Hochkarätiger Austausch von Informationen
Tafelrunde in Kronberg
Das Ambiente des Schlosshotels Kronbergs ist nicht nur der krönende Rahmen für eine Veranstaltung, bei der sich nunmehr zum sechsten Mal auf Einladung von Prof. Karl-Georg Loritz und Dr. iur. Klaus R. Wagner sowie Dorothee Schöneich und Michael Oehme führende Marktteilnehmer der Kapitalanlagenbranche trafen – die gepflegte Atmosphäre des Schlosshotels macht zugleich deutlich, dass es um einen offenen, entspannten aber nicht desto weniger angeregten Austausch von Informationen geht.
Dabei war und ist es die Intention der Veranstalter, wichtige, zukunftsweisende Themen der Branche diskutieren zu können. So reihten sich um diese Veranstaltung die Fragen: Werden die Anbieter und Vertriebe von geschlossenen Fonds die Abkehr von Steuersparmodellen ohne Umsatzeinbruch verkraften und welche Möglichkeiten bieten sich durch Finanzierungsmodelle der öffentlichen Hand, auch bekannt unter dem Begriff Public Private Partnership (PPP)?Den Auftakt machte Fundus-Geschäftsführer Anno August Jagdfeld, der bereits bei der zweiten Tafelrunde über die Entwicklung der geschlossenen Fonds referiert hatte. Jagdfeld machte insbesondere darauf aufmerksam, dass es bei der Bewertung von Immobilien als Kapitalanlage darum gehen müsse, die langfristige Werthaltigkeit der Objekte zu berücksichtigen. Wie andere auch zeigte er auf, dass es kein Zufall sein könne, dass sich immer mehr internationale Investoren für den Immobilienstandort Deutschland interessieren, sondern dies als Zeichen dafür gewertet werden müsse, dass eine Wertentwicklungswelle bevorstehe.
Der Karlsruher Anwalt Dr. h.c. Rudolf Döring, der u.a. Offenbach als Kommune in Fragen PPP berät, führte ein in die Voraussetzungen für PPP-Modelle und hinterfragte die Nutzbarkeit von geschlossenen Fonds. Es wurde deutlich, dass neben formalen Schwierigkeiten insbesondere die geringe Höhe der möglicherweise zu erzielenden Renditen ein Knockout-Kriterium sein dürfte. Dr. Peter Schiefer, Managing Partner von M2 Capital Management AG, Zug (Schweiz), zeigt im Anschluss auf, dass sich geschlossene Fonds wenn schon nicht zur Finanzierung von kommunalen
Projekten, dafür aber besonders für Wachstumsinvestitionen in bestehende mittelständische Unternehmen eignen und somit eine sinnvolle Ergänzung zu Bankkrediten darstellen.
Da derartige Produkte letztendlich verkauft werden müssen, kam im Anschluss Manfred Brenneisen, Gründer und Vorstandsvorsitzender der BRENNEISEN CAPITAL AG zu Wort. Er zeigte auf, wie Vertrieb früher funktionierte und warum diese Parameter heute nicht mehr funktionieren. Anlageberatung sei heute lebensbegleitend, der Produktauswahl und dem Service um die Beratung sei ein wichtiger Stellenwert beizumessen. Brenneisen wörtlich: „Steuerfreies Ertragsverkaufen ist gefragt“. Das stelle natürlich auch höhere Anforderungen an die Anbieter.
Diesen Anforderungen gestellt hat sich auch Dr. Claus-Eric Gärtner, Geschäftsführer der BVT. Er zeigt in einem Praxisexkurs die Vor- und Nachteile von PPP-Projekten auf und bestätigte so den Ansatz von Rudolf Döring. Sein deutliches Credo: Fonds sind als Kapitalanlagemodelle beispielsweise für Umweltinvestitionen bestens geeignet – dazu muss es kein PPP-Projekt sein.
Als Nachsatz bliebe anzumerken, dass die sechste Tafelrunde am meisten durch den intensiven Dialog zwischen Vertrieben und Anbietern „gelebt“ hat. Hierzu waren bewusst mehrere Vertriebsführungskräfte eingeladen worden als in den Jahren zuvor.
(Michael Oehme)







