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Interview mit Jürgen Salamon

Trotz Gegenwind Absatzrekorde

Jürgen SalamonJürgen Salamon

Nach vielen erfolgreichen Jahren mussten die geschlossenen Fonds 2008 einen Absatzrückgang hinnehmen, der aber nicht ganz so schlimm ausfiel, wie ursprünglich befürchtet.

Aber es gibt auch Initiatoren, die gegen den Allgemeintrend ihre Verkaufszahlen steigern konnten. Zu diesen zählt das Dortmunder Emissionshaus Dr. Peters, das sogar zwei Jahre in Folge mit Rekordergebnissen aufwartete. Seit mehr als 33 Jahren konzipiert, platziert und managt das Haus Dr. Peters geschlossene Fonds mit dem Schwerpunkt Schiffs- und Flugzeugbeteiligungen. 70.000 Anleger vertrauten dem Unternehmen im Laufe der Jahre 2,9 Mrd. Euro Kommanditkapital an. Mit dem Chef des Unternehmens, Jürgen Salamon, der das Haus zum Jahreswechsel 1989/1990 übernahm und die Produktlinie Tankerfonds etablierte, sprach finanzwelt.

 

finanzwelt: Man kann keine Zeitung aufschlagen, ohne zig Mal auf das Wort Krise zu stoßen. Sie wehren sich gegen die Bezeichnung Krise?

Salamon: Gewiss gibt es in einigen Branchen wie der Automobilindustrie krisenhafte Entwicklungen. Aber leben die Bundesbürger heute anders, schlechter als vor einem Jahr? Das ist bei genauem Hinsehen nicht der Fall. Und aus meiner Sicht befindet sich auch der geschlossene Fonds keineswegs in einer Krise.

finanzwelt: Aber die Absatzzahlen sind 2008 um fast ein Fünftel zurückgegangen. Und die Hauptproduktlinien, die geschlossenen Immobilien- und Schiffsfonds, befinden sich in einem rauhen Umfeld. Die Immobilienpreise fallen und die Charterraten sind eingebrochen.

Salamon: Von einer Krise der geschlossenen Fonds kann gleichwohl derzeit keine Rede sein. Ganz im Gegenteil: Sicherheitsorientiert konzipierte Schiffs- und Flugzeugfonds, bei denen durch Charter- und Leasingverträge mit renommierten Adressen die Einnahmen langfristig vertraglich gesichert sind, können die prognostizierten Auszahlungen leisten und den Nachweis dafür antreten, dass der geschlossene Fonds auch bei schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufgrund seiner Sachwertbasis mehr als den Vermögenserhalt sichert. Zahlreiche Fonds schütten wie prognostiziert aus, während die Anleger in anderen Assetklassen erhebliche Verluste erlitten haben.

finanzwelt: Aber waren die Preise für Immobilien und Schiffe zwischenzeitlich nicht so stark gestiegen, dass es den Emissionshäusern schwerfiel, attraktive Fonds auf den Markt zu bringen, ohne an allen möglichen Stellschrauben drehen zu müssen?

Salamon: Dass Schiffe zum Teil im Markt zu teuer eingekauft wurden, liegt weniger an den Auswirkungen der Subprime-Krise als vielmehr an Fehleinschätzungen der mittel- bis langfristigen Marktentwicklung. Unser Haus hat seit mehr als einem Jahr keine Resale-Transaktionen realisiert, da die Schiffe sehr teuer waren und keine Langfristcharter auf einem solchen Niveau abgeschlossen werden konnten, so dass sich der Fonds für den Anleger gerechnet hätte.

finanzwelt: Stattdessen haben Sie neue Schiffe bestellt?

Salamon: Wir haben zwei VLCC-Tanker, vier Suezmax-Tanker und vier Capesize-Bulker in Auftrag gegeben. Die ersten Schiffe, die Capesize-Bulker, werden in der zweiten Jahreshälfte 2010 abgeliefert werden. Die Tanker folgen zwischen 2011 und 2012. Wir haben den Flugzeugfonds IX mit einer Boeing 777-300ER auf dem Markt und sind in aussichtsreichen Verhandlungen über eine weitere A380-800.

 

 

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