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Warum die derzeitige Situation viele Vermittler zum Handeln zwingt

Steuersparanlage fürs Volk

Die Würfel sind gefallen. Diesen Satz, der gerne dem römischen Kaiser Julius Caesar in den Mund gelegt wird, kennen viele aus dem Comic „Asterix“. Er symbolisierte eine abschließende Entscheidung – meist um Leben oder Tod. Die Würfel sind auch in der Assekuranz gefallen. Aber so weit wie bei Caesar geht das Ergebnis nun wirklich nicht.

Ab dem 1.1.2005 fallen für Neuabschlüsse von kapitalbildenden Lebensversicherungen oder Fondspolicen die Steuerprivilegien weg. Künftig müssen die Versicherten den Wertzuwachs ihrer neu abgeschlossenen Police versteuern – sogar die Anteile am Ertrag, die auf steuerfreien Kursgewinnen von Aktien beruhen. Das ist nicht die einzige Benachteiligung der Policen. Die Besteuerung in nur einem Kalenderjahr wird die Versicherten bei größeren Verträgen in den Spitzenbereich der Steuerprogression heben, während Investmentfondssparer ihre Erträge jährlich versteuern und dabei auch noch ihre Freibeträge nutzen können. Nur mit der Hälfte des Ertrags der Einkommensteuer unterworfen werden Policen, deren Leistung nicht vor dem 60. Lebensjahr fällig wird und der Vertrag mindestens 12 Jahre läuft. Das gilt auch für private Rentenpolicen, sofern das Kapitalwahlrecht ausgeübt wird. Positiv betrachtet dürfte dies die bescheidene Haltedauer – jede zweite Police wird vor dem regulären Vertragsende storniert – verlängern. Zudem wird die private Rente dank Alterseinkünftegesetz in Zukunft sogar steuerlich besser behandelt (siehe Berechnung).
Auch der zweite Steuervorteil – der Sonderausgabenabzug für Kapitalpolicen in der Einkommensteuererklärung – wird für neue Verträge ab dem kommenden Jahr entfallen. Nur bei Altverträgen wird er in unveränderter Form weitergeführt. Dies hat bei vielen Versicherern dazu geführt, dass eine Stimmung eingetreten ist wie bei den Anbietern von steuerorientierten Kapitalanlagen – getreu dem Motto: Wenn nicht jetzt, wann denn? Und so bekommen viele Versicherte derzeit Besuch von ihrem Vermittler, denn Neuabschlüsse oder das Heraufsetzen der Versicherungssumme garantieren weiterhin steuerfreie Einkünfte. Dem entgegen steht eine gravierende Stornowelle, denn noch nie wurden so viele Lebensversicherungen vorzeitig gekündigt wie im vergangenen Jahr. So musste der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) aufgrund von Stornierungen im letzten Jahr Auszahlungen in Höhe von 12,4 Milliarden Euro verzeichnen. Im Jahr 2002 lag die Stornosumme noch bei 9,2 Milliarden Euro. Dass die Assekuranzbranche dabei die Auswirkungen der Arbeitsmarktreformen zu spüren bekommt, wonach immer mehr Arbeitslose gezwungen sind, ihre Verträge aufzulösen, mag dabei ein Erklärungsmuster sein. Ulrich Brock vom Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute: „Wir spüren sowohl eine Zurückhaltung in der Vertragsanbahnung als auch die vermehrten Kündigungen.“ So sollen aufgrund des Drucks der Arbeitsämter im vergangenen Jahr 50.000 Policen gekündigt worden sein.
Ein weiterer wichtiger Grund ist sicher aber auch die relativ schlechte Performance der Anbieter – gerade der Lebensversicherer. So konnte im Durchschnitt im Jahre 2003 lediglich eine Überschussbeteiligung von 5 Prozent erzielt werden - im laufenden Jahr sollen es nur 4,5 Prozent sein (Angaben durch M.M. Warburg Investment Research). Die Vermögensmanager der Versicherungen hätten dabei in den vergangenen Jahren kein gutes Händchen bewiesen und sich wie Kleinanleger verhalten, so ein namhafter Frankfurter Investmentbanker. Viele warfen 2003 Aktien zu Niedrigstpreisen auf den Markt, die sie noch im Jahre 2000 teuer erstanden hatten. Dass dies aufgrund der neuen Vorgaben durch das BaFin geschehen sei, weist Behördenchef Jochen Sanio weit von sich. Im Ergebnis verloren die Versicherer nach Schätzungen so von 2000 bis 2003 mehr als 100 Milliarden Euro. Auch das „Aufholen“ hinsichtlich attraktiverer Renditen dürfte damit erschwert werden, denn derzeit halten die deutschen Lebensversicherer gerade noch rund sieben Prozent ihrer Anlage in Aktien, im Jahre 2000 war es mehr als doppelt so viel. Die Aktie bietet nun einmal das höchste Wachstumspotential.
FINANZWELT machte die Probe aufs Exempel und stellte den führenden Anbietern in Deutschland eine Frage, die sich jeder Vermittler stellt: Welche Argumente sprechen derzeit für den Abschluss einer Kapitallebensversicherung? Das Ergebnis war ernüchternd. Trotz mehrfachem Nachfassen äußerte sich lediglich eine Handvoll (siehe Kasten). So ist es offensichtlich nicht nur ein Gefühl, sondern Realität, wenn sich viele Vermittler alleine gelassen fühlen und der Lebensversicherung als Anlageinstrument kaum mehr eine Chance geben. Dies offenbarte auch eine Befragung des Maklerpools BCA, wonach 60 Prozent der rund 600 befragten Teilnehmer die Attraktivität der Lebensversicherung in der Zukunft als schlecht einschätzen, weitere rund 20 Prozent sogar als sehr schlecht. Mehrere große Vertriebe bzw. Pools signalisierten uns: „Ende des Jahres nehmen wir die LV aus dem Programm.“ Dabei ist die Kapitallebensversicherung durchaus ein Produkt mit Berechtigung. Beispielsweise zur Grundabsicherung, zur Finanzierung oder – die Fondspolice – zur Vermögensübertragung (siehe Kasten). Den Markt und seine Anbieter regelmäßig unter die Lupe nimmt dabei seit vielen Jahren der Map-Report. Das Unternehmen von Manfred Poweleit (www.map-report.de) bewertet nach Kennzahlen in einer Kombination aus Unternehmens- und Produktrating die Anbieter des Marktes, ermittelt Sicherheitsfaktoren und Renditechancen der Tarife. Das klassische M-Rating erhalten dabei nur Gesellschaften, die mindestens 30 Jahre am Markt sind. Jüngere Unternehmen bewertet Map in einem gesonderten Rating.
Offensichtlich auf starkem Wachstumskurs sind dagegen die Fondspolicenanbieter. Keine sechs Monate nach dem Verkaufsstart der Stuttgarter Fondspolice meldet das Unternehmen jetzt erste Ergebnisse: So ist das Jahr 2003 in diesem Bereich mit einem Rekordergebnis zu Ende gegangen. Alleine mit dem neuen Fondsprodukt wurde in den letzten drei Monaten des Geschäftsjahres 2003 ein Umsatzplus erzielt, das höher ausfiel als der Gesamtumsatz des Vorjahres mit dem Vorgängerprodukt. Auch die Canada Life gibt insbesondere aufgrund der fondsbasierten Rentenversicherungen eine Steigerungsrate von 60 Prozent im ersten Halbjahr 2004 im Verhältnis zum Vorjahr bekannt. Swiss Life vermeldet ebenso gute Zuwächse – gerade im Bereich der fondsgebundenen Rentenversicherung. Um ihre Kunden mit einer individuellen Vorsorgelösung auf dem richtigen Kurs zu halten, hat die Nürnberger Versicherungsgruppe für ihre fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung die neue Fondsgeneration „Nürnberger Navigation Fondsgebundene“ entwickelt. Und der Vertriebsvorstand der Hamburger Aspecta, Stefan Giesecke, lässt sich mit dem Satz zitieren: „Der Erfolg gibt uns Recht, denn seit 1996 erzielen wir dank der Treue unserer Partner immer wieder ein deutlich über dem Marktdurchschnitt liegendes Wachstum, in diesem Jahr weit über 50 Prozent. Insbesondere die neue fondsgebundene Kinderpolice “ASPECTA Einstein” erfreut sich großer Beliebtheit bei unseren Vertriebspartnern und Kunden. ...“ Auch die WWK muss nicht hinter dem Berg halten (siehe Interview auf Seite 12).
Wer indes Wert legt auf eine unabhängige Analyse und Marktübersicht von Fondspolicen, ist bei Franke & Bornberg gut aufgehoben. Bei der Bewertung der Fonds berücksichtigt Franke & Bornberg das Fondsrating von Standfard & Poor´s. Die notwendige Streuung innerhalb der Fondspalette sowie die Versicherungsbedingungen beurteilen die Profis aus Hannover allerdings selbst. Ihr Rating zählt zu den führenden in Deutschland. Das komplexe Bewertungsverfahren unterscheidet dabei grundsätzlich drei Anlagetypen: Den renditeorientierten Investor – „Broker“ genannt –, den Typ „Managed“, der die Assekuranz im Rahmen einer vorher vereinbarten Strategie übernimmt, sowie den Typ „Flexibel“, der die Anlage selbst in die Hand oder den Versicherer selbst beauftragen kann. Je nach Typus finden sich bei Franke & Bornberg unterschiedliche Produktempfehlungen, die Anleger kostenfrei unter www.franke-bornberg.de und Vermittler im Online Zugriff für 300 Euro im Jahr erhalten können.

(Michael Oehme)


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