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Aufklärung bitte!

Thema Altersvorsorge

Die Deutschen haben so viel Geld wie noch nie! Laut einer aktuellen Bankenstudie der Allianz/Dresdner Bank 2007 stieg das Geldvermögen der Haushalte auf 4,76 Billionen Euro. Damit hat jeder Einwohner in Deutschland durchschnittlich rund 57.900 Euro auf der hohen Kante – so viel wie noch nie zuvor. Fast wie ein Widerspruch klingt es da, was Bert Rürup neulich kundgab. So rechnet der Wirtschaftsexperte damit, dass es künftig vielen Älteren deutlich schlechter gehen wird als heute. In spätestens 15 Jahren werde das Problem relevant sein. „Unter den gegenwärtigen Bedingungen werden die Armutsrisiken im Alter zunehmen“, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung dem Magazin „Der Spiegel“.

Geld ist demnach da, doch ist die Altersvorsorge noch nicht ausreichend abgedeckt. So denken immer noch viele, dass ein wenig „Riestern“ und die gesetzliche Rente ausreichend sein werden. Gemäß einer Studie des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung zur Bedeutung der Riester-Rente in der Altersversorgung, die im Auftrag der Deutschen Vermögensberatung erstellt wurde, wird deutlich, dass die Riester-Rente alleine, trotz ihrer großen Bedeutung, eben nicht ausreicht. Die verbleibende Versorgungslücke liegt für heute 60-jährige Bezieher mittlerer und höherer Einkommen bei 17 bis 18 % und steigt bei jüngeren auf bis zu 40 % an. Prof. Dr. Thomas Dommermuth vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung resümiert: „Wer eine Riester-Rente abschließt, ist auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht am Ziel. Arbeitnehmer sollten über die Riester-Rente hinaus mindestens 5 bis 10 % ihres Bruttoeinkommens in ihre private Altersvorsorge investieren."

Studien decken erschreckende Informationslücken bezüglich Riester und Rürup auf! Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage von forsa im Auftrag der Condor Versicherungsgruppe zum Thema Rürup und Riester wird klar, wie schlecht informiert gerade Selbstständige sind. Im Fokus der Umfrage standen Selbstständige, die ihren Ruhestand ausschließlich eigenverantwortlich absichern müssen, da sie nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Doch genau diese wissen laut Umfrage überdurchschnittlich häufig nicht, welche Vorsorge sich am besten für sie eignet und welche steuerlichen Vorteile sie nutzen können. Fast 80 % der Befragten konnten nicht erklären, worin sich Riester- und Rürup-Rente (auch Basis-Rente genannt) voneinander unterscheiden. 60 % wussten nicht einmal, ob eine Riester-Rente oder eine Basis-Rente für sie persönlich in Frage kommt. 16 % gaben sogar an, dass für sie persönlich die Riester-Rente sinnvoller wäre als die Variante Rürup –obwohl fast ausschließlich Angestellte die Zielgruppe der Riester-Vorsorge sind.

Ebenso unbekannt waren die Vorteile der Rürup-Rente, obwohl derjenige, der eine solche besitzt, gerade diese kennen sollte. Dass in 2008 bereits 66 % der Beiträge für eine Basis-Rente steuerlich abzugsfähig sind (dieser Prozentsatz steigt jede s Jahr um zwei Prozentpunkte), wussten laut Studie jedoch fast 80 % der Selbstständigen nicht! 56 % fühlen sich nicht über die Vorteile informiert und 20 % eher schlecht. Gerade einmal 8 % meinen, sehr gut informiert zu sein. Und Männer sind nach eigenen Angaben mit 25 % zumindest etwas besser über die Vorteile einer Rürup- Rente informiert als Frauen (13 %).

Kein Wunder demnach, dass auch die „Abschlussquotenfrage nach der Rürup-Rente“ erschreckend niedrig war. Für 56 % der beruflich Selbstständigen kommt diese Form der Altersvorsorge nicht in Frage. Ihnen gegenüber stehen 8 %, die bereits eine abgeschlossen haben und 16 %, die sich dem Thema positiv öffnen. Auffällig ist, dass die Rürup-Rente gerade für die jüngere Generation ein Thema ist: 35 % der 18-bis 34-Jährigen haben einen Vertrag schon abgeschlossen oder möchten dies noch tun, bei den 45- bis 54-Jährigen sind es bloß noch 18 %. Insgesamt bleibt demnach noch viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit für den Vermittler. Denn: Bis dato wird die Möglichkeit des Aufbaus einer privaten Altersvorsorge mittels staatlicher Unterstützung noch viel zu wenig genutzt.

(MARC OEHME)


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