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Schnelles Geld ist meist schnell weg

Täglich grüßt uns in diesen Tagen nicht das Murmeltier, sondern Günther Schild – und zwar im Fernsehen. Günther Schild ist Finanzexperte, den uns die Bundesregierung mit der Botschaft ins Haus bringt, Bundeswertpapiere zu kaufen.

Günther Schild ist 112 Jahre alt. Alle Finanzkrisen, die denkbar scheinen, hat es in diesem Zeitraum gegeben. Den konservativen Rat, Bundeswertpapiere zu kaufen, überbringt sinnigerweise Günther Schild, die Schildkröte. Landschildkröte, genauer gesagt.

Wer auch immer die Idee zu diesem Commercial hatte, Botschaft und Symbol stimmen. Sicherheit und risikofreie, deshalb schmalere Renditen zu erwarten, die ewig halten, das ist der Weg, aus Geld sicheres Vermögen zu machen. Alles, was über 4 % Rendite von Anlagepromotoren angeboten wird, ist mit Risiko behaftet. Das muss jeder Anleger heutzutage akzeptieren und diese Erkenntnis sich unumstößlich einprägen.

„Schnelles Geld heißt so, weil es meist schnell weg ist", sagt Günther Schild. Richtig, so ist es. Misstrauen Sie - das wiederum ist meine Message (und das nicht nur seit Krisenzeiten) - allen Offerten, die über 5 oder 6 % Rendite als risikoarm offerieren. Schauen Sie genau hinter oder in die bunten Seiten der Prospekte, die solche Profite begründen. Meist finden sich dicke Haken.

Zurück zu Günther Schild. Zufall oder nicht. Die Wahl einer uralten Schildkröte zum Überbringer der ultimativen neuen (aber eigentlich alten) Anlagestrategie enthält einen weiteren, vielleicht noch wichtigeren Fingerzeig oder Vorschlag, Geld sicher und rentabel anzulegen: In Wohnungen nämlich. Günther Schild trägt eine solche schließlich bei sich. Diese Anlageform ist meines Erachtens nach viel geeigneter in diesen Tagen als festverzinsliche Anlagen. Fachleute und konservative Investoren favorisieren seit vielen Monaten die Wohnung als Vermögensbildungsobjekt und rücken diese damit wieder in die erste Reihe der Anlagevorschläge, die alle heute relevanten Postulate der Kapitalanlage mitbringt: Die Wohnimmobilie ist sicher, rentabel und schützt vor Inflation.

„Stabiler Markt für Wohnimmobilien: Investoren entdecken Wohnungen", formuliert das „Handelsblatt". „Sicherheitsaspekt führt zu Umdenken: Anleger besinnen sich wieder auf Wohnimmobilien", schreibt das „Hamburger Abendblatt". Einprägsamer bringt es die „Zeit" auf den Punkt: „Klüger wohnen". Alles Zitate aus den letzten Wochen.

finanzwelt hat sich gründlich mit diesem Thema beschäftigt und sich bei all den Experten für Wohnimmobilien erkundigt, die uns die Frage beantworten können, ob die Wohnimmobilie heute das Optimum der Vermögensbildung darstellt. Lesen Sie ab Seite 66 die Ergebnisse der breit angelegten Recherche und achten Sie auf die Aussagen der befragten Experten. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Wohnimmobilie als Assetklasse steht nach Jahrzehnten des schlechten Rufs (zu viel Ärger mit Mietern, anlageunfreundliche Rechtssprechung pro Mieter, nicht finanzierbar) vor einem Revival. Sicherheit und Rentabilität. Diese Kriterien spielen ganz besonders auch bei geschlossenen Fonds eine große Rolle.

In der letzten Ausgabe der finanzwelt habe ich Ihr Augenmerk, liebe Leser, auf Fonds-Rating-Verfahren und -Probleme gelenkt. Heute empfehle ich Ihnen, sich mit zwei bis heute meist im Hintergrund und meist nur von Insidern diskutierten Stichworten des Marktsegments geschlossene Fonds zu beschäftigen: Es sind die Begriffe Platzierungsgarantie und Mittelverwendungskontrolle. Nie kamen diesen Sicherheitspostulaten mehr Bedeutung zu als heute. Warum? Wenn ein Fonds nicht in der im Prospekt zugesagten Zeit ausplatziert wurde, dann hat sich das gesamte Zahlenwerk durch Markt- und Außeneinflüsse möglicherweise vollständig verändert. Der Anleger sieht dann weniger oder gar keine Renditen mehr. Noch trickreicher wird gelegentlich mit dem Begriff „Mittelverwendungskontrolle" umgegangen. Mittelverwendungskontrolle soll eigentlich das Normalste garantieren, was ein Anlagevorschlag oder -produkt zum Inhalt hat, nämlich, dass die Anlagemittel so ausgegeben werden, wie angekündigt. Welche Tricks und Fallen Initiatoren sich ausdenken, um zur falschen Zeit, in der falschen Reihenfolge, aber auf jeden Fall frühzeitig an des Initiators Zeichnungsmittel heranzukommen, grenzt oft an Betrug oder ist ein solcher - und zwar lupenrein. Vier renommierte Fachjuristen wurden gebeten, Stellung zu nehmen. Sie beantworten die wichtigsten Fall- und Fallenstellungen:

  • Was soll der Platzierungsvertrag zwingend regeln?
  • Was passiert, wenn eine Platzierungsgarantie nicht erfüllt werden kann?
  • Was unterscheidet Mittelfreigabe und Mittelverwendungskontrolle?
  • In welchen Fällen haftet der Mittelverwendungskontrolleur?

Noch ein Wort zu Günther Schild. Wir hätten Ihnen, liebe Leser, Günther Schild gerne im Original als Illustration zur Berichterstattung präsentiert, aber leider hat die Bundesfinanzagentur uns dies untersagt, weil der Bezug zum Thema Bundeswertpapiere fehlt. Das ist eigentlich schade, denn ein präziserer Bezug zu Bundeswertpapieren, als wir ihn in der Berichterstattung vornehmen, kann eigentlich nicht erfolgen. Behördendenken.

Lesen Sie auf  den folgenden Seiten die Stellungnahmen der Rechtsanwälte.

 

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