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Immobilienfonds

Sicherheit mit staatlichen Mietern

Geschlossene Immobilienfonds, die seit Jahren Marktanteile verloren haben, könnten im Zuge der Finanzkrise eine Renaissance erleben. Darauf deuten die Vertriebserfolge einiger Angebote hin.

Hannover Leasing konnte seit Jahresbeginn mehr als 220 Mio. Euro Eigenkapital für ihren Luxemburgfonds Europa 3 Bürokomplex „An der Drosbach" einsammeln. Der Fonds ist seit dem 17. März ausplatziert. „Mit einem solchen Absatz hatten wir selbst nicht gerechnet", meint Friedrich Wilhelm Patt, Sprecher der Geschäftsführung von Hannover Leasing. Die prognostizierte Anfangsausschüttung von 5,25 % reißt eigentlich niemanden vom Hocker. „Die Ausschüttung ist aber steuerfrei, und es entfällt sogar der Progressionsvorbehalt, der im letzten Jahr rückwirkend zum 1. Januar 2008 für Investitionen im EU-Raum abgeschafft wurde", meint Norbert Fath, Leiter Immobilien bei Hannover Leasing. Und in Luxemburg ist auch keine Steuererklärung abzugeben. Das Gebäude ist architektonisch imposant, entworfen von Stararchitekt Stefan Braunsfeld. Den Mittelpunkt bildet ein freistehender Turm, um den fünf sehr schlank wirkende Gebäudeflügel angeordnet sind, die wie die Finger einer Hand in die Landschaft hinausragen. Aus der Vogelperspektive wirkt der Komplex wie ein Stern, „Stern im Herzen Europas" heißt der Werbeslogan.

„Mit einer Leerstandsrate von lediglich 2 % ist das Großherzogtum bislang von den Auswirkungen der Finanzkrise praktisch verschont geblieben", unterstreicht Birthe Müller-Weykam, Deputy Managing Director des internationalen Maklerunternehmens Atis Real in Luxemburg. Und einer der beiden Ankermieter ist die Europäische Gemeinschaft.

Wenn ein solches Gebäude heute eingekauft würde, wäre vielleicht eine höhere Eingangsrendite möglich, heißt es bei Hannover Leasing, aber die hohen Fremdfinanzierungskosten, die heute zu zahlen sind, hätten dieses Renditeplus wieder aufgezehrt. Davon kann Wölbern ein Lied singen. Im Herbst letzten Jahres hätte der Initiator ein Objekt in St. Etienne mit einer Eingangsrendite von 7,75 % erwerben können, doch es fand sich keine Bank, die die Transaktion finanzieren wollte. Wölbern setzt die Erfolgsserie Hollandfonds fort. Nach Ausplatzierung der Fonds Holland 64 und 65 vor wenigen Wochen sind die Nummer 66 und 67 in der Pipeline.

„Wir gehen davon aus, dass 2009 vor allem die Produkte erfolgreich sein werden, die im Core-Segment und auf transparenten und sicheren Märkten investieren", meinte Patt bereits Ende des letzten Jahres. Aber ein Corefonds in Reinkultur ist der Stern von Luxemburg nicht. Der Fonds hat das Gebäude vom Projektentwickler erworben, für Flächen, die nach dem 1. September 2009 noch unvermietet sind, gilt ein Generalmietvertrag. Core-Immobilien sind heute offenbar anders zu definieren.

Anders als Büros zeichnen sich Pflegeimmobilien durch gesicherte Einnahmen aus. „Wir kennen die öffentlich geregelte Einnahme unseres Pächters für die Überlassung von Raum und Inventar sowie Instandhaltung. Damit haben wir eine einzigartige Grundlage für die Kalkulation einer bezahlbaren Pacht", erläutert Thomas F. Roth, Vorstandsvorsitzender der Immac Holding AG, Marktführer bei Pflegeimmobilienfonds. „In der aktuellen Marktsituation bieten Fonds mit dem Fokus Seniorenimmobilien aufgrund ihrer geringen Korrelation mit Aktien und Renten einen wichtigen Baustein für ein diversifiziertes und stabiles Depot", meint Thomas Mitzel, Vorstand INP Holding AG.

 

 

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