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Bürgerentlastungsgesetz

Steuern sparen und Vorsorge optimieren

Die Versicherer versuchen derzeit wieder das Vorsorgegeschäft anzukurbeln. Grund: Das Bürgerentlastungsgesetz (BEG) – laut Aussagen des Bundesministeriums der Finanzen die größte Steuerentlastung der bundesdeutschen Geschichte –, das am 22. Juli 2009 im Bundesgesetzblatt verkündet wurde. Seit Januar 2010 sind nun Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung steuerlich besser absetzbar.

Rund 16,6 Millionen Bürger profitieren ab Jahresbeginn von Entlastungen in Höhe von rund 10 Mrd. Euro jährlich. Bis 2013 summieren sie sich auf rund 40 Mrd. Euro. Der Kern des Gesetzes: Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können besser von der Steuer abgesetzt werden – sowohl für privat als auch für gesetzlich Versicherte. Außerdem können innerhalb der aufgestockten Höchstbeträge weiterhin Ausgaben für sonstige Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden, das betrifft zum Beispiel Prämien für Haftpflicht- oder Unfallversicherungen. „Die Steuerentlastungen richten sich nach Einkommen und Familienstand und können leicht mehr als 1.000 Euro im Jahr betragen“, sagt Muhyddin Suleiman, Vertriebsvorstand beim Finanz- und Vermögensberater MLP. Das zusätzlich verfügbare Geld aus der finanziellen Entlastung durch das BEG, aus dem höheren Grundfreibetrag und dem erhöhten Sonderausgabenabzug sollte unbedingt in eine zusätzliche private Altersvorsorge investiert werden. Dazu rät auch der kürzlich von der Bundesregierung vorgestellte Rentenbericht 2009.

Dies nutzen die Versicherer als neuen Türöffner und bieten nun dem Vertrieb unterstützende Maßnahmen. So gibt es bereits eine Vielzahl von Vorteilsrechnern, die die entsprechende finanzielle Entlastung durch das BEG darstellen. Der „unerwartete“ Nettogewinn hieraus kann ideal verwendet werden, um die Altersvorsorgelücken auszugleichen – quasi ein Geschenk des Staates.

Diese Information ist bis dato aber bei vielen Kunden noch nicht angekommen. Laut einer aktuelle Studie des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov Psychonomics AG sind die Vorteile des BEG in der Bevölkerung noch weitgehend unbekannt: Nur jeder vierte Bundesbürger weiß, dass die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung künftig deutlich besser als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden können – ebenso wie die Beiträge für mitversicherte Kinder. Selbst wer das neue Gesetz bereits kennt, fühlt sich bisher nur unzureichend darüber informiert. Die wenigen Aufklärungen sind vornehmlich den Medien entnommen. Ein Lichtschimmer: Die Befragten, die über das BEG informiert waren, zeigen Bereitschaft zur Investition der Steuerersparnis in die Altersund Gesundheitsvorsorge (29 %). Deutlich bevorzugt werden hier Altersvorsorgeprodukte (83 %) gegenüber privaten Kranken- bzw. Krankenzusatzversicherungen (26 %) oder privaten Pflege- bzw. Pflegezusatzversicherungen (19 %).

Fazit: Es benötigt noch viel Aufklärungsarbeit, um das BEG publik zu machen.

(Marc Oehme)


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