. Demnach auch weniger Potenziale für den Vermittler? „Für freie Vermittler wird es immer genügend Potenziale geben, da viele Kunden unabhängige Berater vorziehen. Die neuen Riester- und Rürup-Bankprodukte bedeuten zwar Konkurrenz, ändern jedoch nichts an der Tatsache, dass die Altersvorsorge die Kerndomäne der Versicherer bleiben wird. Durch die Absicherung biometrischer Risiken und Zusatzleistungen bieten Policen klare Mehrwerte gegenüber reinen Investmentsparplänen“, klärt Marlies Tiedemann, MONEYMAXX Produktmanagerin, auf. Auch Allianz-Altersvorsorge-Experte Braun stellt klar: „Das Marktpotenzial ist nach wie vor enorm: Zwar haben die Deutschen im ersten Quartal 2008 knapp 68.000 Verträge neu abgeschlossen – das entspricht einem Plus von mehr als 30 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Aber noch immer kennen nach aktuellen Umfragen nur 22 % aller Bundesbürger die Basis-Rente. Verglichen mit Riester ist das eine kleine Minderheit: Diese kennen 94 % – und damit fast schon jedes Kind.“

Der richtige Mix. Den Dreiklang der Altersvorsorge-Schichten bedient MONEYMAXX mit den drei Levels des Produktkonzepts „Discover“, ergänzt durch die BU-Versicherung „Bodyguard“. „Unser Credo bei allen Vorsorgelösungen ist die Kombination aus leistungsstarken Versicherungskomponenten und renditeorientierter Nutzung der Kapitalmärkte. Die größten Vertriebspotenziale sehen wir derzeit in der Rürup-Rente, die Marktstatistiken sprechen für sich. 2007, im bisher besten Absatzjahr für Rürup-Renten, machte ihr Anteil nur 4,2 % des gesamten Neugeschäfts Leben aus“, so Tiedemann.

Den Trend zur fondsgebundenen Versicherung hat auch der VOLKSWOHL BUND frühzeitig aufgenommen. „Während traditionell zum Rentenbezug hin immer in eine klassische Anlage gewechselt wurde, bieten wir heute auch Produkte mit fondsgebundenem Rentenbezug an. Natürlich mit dem richtigen `Sicherheitsgurt´: Garantien sorgen dafür, dass die Renten trotz Fondsanlage nie fallen können. Auf diese Weise kann der Kunde bis ins hohe Alter von den höheren Renditechancen profitieren“, erklärt Schröder.

Die ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung a. G. ist für den Bereich der fondsgebundenen Produkte in allen drei Schichten aufgestellt, denn auch für die Riester-Rente bietet sie seit 01.07.2008 eine Fondspolice mit allen Vorzügen modernen Vorsorgesparens. „Der Umtausch in klassische Produktvarianten ist bei allen Fondspolicen selbstverständlich. Auch im Bereich BU haben wir etwas getan: Eine neue Berufsgruppeneinstufung und neue Überschüsse versprechen gemeinsam mit unseren Top-BU-Bedingungen ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis“, beschreibt Kettnaker.

Erwähnenswert ist zudem der neue fondsgebundene Rentenversicherungstarif der WWK namens „WWK Premium Fonds-Rente maxx“. „Dieser steht unseren Kunden ab Juli 2008 zur Verfügung und kann je nach kundenindividueller Steuersituation sowohl als Privatrente, Direktversicherung oder auch Basis-Rente abgeschlossen werden“, so Gebhart. Bereits vor Produktstart wurde die neue Versicherung von der Ratingagentur Franke & Bornberg mit der Bestnote FFF ausgezeichnet. Zielgruppe des neuen Produktes sind alle Anleger, die für ihre Altersvorsorge die Renditechancen der globalen Kapitalmärkte nutzen möchten und eine attraktive Anlageform suchen.

Abschließend hat auch Canada Life auf den Rürup-Zuwachs reagiert. „Die deutlichen Steuervorteile bei Rürup-Renten sind für eine sehr breite Kundenschicht interessant“, sagt Günther Soboll, Hauptbevollmächtigter Canada Life Europe für Deutschland. „Mit Generation basic plus können wir nun auch ganz unterschiedliche Risikotypen und Anlagewünsche bedienen.“ Wie bisher setzt die Canada Life-Police auf starkes Aktieninvestment, um hohe Renditechancen für die Rente zu erwirtschaften. Ab 1. Juli 2008 bietet die Rürup-Versicherung angelsächsischer Prägung aber eine deutlich erweiterte Fondsauswahl, die auf verschiedene Kundentypen mit unterschiedlichen Risikoprofilen zugeschnitten ist.

Fazit: Im Hinblick auf die kommende Abgeltungssteuer ist der Abschluss einer fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherung steuerlich besonders interessant. Ihre Nachsteuerrendite kann in vielen Fällen höher sein als bei einem Fondssparplan oder der Direktanlage in Aktien, weil sie nicht der neuen Abgeltungssteuer unterliegt. In Verbindung mit einem der beiden (Rürup/Riester) staatlich subventionierten Produkte eine feine Sache mit zahlreichen Parallelen: Beide Schichten der Altersvorsorge sind staatlich gefördert, setzen auf lebenslange Rente statt auf Kapitalauszahlung und sind vor Hartz IV geschützt. Personen mit niedrigem Einkommen, die förderberechtigt sind, sollten auf jeden Fall Riester den Vorzug geben. Für alle Jüngeren, die erst nach 2040 in Rente gehen, ist auch Riester eine lohnende Investition, da die Beiträge bereits heute voll absetzbar sind. Und – gerade Eltern sollten aufgrund der Kinderzulage Riester wählen. Im Gegensatz dazu ist die Rürup-Rente zunächst für Freiberufler und Selbstständige geeignet. Doch auch für Angestellte bietet Rürup eine Alternative – eine genaue Prüfung im Einzelfall ist also empfehlenswert.

(Marc Oehme)


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