Datum: 21.10.2011
"The next one - das Schicksal der OIF"
Die Reihen lichten sich. Offene Immobilienfonds stehen weiter in der Kritik. Jetzt gab AXA Investment Managers die Auflösung des AXA Immoselect bekannt. finanzwelt bat Achim Gräfen, Geschäftsführer von AXA Investment Managers Deutschland GmbH, um Stellung.
finanzwelt: Sie lösen den AXA Immoselect auf. Bitte erläutern Sie uns die Gründe für dieses Vorgehen.
Achim Gräfen: Die Wiederöffnung des AXA Immoselect war unser Ziel. Für dieses haben wir lange gekämpft. Trotz intensiver Anstrengungen während den letzten beiden Jahre, in denen der Fonds die Rücknahme von Anteilscheinen ausgesetzt hat, konnte die für eine erfolgreiche Wiederöffnung erforderliche Liquidität jedoch nicht geschaffen werden. Die Anzahl der Anleger, die bei einer Wiederöffnung des Fonds ihre Anteilscheine zurückgeben wollen, war zu hoch. Dies haben wiederholte Befragungen bei den Vertriebspartnern gezeigt. Hinzu kommt die erneute Zuspitzung der Eurokrise, die die Anleger verunsichert und Entscheidungsprozesse bei potentiellen Immobilienkäufern verzögert. Die notwendigen Objektverkäufe zur Schaffung der erforderlichen Liquidität in Höhe von geschätzten mindestens 30 Prozent des Fondsvermögens können unter diesen Umständen bis zu dem gesetzlich letztmöglichen zulässigen Wiederöffnungstag, dem 16. November 2011, nicht abgeschlossen werden. Unter diesen Umständen konnte es nicht zur Wiederöffnung kommen.
finanzwelt: Was bedeutet dies nun für die Anleger – wie ist das weitere Procedere?
Achim Gräfen: Wir werden den AXA Immoselect geordnet und Schritt für Schritt nachvollziehbar abwickeln. Wichtig für den Anleger ist, dass dies absolut fair ablaufen wird und alle Anleger gleichberechtigt sein werden. Was es zu verteilen gibt, wird gerecht verteilt werden. Wir haben das Sondervermögen mit einer Frist bis zum 20. Oktober 2014 gekündigt. Unser Ziel ist es bis dahin das gesamte Immobilienportfolio zu bestmöglichen Preisen zu veräußern. Die erzielte Liquidität wird den Anlegern in halbjährlichen Kapitalrückzahlungen zurückgezahlt. Die Rückzahlung erfolgt jeweils in Höhe eines festgelegten Betrages pro Anteilschein. Der Wert des Anteilscheins wird sich nach jeder Teilrückzahlung um den zurückgezahlten Betrag reduzieren. Die erste Rückzahlung ist für April 2012 geplant. Geplant ist, die Kapitalrückzahlungen auf demselben Wege wie die bisherigen jährlichen Ausschüttungen zu leisten. Die laufenden Erträge des Portfolios werden zusätzlich ausgeschüttet.
finanzwelt: Der AXA Immoselect ist nicht der einige offene Immobilienfonds, der letztlich abgewickelt wird. Lassen sich die Vorzüge dieser Assetklasse überhaupt noch vermitteln? Wie ist es derzeit um die Zukunft des AXA Immosolutions bestellt?
Achim Gräfen: Mit dem Anlegerschutz und Funktionsverbesserungsgesetz sind deutliche Verbesserungen zur Liquiditätsteuerung (insbesondere Halte- und Ankündigungsfristen) in das Regulatorium aufgenommen worden. Die Vorzüge einer Immobilienanlage wie gesicherte Erträge aus Mietverträgen, Sachwertinvestition etc. bleiben bestehen. Damit gehen wir davon aus, dass offene Immobilienfonds auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Vermögensanlage leisten können. AXA Immosolutions ist anders als Immoselect ein Fonds ausschließlich für institutionelle Anleger. Mit diesen Anlegern, die uns alle einzeln bekannt sind, befinden wir uns in fortlaufender Abstimmung über die Zukunft des Fonds. Ziel ist es, den Fonds zu erhalten.
Das Gespräch führte Alexander Heftrich








