Interview mit Dr. Norbert Senghas
Thema BilMoG
Dr. Norbert SenghasInterview zum Thema BilMoG mit dem Experten Dr. Norbert Senghas, Geschäftsführer der Allianz Pensions Consult GmbH.
finanzwelt: Welche Gefahren sehen Sie bei Pensionsverpflichtungen aufgrund des neuen BilMoG auf die Unternehmen zukommen?
Dr. Senghas: Das BilMoG führt in der Regel zu einer Erhöhung der Pensionsrückstellungen in der Handelsbilanz. In Einzelfällen kann die Steigerung sogar 50 % und mehr betragen. Neben einem im Gegensatz zur Steuerbilanz niedrigeren Zinssatz müssen ab dem Geschäftsjahr 2010 bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen auch Renten- und Gehaltstrends berücksichtigt werden. Die Zuführung der Pensionsrückstellungen aus der Neubewertung kann zwar auf 15 Jahre verteilt werden, dennoch sollten sich Unternehmen bereits heute mit ihren Pensionsrisiken beschäftigen.
finanzwelt: Wie können Lösungswege aussehen?
Dr. Senghas: Das hängt immer von den Zielen des Unternehmens ab. Grundsätzlich gilt: Die Auslagerung von Risiken - sprich Pensionsverpflichtungen - ist regelmäßig liquiditätswirksam. Aufgrund der realitätsnäheren Abbildung und der stärkeren Volatilität der Verpflichtungen erwarte ich, dass die Tendenz zu bilanzneutralen beitragsorientierten Versorgungssystemen anhalten wird. Die bestehenden mittelbaren Durchführungswege, wie Direktversicherung oder Unterstützungskasse, bleiben weiterhin attraktiv. Daneben kann nach BilMoG ein für Pensionsverpflichtungen zweckgebundenes Deckungsvermögen - Asset- oder Versicherungslösungen im Rahmen von Treuhand- oder Verpfändungsmodellen - mit Pensionsverpflichtungen verrechnet werden. Diese Modelle werden an Bedeutung gewinnen.







