Solarfonds
Solarparks sorgen für den Lichtblick

Solarfonds scheinen sich zum Gewinner der Finanzkrise zu entwickeln. Einnahmesicherheit und Nachhaltigkeit sprechen für die Photovoltaik.
Außer den geschlossenen Immobilienfonds, die vom Sachwertdenken profitieren, stehen New Energy Fonds ganz oben in der Gunst von Anlegern und Vermittlern. Eine Umfrage von Feri bei Vermittlern ergab, dass bei 55,5 % der Befragten das Platzierungsergebnis von New Energy Fonds im ersten Quartal 2009 besser war als erwartet. Fast 78 % der Vermittler erwarten im weiteren Jahresverlauf höhere Platzierungszahlen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum für New Energy Fonds.
New Energy gehört offensichtlich zu den Nutznießern der Krise. Kein Wunder. Denn durch die garantierte Einspeisevergütung für Strom aus regenerativen Quellen können die Anleger unabhängig von Konjunkturen und Krisen mit langfristig gesicherten Einnahmen rechnen. Das ist derzeit nicht in allen Segmenten der geschlossenen Fonds so. Wenn früher von New Energy die Rede war, war eigentlich Windenergie gemeint. Erst 2004 kamen in größerem Umfang Solarfonds auf den Markt, seit 2007 dominieren die Solarfonds die Szene. Auch aktuell bildet Solar das größte Segment, an Windkraft können sich die Privatanleger praktisch nur über Zweitmarktfonds beteiligen. Das bedeutet aber kein Votum gegen die Windkraft, im Gegenteil. „Windkraftbeteiligungen werden den Projektentwicklern von den großen Energieversorgern gleichsam aus der Hand gerissen", erläutert Daniel Kellermann, der die Internetplattform Green Value betreibt.
Die mit hohen Kosten belasteten geschlossenen Fonds (die New Energy Fonds hatten nach Berechnungen von Scope 2008 im Durchschnitt weiche Kosten von 21,70 % des Eigenkapitals) werden von den Energieversorgern mit Leichtigkeit überboten. „Die großen Energieversorger sind darauf bedacht, ihre Monopolstellung bei der Lieferung von Strom zu behaupten", erklärt Tjark Goldenstein, Vorstand des Emissionshauses Ökorenta AG. Hinzu kommt: Manche Windkraftanlagen arbeiten inzwischen so effizient, dass sie gar nicht mehr auf die Einspeisevergütung angewiesen sind.
Das lässt sich von der Solarenergie nicht sagen, die erst seit Anfang 2004 in ähnlichem Umfang wie die Windkraft in Deutschland gefördert wird. „Gemeinsam mit der Windkraft ist der Photovoltaik, dass der Rohstoff kostenlos ist", meint Hermann Klughardt, Geschäftsführer beim Initiator Voigt & Collegen. Das ist z. B. bei der Stromgewinnung aus Biomasse ganz anders. Hier sind schon Fondsprojekte gescheitert, weil die Rohstoffpreise so stark anzogen. Und die Kraft der Sonne ist schier unerschöpflich.
Die Solarenergie wird auch von den etablierten Emissionshäusern entdeckt. Während Windkraft immer die Domäne kleiner Anbieter war, haben auch große Initiatoren wie MPC, Hannover Leasing, KGAL und neuerdings auch HCI Solarfonds aufgelegt. Marktführer ist aber mit Voigt & Collegen ein junger Anbieter, der bislang ausschließlich Solarfonds auf den Markt gebracht hat. „Spanien und Italien bieten mit ihrer hohen Sonneneinstrahlung sehr gute natürliche Voraussetzungen für die Errichtung von Solaranlagen", meint Klughardt. 3.025 Sonnenstunden zählte Malaga im letzten Jahr, 2.640 waren es in Palermo. Im Mittel kam Deutschland auf 1.619 Stunden. Zudem haben beide Länder äußerst günstige Vergütungsregeln für den Strom aus Sonnenergie. So erhalten Solaranlagen, die vor dem 29. September 2008 in Betrieb genommen wurden, in Spanien Einspeisevergütung von rund 43 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Satz wird jährlich an den spanischen Verbraucherpreisindex angepasst, wird also inflationsbereinigt, und gilt für 25 Jahre. So erhält der im letzten Jahr aufgelegte Fonds MPC Solarpark für 2009 aus seinen vier Solarparks 47,0181 Cent/kWh. Neue Bodenanlagen (die nach dem 29. September 2008 ans Netz gehen) erhalten nur noch 32 Cent/kWh.
Inzwischen hat sich der Photovoltaik-Zug Richtung Italien in Bewegung gesetzt, wo es jetzt die höchste Vergütung gibt. Zu einem Basispreis von 10 bis 11 Cents kommen je nach Integration der Anlage in ein Gebäude 35,28 bis 43,12 Cents. In Spanien und Italien investiert der Soles 11, in Deutschland und Spanien soll auch der geplante DCM-Fonds wieder investieren. Der HCI-Fonds beteiligt sich an zwei Solarparks in Deutschland (Bayern und Baden-Württemberg) und erhält 20 Jahre lang eine Einspeisevergütung von 35,49 Cent. „Die attraktiveren Projektpreise machen die Nachteile gegenüber den Standorten in Südeuropa wieder wett", meint Oliver Moosmayer, Produktvorstand der HCI.
Auch in Deutschland kann sich ein Investment also rechnen. „Zwei in Deutschland investierende KGAL-Solarfonds schütten für das Jahr 2008 mit 12 und 9,8 % deutlich mehr aus als die prognostizierten 6 und 6,3 %", konstatiert Gert Waltenbauer, Geschäftsführer der KGAL. Für den im letzten Jahr platzierten Fonds „InfraClass Energie 3", der in La Solana in Spanien investiert, entspricht die Ausschüttung für das erste Halbjahr 2008 in Höhe von 10 % der Prognose.
Anders als die Solarfonds, die Photovoltaikparks erwerben und betreiben, wird der Klima-Rendite-Fonds von Picard Solar in Unternehmen investieren, die in der Entwicklung, der Produktion von Modulen, dem Vertrieb von Photovoltaikanlagen sowie der Realisierung von Solarparks tätig sind. Es handelt sich also um einen Private Equity Fonds, der in Photovoltaik- Zielunternehmen anlegt. „Der Klima- Rendite-Fonds 1 deckt damit die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich Photovoltaik ab", erläutert Ulrich Vollmers, Geschäftsführer des jungen Initiators. Beim ersten Fonds hat sich der Debütant ehrgeizige Ziele gesetzt: 60 Mio. Euro will der Fonds bis spätestens Mitte 2010 einsammeln. Die mündlichen Voranfragen hätten bereits bei 100 Mio. gelegen. Einen Private Equity Fonds für New Energy plant auch die Ökorenta.
Überwiegend sind die Fonds steuerlich als vermögensverwaltende Fonds konzipiert. Das heißt: Die Ausschüttungen unterliegen der Abgeltungssteuer, dasselbe gilt für den Verkaufserlös. Anleger, die einem höheren persönlichen Steuersatz als 25 % unterliegen, ziehen Vorteile aus der Abgeltungssteuer. Und die anderen können sich die zu viel einbehaltene Abgeltungssteuer auf Antrag vom Fiskus zurückholen. Dieses Konzept ist einfach und steuerlich sicher.
(Dr. Leo Fischer)







