Berufsunfähigkeitsversicherung
Schutz mit vielen Fragezeichen!

Die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit (BU) gilt nach wie vor als eine der wichtigsten Vorsorgemaßnahmen. Doch ganz so simpel wie manche denken, ist die Auswahl der richtigen BU-Police im Versicherungsdschungel nicht.
Die magische Zahl lautet 44,8 - diese Zahl ist gemäß einer Studie der Allianz Leben das bedauerliche Durchschnittsalter, bei dem eine Berufsunfähigkeit eintritt. Statistisch gesehen ist jeder fünfte davon betroffen. Die Hauptursachen sind nicht, wie vielleicht vermutet, körperliche Gebrechen, sondern psychische Erkrankungen. Damit bricht eine tragende Säule des eigenen Lebens zusammen, und neben den menschlichen Problemen ist die finanzielle Versorgung gefährdet. Dennoch haben sich bis dato nur circa 20 % entschlossen, ihr BU-Risiko mittels entsprechender Police abzusichern. Corinna Sevin, Leiterin Fachbereich BU aus dem Hamburger Analysehaus Softfair Handelsgesellschaft für Computer und Programme mbH, beschreibt die Situation so: „Alle reden über die Sicherheit von Kapitalanlagen. Dass die eigene Arbeitskraft oft das wichtigste Kapital ist, wird oft nicht beachtet." Und Delta Lloyd Vertriebsvorstand Wolfgang Fuchs ergänzt: „21 % der befragten Eltern sehen ihren Lebensstandard durch die Finanzkrise gefährdet, eine Berufsunfähigkeit sehen hingegen nur 10,6 % als wahrscheinliches Risiko. Die Krise drängt also alle anderen Risiken in den Hintergrund. Dabei ist den Menschen auf der anderen Seite durchaus bewusst, dass sie unzureichend gegen Berufsunfähigkeit abgesichert sind, nur rund ein Viertel der Befragten halten ihre Absicherung für ausreichend."
Welche Gründe sprechen gegen eine BU-Police? Die Botschaft eines entsprechenden Schutzes scheint langsam anzukommen. Doch wer diese Erkenntnishürde genommen hat, steht vor weiteren Problemen, wie bspw.: Welche Police macht für mich Sinn? Welche Leistungen muss die Police beinhalten? Werde ich mit meinen Vorerkrankungen überhaupt angenommen? Soll es eine eigenständige Police oder doch eine Zusatzpolice im Rahmen z. B. einer Lebensversicherung oder eine Rürup-Police sein? Wie teuer wird der Spaß? Kann ich mir ordentlichen Schutz überhaupt leisten?
Der Preis ist der Ablehnungsgrund Nummer eins, so das Ergebnis der Continentale-Studie zur BU. Insgesamt stimmten 58 % der Befragten, die nicht gegen BU vorsorgen, der Aussage „BU-Schutz ist zu teuer" zu. Angesichts der Tatsache, dass die Bevölkerung durch den Gesetzgeber gezwungen wird, in immer mehr Bereichen private Vorsorge zu betreiben - Altersvorsorge, Gesundheitsfinanzierung, Pflege usw. - fühlen sich viele Menschen offenkundig in ihren finanziellen Möglichkeiten überfordert und verzichten bewusst auf eigentlich notwendigen Schutz. Immerhin: „24 % aller Berufstätigen würden bis zu 50 Euro monatlich für einen Schutz ausgeben, 8 % bis 75 Euro und weitere 8 % sogar mehr", wie Jakob Wachter, Direktor Produktmanagement Continentale Lebensversicherung a. G., erklärt.
Wohl auch aus diesem Grund war es für finanzwelt schwierig, manchen Versicherern Zahlen bezüglich des Neugeschäfts zu entlocken. So beriefen sich bspw. die Continentale und die Dialog Lebensversicherung AG auf Betriebsinterna, zu denen sie keine Angaben machen wollten. Bei Delta Lloyd lagen die Abschlüsse in 2008 nach ihren Angaben ganz leicht unter den Vorjahren, bei Alte Leipziger stiegen sie nach dem guten Jahr 2006 (17.181 Stück) nun wieder von 14.843 (2007) auf 16.006 im Jahr 2008. Bei Volkswohl Bund bewege sich laut eigenen Angaben der Zugang neuer BU-Policen in den Jahren 2006, 2007 und 2008 jeweils zwischen ca. 10.000 und 15.000 Stück. Jedoch muss Volkswohl Bund einen Einbruch in der Entwicklung im Neugeschäft feststellen.
Gewiss, die immer geringeren finanziellen Möglichkeiten sind ein sachlich gerechtfertigter Grund. Doch der Kunde ist bereit für entsprechende Gespräche, wie Vanessa Reetz, Produktmanagerin BU/Pflege Volkswohl Bund, bestätigt: „Je schwerer die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Bevölkerung sind, desto intensiver setzen sich Kunden mit der Absicherung ihrer persönlichen Risiken auseinander. Im Gegensatz zu vielen Altersvorsorgeprodukten stehen hier keine Börsenkurse und Zinsphantasien im Fokus, so dass die Absicherung gegen BU nach wie vor einen hohen Stellenwert einnimmt." Wie sich durch entsprechende Analysen aus dem Hause softfair darstellen lässt, sind leistungsstarke selbstständige BU-Verträge für einen 35 Jahre alten kaufmännischen Angestellten ohne risikoreiche Hobbys mit 1.000 Euro Rente zwischen 60 und 70 Euro zu erhalten. In angeblich „risikoreicheren" Handwerksberufen wie Tischler erhöhen sich solche Policen schnell auf 140 bis 220 Euro. „Die meisten wissen zwar, dass der Berufsunfähigkeitsschutz unverzichtbar ist. Trotzdem wird er wie kaum ein anderes Lebensrisiko verdrängt oder erscheint unbezahlbar. Dabei gibt es unterdessen einige neue Produkte mit hochwertigem Schutz zu günstigen Preisen. Etwa die fondsgebundene BU der Gothaer, die mit innovativem Konzept einen passgenauen Versicherungsschutz für alle Berufsgruppen bietet", so Dr. Matthias Maberg, Produktmanagement Gothaer Lebensversicherung AG.







