Hauptnavigation & Suche:

Unternavigation:


Zurück zur Übersicht

Rating für geschlossene Fonds – Wert-Risikoindikationen für Beteiligungsfonds

Teil VI der Serie „Fondsrating“

Ein Prospekt eines geschlossenen Fonds zu lesen ist eine Sache, eine Analyse eine andere. Letztere erfordert eine strukturierte Aufgliederung der wesentlichen Merkmale und deren Zuordnung zu quantitativen und qualitativen Bewertungskriterien. Eine derartige Analyse gibt einen ersten Eindruck, wie der Fonds insgesamt bezüglich der...

Zielgröße

„Wert-Risikopotenziale“
einzuordnen ist. Eine derartige Indikation ist gleich wohl kein Rating, weil die wesentliche

Informationsquelle der
Fondsprospekt ist und z.B. weder die Prozesse im Einzelnen analysiert werden noch das Management

und dessen Track
Record durch direkte Managementinterviews berücksichtigt werden können.

Ein Prospekt eines geschlossenen Fonds
zu lesen ist eine Sache, eine Analyse eine
andere. Letztere erfordert eine strukturierte
Aufgliederung der wesentlichen
Merkmale und deren Zuordnung zu quantitativen
und qualitativen Bewertungskriterien.
Eine derartige Analyse gibt
einen ersten Eindruck, wie der Fonds insgesamt
bezüglich der Zielgröße „Wert-
Risikopotenziale“ einzuordnen ist. Eine
derartige Indikation ist gleich wohl kein
Rating, weil die wesentliche Informationsquelle
der Fondsprospekt ist und z.B.
weder die Prozesse im Einzelnen analysiert
werden noch das Management und
dessen Track Record durch direkte Managementinterviews
berücksichtigt werden
können.
Für Beteiligungs-, Equity- und Mezzanine-
Fonds, die für den deutschen
Mittelstand Kapital zur Verfügung stellen,
ist eine gewisse Boomphase angebrochen,
da in Zukunft ertragsgetriebene
Produkte gefordert sind. Bei der
Analyse der Prospekte wurde deutlich,
dass große Qualitätsunterschiede sowohl
in der Prospektqualität als auch in
den hinterlegten Anlagekonzepten und
-prozessen festzustellen sind. Dies liegt
wohl auch daran, dass neuere Fondskonzepte
aus den Erfahrungen bestehender
oder Vorgänger-Produkte lernen. So entwickelt
sich die ganze Branche stetig
weiter, die Konzepte werden intelligenter
oder raffinierter und die für die
Anleger wesentlichen Indikatoren Wertentwicklung
und Risiko werden optimiert.
Nicht zuletzt erzeugt der Wettbewerb
auch einen gewissen Druck auf
die Kosten, die die Emission und der
Betrieb des Fonds verursachen. Und das
ist auch gut so.
Grundsätzlich handelt es sich bei
Beteiligungsfonds um Blindpoolkonzepte
und um ein unternehmerisches
Engagement. Nicht jeder Anleger ist
darauf vorbereitet und sich über die
möglichen Folgen im Klaren. In der Regel
können solche Produkte nicht als Grundlage
eines Vermögensaufbaus, sondern
als Beimischungsprodukt eingesetzt
werden. Hohe Prognosewerte für die
Wertentwicklung dürfen nicht darüber
hinweg täuschen, dass auch erhebliche
Risiken bis hin zur Einbusse des eingesetzten
Kapitals möglich sind.

In der vorgelegten Bewertung werden
die Potenziale der Wertentwicklung und
des Risikos sowie die Marktpositionierung
untersucht. Die Marktpositionierung
ist deshalb von Einfluss, weil ein
noch so gutes Fondskonzept nicht zur
Wirkung kommen kann, wenn es sich in
der Platzierungsphase am Markt gegenüber
den Wettbewerbsprodukten nicht
durchsetzen kann. Dabei spielen Imagefaktoren
sowohl der Emittenten als auch
der Vertriebsorganisationen eine wichtige
Rolle. Hier lassen sich Wirkungen
der Markenbildung erkennen und auf
Grund von positiven Erfahrungen in der
Vergangenheit Vorteile in der Platzierung
feststellen, aber ebenso auch die
Nachteile, wenn Marktteilnehmer negative
Erfahrungen in der Vergangenheit
gemacht haben. Die Mechanismen der
Marktwirtschaft funktionieren also doch
und besonders auch im Marktsegment
der geschlossenen Fonds.
Eine besondere Verantwortung kommt
den Publizisten zu, die sich auf geschlossene
Fonds spezialisiert haben. Ihre
Ausführungen zu Fonds – die oft auch
als Analysen bezeichnet werden –
adressieren häufig einem großen Leserkreis
von potenziellen Anlegern, die auf
Anhieb nicht erkennen können, ob es
sich um eine werbemäßige Aussage
oder eine systematische und unabhängige
Analyse handelt. Zu sagen, dies ist
gut und das ist schlecht, ohne Angabe
konkreter Begründungen lässt nicht
unbedingt auf Unabhängigkeit, eine
sorgfältige Recherche und eine systematische
Aufarbeitung wichtiger Fakten
und Einflussfaktoren schließen. Wie in
vielen anderen Märkten auch ist die
Marktkommunikation ein treibender
häufig erfolgsentscheidender Faktor im
Vertrieb, und diejenigen die sie betreiben,
haben eine ganz besondere Verantwortung
gegenüber den Marktteilnehmern
und insbesondere gegenüber
den Anlegern.
Fazit der Vergleichstudie Mittelstandsfonds.
Die Anzahl der Angebote im
Bereich Mittelstandsbeteiligungen ist in
den letzten Monaten kontinuierlich
gestiegen. Unsere Analysen zeigen jedoch,
dass es sich hierbei keineswegs
um eine homogene Anlageklasse, sondern
um eine sehr differenzierte Produktpalette
mit höchst unterschiedlichen
Chancen-Risiko Profilen handelt.
Grundsätzlich positionieren sich alle
Fonds im Bereich der alternativen Finanzierung
und partizipieren von den starken
Veränderungen der Finanzierungslandschaft
in Deutschland.
Gemeinsames Merkmal aller untersuchten
Fonds ist der sog. Blindpoolcharakter,
d.h. es müssen erst noch Investitionsmöglichkeiten
– sog. „targets“ –
gesucht werden. Für die Wertentwicklung
und das Risiko ist es von entscheidender
Bedeutung, dass dieser Auswahlprozess
sorgfältig und systematisch
erfolgt. Da es sich bei den Fonds um eine
neue Produktklasse handelt, existieren
in der Regel keine Leistungsbilanzen in
Form von Vorgängerprodukten. Daher
ist es umso wichtiger, dass die handelnden
Personen, insbesondere die Entscheidungsträger
im Investitionsprozess,
umfangreiche Managementerfahrungen
im Mittelstand nachweisen können.
Das Blindpool-Risiko kann u.a.
durch klar festgelegte Anlagekriterien
minimiert werden, die z.B. die Branchenstreuung
im Portfolio und ein Minimum-
Rating oder die Lebenszyklusphase vorgeben.
Die endgültige Entscheidung über ein
Investment sollte zudem stets durch
einen unabhängigen und kompetenten
Anlageausschuss erfolgen, der seine
Entscheidungsfindung auf die Bewertungen
einer unabhängigen Ratingagentur
stützen kann. Hier unterscheiden
sich die von uns bewerteten Fonds
erheblich. Neben rigiden Auswahl- und
Risikomanagementprozessen einiger
Anbieter existieren Fonds, die dem
Management hinsichtlich ihrer Anlageentscheidung
vollkommen freie Hand
lassen und dem Anleger keinerlei Mitspracherecht
einräumen.
Die Renditeerwartung ist stark abhängig
von der Anlageklasse, in der sich der
jeweilige Fonds bewegt. Der Venture
Capital Bereich – d.h. Investment in
junge, wachstumsstarke Unternehmen
– bietet die höchsten Renditechancen,
aber auch das höchste Risiko.
Einen entscheidenden Einfluss auf
Chance und Risiko hat auch der Einsatz
von Fremdfinanzierungen (sog. Innenfinanzierung).
Dieser „Hebel“ erhöht bei
einem prosperierenden Verlauf die
Rendite, wirkt aber bei einem negativen
Verlauf auch umgekehrt und erhöht den
Verlust und damit das Risiko.
Die Kapitalbindung der Fonds ist sehr
unterschiedlich. Neben langen Laufzeiten
einiger Anbieter werben andere
Fonds mit einem Kapitalrückfluss in
weniger als 6 Jahren. Unter Risikomanagementgesichtspunkten
sinkt das
Risiko bei kürzerer Kapitalbindungsdauer.
Ob jedoch dem Mittelständler, der
langfristiges Kapital benötigt, gedient
ist, wenn er mit hohen Kapitaldienstforderungen
durch kurze Beteiligungslaufzeit
konfrontiert wird, bleibt dahingestellt.


Fazit
Welche Anlageklasse und welche Laufzeit der
Anleger wählen sollte, bemisst sich nach seinem
Risikoappetit und seinen frei verfügbaren Mitteln.
Er sollte jedoch bei einem Blindpoolkonzept auf den
Investitionsprozess, die Anlagekriterien und die
Portfoliogestaltung sowie unabhängige Entscheidungsprozesse
in besonderem Maße achten. Nach
sorgfältiger Abwägung dieser Kriterien bildet diese
neue Assetklasse eine interessante Anlageform mit
überdurchschnittlicher Renditechance.

Zusatz-Informationen:

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

finanzwelt für unterwegs: Die neue finanzwelt-App bringt Ihnen die wichtigsten News des Tages auf Ihr Handy.

finanzwelt-App

finanzwelt.tv

Film: Alle Filme ansehen

Abo-Bestellung

Bestellen Sie die nächste Ausgabe der finanzwelt.

Jetzt abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie ab jetzt unseren kostenlosen finanzwelt-Newsletter.

Newsletter abonnieren

Fußzeile: